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  • Muskelschwund
    • Muskel|schwund

    • Englischer Begriff: muscle wasting

    Muskelatrophie.

  • Muskelspindel
    • Muskel|spindel

    • Synonyme: Fusus neuromuscularis

    • Englischer Begriff: neuromuscular spindle; muscle sp

    Abbildung

    Dehnungsrezeptor im Skelettmuskel, der für den Muskelsinn (Bewegungs- u. Lagesinn) u. für die Regulation der Motorik von Bedeutung ist; enthält in einer spindelförmigen bindegewebigen Hülle einige plasmareiche u. fibrillenarme Muskelfasern (intrafusale Fasern), deren Mitte als Längenrezeptor wirkt u. deren Pole kontraktil sind; s.a. Abb. Dehnung der Spindel führt zu gesteigerter Impulsentladung, die über die von der Rezeptorregion ausgehenden schnellen afferenten Nervenfasern (s.u. Fasergruppen, dort Tab.) zum Rückenmark geleitet u. dort monosynaptisch auf die α-Motoneurone übertragen werden, was zur Kontraktion der extrafusalen Muskelfasern desselben Muskels führt; dies ist der Reflexbogen des Muskeldehnungsreflexes (z.B. des Patellarsehnenreflexes). Die motorische Innervation der Spindel erfolgt von γ-Motoneuronen über langsame Aγ-Nervenfasern; die so ausgelöste Kontraktion der intrafusalen Muskelfasern löst auch bei gleicher Gesamtlänge des Muskels eine Dehnung der rezeptorischen Mitte aus u. somit eine ähnliche Aktivierung der Spindel wie eine Dehnung.

  • Muskelstarre
    • Muskel|starre

    • Englischer Begriff: muscular rigidity

    Zustand des Muskels, der sich bei unzureichender Energieversorgung (Mangel an ATP) einstellt: Die bei Kontraktion auftretende Verbindung des Myosinkopfes mit den Actinfilamenten kann sich, wenn ATP fehlt, nicht mehr lösen, der Muskel wird starr, er kann nicht erschlaffen u. sich auch nicht mehr weiter kontrahieren; s.a. Totenstarre, Rigidität, Rigor.

  • Muskelstoffwechsel
    • Muskel|stoff|wechsel

    • Englischer Begriff: muscle metabolism

    Abbildung

    die für die Muskelkontraktion notwendigen biochemischen Reaktionen; anaerob die Umwandlung des vorhandenen ATP – bei entsprechender Calcium- u. Magnesium-Konzentration – durch Hydrolyse (Myosin wirkt hierbei als Adenosintriphosphatase) in ADP u. Creatinphosphat; ferner die Reaktion zwischen Creatin u. Phosphat-Ionen (Bildung von Creatinphosphorsäure als schnell zu mobilisierende Reserve) u. die anaerobe Glykolyse (Milchsäurebildung; regt die Durchblutung an, steigert damit das Angebot an KH u. freien Fettsäuren als Energieträger); aerob die nur bei ausreichender Sauerstoffversorgung mögliche Glykogenverbrennung. – Bereits während des Energieverbrauchs erfolgt Neubildung von ATP u. ADP.

  • Muskeltonus
    • Muskel|tonus

    • Englischer Begriff: (muscle) tone

    der Spannungszustand des Muskels. Besteht aus einer passiven, viskös-elastischen Komponente in Abhängigkeit vom Dehnungsgrad und einer aktiven, durch die Kontraktion bedingten Komponente (= kontraktiler M.). Der aktive Tonus lässt sich beim Skelettmuskel durch Messung der elektrischen Erregung mittels Elektromyographie bestimmen. Glatte Muskulatur besitzt häufig einen spontanen Tonus.

  • Muskeltrichinen
    • Muskel|trichinen

    • Englischer Begriff: muscle trichina

    Larven von Trichinella spiralis, die sich nach ihrer Wanderung in besonders gut durchbluteter Muskulatur (z.B. Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln) einkapseln u. zur Degeneration von Muskelfasern führen.

  • Muskeltumoren
    • Muskel|tumoren

    s.u. Leiomyom, Leiomyosarkom (Tumoren der glatten Muskulatur) bzw. Rhabdomyom, Rhabdomyosarkom (Tumoren der quer gestreiften Muskulatur).

  • Muskelverhärtung
    • Muskel|verhärtung

    • Englischer Begriff: muscular induration

    Muskelhartspann, Myogelose.

  • Muskelverknöcherung
    • Muskel|verknöcherung

    Myositis ossificans.

  • Muskelwogen
    • Muskel|wogen

    Myokymie.

