Medizin-Lexikon: Einträge mit "M"

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  • Moro-Reaktion
    Moro
    • M.-Reaktion

    • Synonyme: M.-Reflex; Umklammerungsreaktion

    • Englischer Begriff: Moro reflex

    durch Erschütterung der Unterlage oder Zurückfallenlassen des leicht angehobenen Oberkörpers („head drop“), d.h. durch Vestibularisreizung ausgelöste Aktionssequenz: Abduktion der gestreckten Arme mit Fingerspreizen u. Öffnen des Mundes, gefolgt von Armadduktion u. -beugung mit Faustschluss, Mundschluss u. Rückkehr in die Ausgangslage; begleitet von Weinen. Ein physiologischer „Schreckreflex“ des Neugeborenen u. jungen Säuglings (mit Ursprung in Halsmuskulatur-Rezeptoren?). Fehlen, Asymmetrie oder Überdauern in das 2. Halbjahr deuten auf Zerebralschaden hin.

  • Moroctocog alfa
    • Englischer Begriff: moroctocog alfa

    rekombinanter Blutgerinnungsfaktor VIII; Anw. bei Hämophilie A; NW: Auftreten von hemmenden Antikörpern.

  • Morphaea
    • Mor|phaea

    • 1)
      umschriebene Sklerodermie... (mehr)
    • 2)
      M.-ähnliche fleckige Herde der tuberkuloiden Lepra, oft entfärbt (= M... (mehr)
  • Morphaea 1)
    Morphaea
    • 1)

    • Englischer Begriff: morphea

    umschriebene Sklerodermie. Als M. nigra mit – follikulärer – Pigmentierung in Form bis zu Melanodermie-artiger Herde.

  • Morphaea leprosa 2)
    Morphaea
    • 2)

    • Synonyme: M. leprosa

    M.-ähnliche fleckige Herde der tuberkuloiden Lepra, oft entfärbt (= M. alba) u. empfindungslos = anästhetisch.

  • Morphe
    • Mor|phe

    • Etymol.: griech.

    Form, Gestalt, Aussehen; derm Effloreszenz.

  • Morphin
    • Morphin

    • Synonyme: Morphinum; Morphium; Mo. (Abk.)

    • Englischer Begriff: morphine

    Abbildung

    wichtigstes Alkaloid des Opiums; Anw. in Form der Salze (v.a. Morphinum hydrochloricum) als stark wirkendes Analgetikum sowie Sucht erzeugendes Betäubungsmittel (s.a. Morphinismus). Als Ersatzmittel dienen ähnlich wirkende, z.T. von M. abgeleitete „reine“ oder selektive Morphin-Agonisten („Morphinomimetika“; s.a. Opioide); Einteilung u. Wirkst.: z.B. die Narkoanalgetika Levomethadon, Pethidin u. Fentanyl (auch Betäubungsmittel), die, wie das M., am μ-Typ der Opioidrezeptoren wirken; partielle selektive M.-Agonisten (z.B. Buprenorphin) erreichen eine geringere Maximalwirkung. Gemischte Morphin-Agonisten-Antagonisten (z.B. Pentazocin, Nalbuphin) können an den verschiedenen Rezeptortypen (μ, κ, δ) unterschiedlich wirken (agonistisch oder antagonistisch).

  • Morphin-Antagonisten
    • Morphin-Antagonisten

    • Englischer Begriff: morphine antagonists

    Abbildung

    dem Morphin u. anderen Opioiden an den Opioidrezeptoren entgegenwirkende Derivate des Morphinans (= vom Morphin-Ringsystem abgeleitete tetrazyklische Verbindung). Wirkst. u. Anw.: 1) Reine, selektive M. werden v.a. in der Toxikologie u. Anästhesiologie eingesetzt, z.B. Naltrexon (unterstützend nach Opiatentgiftung) u. Naloxon (bei Opioidvergiftung u. zur Antagonisierung von Narkoseüberhängen nach Neuroleptanalgesien); sie wirken als kompetitive Antagonisten am μ-Typ, erst in hoher Konzentration auch an den κ- u. δ-Typen der Opioidrezeptoren. 2) Gemischte Agonisten-Antagonisten wie z.B. Pentazocin u. Nalbuphin wirken an den κ- u. δ-Typen als Morphin-Agonisten, am μ-Typ als Antagonisten.

  • Morphinabhängigkeit
    • Morphin|abhängigkeit

    Morphinismus.