  • Muskelzelle
    • Muskel|zelle

    • Englischer Begriff: muscle cell

    das kontraktile Grundelement der Herz- u. der glatten Muskulatur (= Myocytus nonstriatus); in Letzterer spindelförmig, im graviden Uterus fädig; der Zellkern ist mittelständig. Enthält im Sarkoplasma Zellorganellen (Diplosom, Golgi-Apparat, Mitochondrien), evtl. Lipofuscin u. Glykogen sowie als kontraktile Elemente ungebündelte Myofibrillen. Mehrere Zellen sind parallel als Bündel von Bindegewebe umhüllt, dessen kollagene Fasern mit den Zellen verbunden sind. Die M. des Skelettmuskels wird dagegen meist als Muskelfaser bezeichnet.

  • Muskelzerfallssyndrom
    • Muskel|zerfalls|syndrom

    Crush-Syndrom.

  • Muskelzittern
    • Muskel|zittern

    • 1)
      Tremor; s.a... (mehr)
    • 2)
      Registrierartefakte im EKG, die durch mangelnde Ruhigstellung während... (mehr)
  • Muskelzittern 1)
    Muskelzittern
    • 1)

    • Englischer Begriff: tremor

    Tremor; s.a. Kältezittern.

  • Muskelzittern 2)
    Muskelzittern
    • 2)

    Registrierartefakte im EKG, die durch mangelnde Ruhigstellung während der EKG-Aufzeichnung zustande kommen; z.B. durch Kältereize; besonders deutlich bei Parkinson-Krankheit.

  • Muskens-Syndrom
    • Muskens-Syndrom

    • Englischer Begriff: progressive myoclonus epilepsy

    besondere Form einer familiären progressiven Myoklonus-Epilepsie.

  • muskulär
    • muskulär

    • Englischer Begriff: muscular

    die Muskulatur betreffend; z.B. m. Dystrophie (Dystrophia musculorum), m. Insuffizienz (Myokardinsuffizienz).

  • Muskularis
    • Muskularis

    • Englischer Begriff: muscularis

    Kurzform für Tunica muscularis.

  • Muskulatur
    • Muskulatur

  • Muskulatur, somatische 1)
    Muskulatur
    • 1) M., somatische

    • Englischer Begriff: somatic musculature

    die aus den metameren Myotomen der Somiten der Leibeswand hervorgegangene Skelettmuskulatur; wird von Spinalnerven versorgt (Musculus). Ihre Durchblutung wird reguliert durch örtliche Stoffwechselprodukte sowie durch noradrenerge Impulse (metabolische Vasodilatation bzw. neurogene noradrenerge Vasokonstriktion; wird ergänzt durch sympathisch-cholinerge u. durch histaminerge Vasodilatation), aus denen ein Basaltonus der Gefäße resultiert, der durch myogene Autoregulation moduliert wird.

  • Muskulatur, viszerale 2)
    Muskulatur
    • 2) M., viszerale

    • Englischer Begriff: visceral musculature

    die aus dem nicht segmentierten Mesoderm der Splanchnopleura hervorgegangenen Eingeweidemuskeln; im Kopfdarmbereich quer gestreift u. von Hirnnerven versorgt, unterhalb davon glatt u. vegetativ innerviert; die Augenmuskeln gehen gesondert aus den serial angelegten Kopfhöhlen (paarige Prämandibular-, Mandibular- u. Hyalhöhle) hervor.

  • Musset-Zeichen
    • (de-)Musset-Zeichen

    • Englischer Begriff: (de) Musset's sign

    (Delpeuch, nach Beobachtung beim franz. Dichter Alfred de M.) pulssynchrones Kopfnicken als Zeichen der schweren Aorteninsuffizienz.

  • mussitans
    • mussitans

    • Synonyme: mussitierend

    • Etymol.: latein.

    • Englischer Begriff: mumbling

    murmelnd, z.B. m. Delirium.

  • Mustard-Operation
    • Mustard-Operation

    • Englischer Begriff: Mustard's operation

    Korrektur der Transposition der großen Gefäße durch Umkehr der venösen Zuflüsse auf Vorhofebene (nach Senning; Barnard). Nach vorangestelltem Banding der Pulmonalarterie die Totalexzision des Vorhofseptums vom re. Vorhof aus u. Umleitung der Lungenvenen nach re. sowie der Hohlvenen nach li. durch Einpflanzung eines Perikard- oder Kunststoffimplantats in den Vorhof; zusätzlich wird der re. Vorhof durch einen Kunststoff-Patch erweitert. – Ein zusätzlicher Ventrikelseptumdefekt wird in typischer Weise verschlossen, eine valvuläre Pulmonalstenose durch Kommissurotomie beseitigt, eine infundibuläre Pulmonalstenose durch Rastelli-Operation behoben.

  • Mutabilität
    • Mutabilität

    • Fach: Genetik

    Vorkommen, Häufigkeit u. Ausmaß der Mutationstypen bei einem Organismus.