  • Morphinismus
    • Morphinismus

    • Synonyme: Morphinomanie; Morphinabhängigkeit; Morphinsucht

    • Englischer Begriff: morphinism; morphine addiction

    süchtiges Verlangen nach Morphin (oder analogen Betäubungsmitteln, z.B. Heroin = Diacetylmorphin). Prototyp einer Abhängigkeit bzw. Sucht: Die sich nach mehrfacher Einnahme entwickelnde Toleranz (Gewöhnung) erfordert die Einnahme immer höherer Dosen, um die gleiche euphorisierende Wirkung zu erzielen. M. ist begrenzt meldepflichtig (in Zusammenhang mit Straftaten, Vork. bei Ärzten). Klinik: Morphin führt zunächst (etwa 1/2 Std.) zu Anregung u. Leistungssteigerung, dann zu Willensschwäche, Verflachung des Vorstellungsverlaufes; längerer Missbrauch (chronische Morphinvergiftung) führt zu allgemeinem körperlichen u. geistigen Verfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Darmstörungen (meist Obstipation), Miosis, Potenzschwäche. Ther. (auch bei Heroinabhängigkeit): 1) Entgiftung; 2) längere Entzugsbehandlung in qualifizierter Facheinrichtung. – Die Rückfallquote ist relativ hoch; z.T. wird schneller Entzug unter Narkose versucht („forcierter Narkoseentzug“, „Turboentzug“). – Das auftretende Entzugssyndrom (Unruhe, Erregung, Erbrechen, Durchfälle, Schlaflosigkeit, Depressionen) kann durch Schlaftherapie u. medikamentöse Behandlung mit Clonidin (kurzzeitig!) gemildert werden. Nach vollständiger Entgiftung wird z.T. Naltrexon (Morphin-Antagonist) eingesetzt, um Rückfälle zu verhindern. – Unter kontrollierten Bedingungen wird auch Substitutionstherapie mit Morphin-Agonisten (Methadon bzw. Levomethadon; auch Sucht erzeugend: „iatrogene Methadonabhängigkeit“) versucht.

  • Morphinrezeptoren
    • Morphin|rezeptoren

    • Englischer Begriff: morphine receptor

    Opioidrezeptoren.

  • Morphinsucht
    • Morphin|sucht

    Morphinismus.

  • Morphinum
    • Morphinum

    • Englischer Begriff: morphine

    Morphin.

  • Morphinum hydrochloricum
    Morphinum
    • M. hydrochloricum

    • Englischer Begriff: m. hydrochloride

    weißes, lichtempfindl. (Gelbfärbung) Pulver; wichtigstes, oral, rektal, parenteral anwendbares Morphinsalz. Die Einzeldosis beträgt für Erwachsene 10 bis maximal 30 mg, die maximale Tagesdosis 0,1 g.

  • Morphinum methylatum
    Morphinum
    • M. methylatum

    • Englischer Begriff: methyl morphine

    Codeinum.

  • Morphinvergiftung
    • Morphin|vergiftung

    • Englischer Begriff: morphine poisoning

  • Morphinvergiftung, akute 1)
    Morphinvergiftung
    • 1) M., akute

    • Englischer Begriff: acute morphine intoxication

    Vergiftung durch größere Morphindosen (0,05–0,2 g; DL50 bei ca. 0,3 g). Klinik: anfangs Miosis, später Mydriasis bei schwerer Atemdepression, Erbrechen, Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Somnolenz, Harn- u. Stuhlverhaltung, unregelmäßige u. flache Atmung; später Zyanose, Kreislaufkollaps, Koma, evtl. Tod durch Atemlähmung. Ther.: Soforttherapie der M. mit dem Morphin-Antagonisten Naloxon (Vorsicht: bei Morphinismus Gefahr eines tödl. Entzugssyndroms).

  • Morphinvergiftung, chronische 2)
    Morphinvergiftung
    • 2) M., chronische

    • Englischer Begriff: morphinism

    Morphinismus.

  • Morphium
    • Morphium

    • Englischer Begriff: morphine

    alter Ausdruck für Morphin.

  • Morphoea
    • Morphoea

    • Englischer Begriff: morphea

    Morphaea.

  • Morphogenese
    • Mor|pho|genese

    • Englischer Begriff: morphogenesis

    • Fach: Embryologie

    Bildung von Strukturen u. Formen während der Ontogenese u. Regeneration; s.a. Fetogenese.

  • Morphognosie
    • Morpho|gnosie

    • Englischer Begriff: morphognosia

    Formerkennen durch den Tastsinn; s.a. Stereognosie.

  • Morphologie
    • Morpho|logie

    • Englischer Begriff: morphology

    Lehre von Bau u. Gestalt (Morphe) der Lebewesen u. ihrer Organe.

  • morphologisch
    • morphologisch

    • Englischer Begriff: morphologic

    gestaltlich; die Morphologie betreffend.

  • Morphopsie
    • Morph|opsie

    • Englischer Begriff: morphopsia

    komplexe optische Halluzination (meist farbig) mit Makro- oder Mikropsie; bei Schädigung des Hinterhauptslappens.

  • Morquio-Syndrom
    • Morquio-Syndrom

    • Synonyme: spondyloepiphysäre Dysplasie

    • Englischer Begriff: Morquio's syndrome (A = galactosamine-6-sulfatase deficiency; B = beta-galactosidase deficiency)

    • Biogr.: Louis M., 1867–1935, Kinderarzt, Montevideo

    autosomal-rezessiv erbliche Mucopolysaccharidose Typ IV (A u. B) mit enchondraler Dysostose. Der Enzymdefekt betrifft die N-Acetyl-galaktosamin-6-sulfatase bzw. die β-Galaktosidase und bewirkt Abbaustörung von Keratansulfat mit Keratansulfaturie). Klinik: Störung der Entwicklung der Epi- u. Metaphysen der Knochen, die zu disproportioniertem Zwerg- oder Minderwuchs führt; es bestehen Wirbelsäulenanomalien (flache Wirbelkörper, kurzer Rumpf, Hypoplasie des Dens axis, Kyphose, Kyphoskoliose), Brustkorbdeformität (Pectus carinatum), Hyperelastizität der Gelenke, Hornhauttrübungen, Zahnschmelzunterentwicklung, Hörstörungen. Intelligenz (u. Geschlechtsreifung) meist normal. Der Typ B mit schwächer ausgeprägter Symptomatik. – Sondertypen wurden benannt nach Hässler u. Catel-Hempel („Schnauzengesicht“ ohne Mimik).

  • Morris-Punkt
    • Morris-Punkt

    • Englischer Begriff: Morris point

    Appendizitis-Schmerzpunkt ca. 4 cm seitlich u. unterhalb des Nabels (auf der Verbindungslinie zum rechten oberen Darmbeinstachel).

  • Morris-Syndrom
    • Morris-Syndrom

    • Englischer Begriff: Morris syndrome

    komplette testikuläre Feminisierung.

  • Mors
    • Etymol.: latein.

    • Englischer Begriff: death

    der Tod.

  • Mors putativa
    Mors
    • M. pu|ta|ti|va

    • Englischer Begriff: apparent d.

    Scheintod.

  • Mors subita
    Mors
    • M. su|bi|ta

    plötzlicher Tod, z.B. Sekundenherztod.

  • Mors subita infantum
    Mors  >  Mors subita
    • M. s. infantum

    • Englischer Begriff: sudden (crib) death

    Kindstod, plötzlicher.

  • morsitans
    • morsitans

    • Etymol.: latein.

    beißend, stechend.

  • Morsus
    • Morsus

    • Etymol.: latein.

    • Englischer Begriff: bite

    Biss(wunde).

  • Mortalität
    • Mortalität

    • Englischer Begriff: mortality; death rate

    Sterblichkeit; statist Sterbeziffer: die Verminderung der Bevölkerungszahl durch Tod (s.a. Letalität), i.e.S. („Sterberate“) die Prozentzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf die Gesamtbevölkerung oder auf Bevölkerungsteile (z.B. Säuglingssterblichkeit; s.a. perinatal...).

  • Morton-Augenspiegel
    • Morton-Augenspiegel

    • Englischer Begriff: Morton's ophthalmoscope

    elektrischer Handaugenspiegel mit Anordnung von Plus- u. Minusgläsern in einer drehbaren Scheibe.

  • Morton-Neuralgie
    • Morton-Neuralgie

    • Synonyme: M.-Syndrom

    • Englischer Begriff: Morton's neuralgia

    • Biogr.: Thomas G. M., 1835–1903, Chirurg, Philadelphia

    anfallsweise einseitige Schmerzen in den distalen Mittelfußknochen (IV, seltener III oder II) mit Ausstrahlung in beide Nachbarzehen; auch durch Druck an der Fußsohle auslösbar. Beruht auf Reizung der Plantarnerven bei Senk-Spreiz-Fuß (Nerv/Nerven meist spindelförmig aufgetrieben infolge ischämischer Fibrose nach primärer Gefäßdegeneration).

  • Morula
    • Mo|ru|la

    • Etymol.: latein. = kleine Maulbeere

    • Englischer Begriff: morula

    bei vielzelligen Tieren der durch totale Furchung der befruchteten Eizelle entstandene Zellkomplex mit höckeriger Oberfläche.

  • Morula vesicularis
    Morula
    • M. vesicularis

    Blastozyste.

  • Morularzelle
    • Morula(r)zelle

    • Englischer Begriff: morula cell

    „Maulbeerzelle“, Mott-Zelle.

  • Morvan-Chorea 1)
    Morvan-Syndrom
    • 1)

    • Synonyme: M.-Chorea

    • Englischer Begriff: Morvan's chorea

    schleichend beginnende Sonderform der Myoklonie. Mit Muskelschwäche, -schmerzen, -krämpfen, faszikulären Zuckungen, überlagert von Ängstlichkeit, Depression u. vegetativen Störungen. Wahrscheinlich toxischer oder autoimmuner Spätschaden nach z.B. Puerperalfieber, Goldtherapie, Hypothalamuserkrankung?

  • Morvan-Gangrän 2)
    Morvan-Syndrom
    • 2)

    • Synonyme: M.-Gangrän

    • Englischer Begriff: M.'s disease

    verstümmelnde Symptomatik bei Läsionen des Halsmarks (z.B. Syringomyelie); mit Malum perforans, schmerzlosen Panaritien, Knochenbrüchigkeit, evtl. Abstoßung einzelner Finger(glieder).

  • Morvan-Syndrom
    • Morvan-Syndrom

    • Biogr.: Augustin M. M., 1819–1897, franz. Arzt

    • 1)
      schleichend beginnende Sonderform der Myoklonie... (mehr)
    • 2)
      verstümmelnde Symptomatik bei Läsionen des Halsmarks (z.B... (mehr)
  • Mosaik
    • Mosaik

    • Fach: Biologie

  • Mosaik-Tetrasomie
    • Mosaik-Tetra|somie

    s.u. Tetrasomie.

  • Mosaik-Trisomie
    • Mosaik-Tri|somie

    s.u. Trisomie.

  • Mosaik, genetisches 1)
    Mosaik
    • 1) M., genetisches

    • Synonyme: Variegation

    • Englischer Begriff: mosaic

    Organismus mit Zellen (bzw. Gewebssektoren) verschiedenen Genotyps, die aus einem einzigen Karyotyp hervorgegangen sind (s.a. Chimäre), u. zwar infolge somatischer (die Körperzellen betreffender) Mutationen der Gene oder der Chromosomen (chromosomales M.) während der Entwicklung der Gewebe. Häufigste Ursache: mitotische Non-Disjunction, mitotische Elimination; soweit sie Sexchromosomen betreffen, führen sie zu Zwittertum, z.B. als X0/XY-M. bei echten Hermaphroditen.

  • Mosaik, phänotypisches 2)
    Mosaik
    • 2) M., phänotypisches

    • Englischer Begriff: mosaicism

    die Ausbildung eines alternativen (erst ♂, dann ♀) Phänotyps infolge Änderung der inneren oder äußeren Bedingungen, z.B. bei bestimmten Hermaphroditismus-Typen.

  • Moschatin
    • Mos|chatin

    Eledoisin; gefäßerweiterndes, Hypotonie auslösendes Krakengift.

  • Moschcowitz-Singer-Symmers-Syndrom
    • Moschcowitz(-Singer-Symmers)-Syndrom

    • Synonyme: thrombotische Mikroangiopathie

    • Englischer Begriff: Moschcowitz disease; thrombotic microangiopathy

    • Biogr.: Eli M., 1879–1964, Arzt, New York

    akut einsetzende thrombotisch-thrombozytopenische Purpura mit hämolytischer Anämie, Fragmentozyten im peripheren Blut, flüchtigen neurologischen u. psychischen Störungen (v.a. Benommenheit, Hemiplegie, Aphasie, Krämpfe), Fieber, Niereninsuffizienz. Es treten hyaline Thromben in Arteriolen aller Organe u. eosinophile Massen zwischen Intima u. Media der Blutgefäße auf.

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