  • Mutagen
    • Mu|ta|gen

    • Englischer Begriff: mutagen

    Faktor, der in direkter Reaktion mit genetischen Strukturen (oder deren Verteilungsapparat) oder indirekt durch zellinterne Reaktionsprodukte Mutationen auslöst („mutagen“ wirkt); z.B. Mutator-Gen, fremdes extranukleäres Erbgut, ionisierende Strahlen, Stoffwechselprodukte von Parasiten.

  • Mutan
    • Mu|tan

    ein Glucosepolymer, das von Streptococcus mutans durch dessen Glucosyltransferasen aus Saccharose gebildet u. in Form von Plaques an den Zähnen abgelagert wird (bedeutsam für die Zahnkaries).

  • Mutante
    • Mu|tan|te

    • 1)
      Zelle oder Individuum, die/das infolge Mutation von der Stammform oder... (mehr)
    • 2)
      s.u... (mehr)
  • Mutante 1)
    Mutante
    • 1)

    Zelle oder Individuum, die/das infolge Mutation von der Stammform oder einem Standardtyp abweicht. Als M. eines Gens ein Allel.

  • Mutante 2)
    Mutante
    • 2)

    • Englischer Begriff: mutant

    s.u. Fibrinolytika.

  • Mutarotation
    • Muta|rotation

    • Englischer Begriff: mutarotation

    • Fach: Chemie

    in frischer Lösung eines isomeren Stoffes die Inkonstanz des anfänglichen optischen Drehungswertes (z.B. bei α-Glucose +109,6°) bis zum Erreichen eines endgültigen Gleichgewichts (52,3°) mit dem sich bildenden anderen Isomer (β-Glucose; +20,5°).

  • Mutation
    • Mu|ta|ti|on

    • 1)
      (de Vries 1901) jede sprunghafte qualitative oder quantitative Änderung... (mehr)
    • M., genetische
      M. infolge Schädigung des genetischen Codes der Keimzellen... (mehr)
    • M., somatische
      M. durch Störung der DNS der Körperzellen... (mehr)
    • 2)
      Stimmbruch... (mehr)
  • Mutation 1)
    Mutation
    • 1)

    • Synonyme: Allogonie; Idation

    • Englischer Begriff: mutation

    • Fach: Genetik

    (de Vries 1901) jede sprunghafte qualitative oder quantitative Änderung der Struktur u. Wirkung eines oder mehrerer Erbfaktoren (s.a. Mutante, Mutagen), die nicht auf Mischung u. Umkombination von Chromosomen (oder deren Teilen) oder auf verwandten extranukleären Vorgängen beruht; i.e.S. nur, soweit der veränderte Zustand identisch reduplizierbar u. über Mitosen vererbbar ist; i.w.S. auch die genet. Änderung durch Transduktion oder Transformation (s.a. Genmutation, Genommutation, Chromosomenmutation). Eine spontane Reparatur der M. ist möglich durch Repairmechanismus (s.a. mutual reactivation).

  • Mutation 2)
  • Mutation, genetische
    Mutation  >  Mutation 1)
    • M., ge|netische

    M. infolge Schädigung des genetischen Codes der Keimzellen.

  • Mutation, somatische
    Mutation  >  Mutation 1)
    • M., somatische

    M. durch Störung der DNS der Körperzellen.

  • Mutationsdysphonie

      Veränderung der Stimme beim Stimmbruch.

    • Mutationseinheit
      • Mutations|einheit

      • Englischer Begriff: muton

      • Fach: Genetik

      Muton.

    • Mutationsrate
      • Mutations|rate

      • Englischer Begriff: rate of mutation

      • Fach: Genetik

      Zahl der – spontanen oder induzierten – Mutationen (auch der extranukleären), die sich in einer Zell-Stichprobe während einer bestimmten Zeitspanne ereignen.

    • Mutationstheorie, somatische
      • Mutations|theorie, somatische

      • Englischer Begriff: theory of somatic mutation

      Theorie zur Erklärung der Antikörperdiversität. Demnach wird ein Anfangs-Immunglobulin-Gen (Va), das für den variablen Teil eines Immunglobulins kodiert, während der Entwicklung der Lymphozyten-Vorläuferzelle durch Mutation verändert (zu V1 ... Vn), u. es entsteht – jeweils in einem Lymphozyten – ein bestimmtes, nur für eine einzige Antikörper-Spezifität kodierendes Gen.

    • Mutator-Gen
      • Mutator-Gen

      • Englischer Begriff: mutator gene

      Gen, das die Mutationsrate bestimmter nichtalleler Gene steigert.

    • mutieren
      • mu|tie|ren

      • 1)
        sich im Erbgefüge ändern... (mehr)
      • 2)
        Stimmbruch durchmachen... (mehr)
    • mutieren 1)
      mutieren
      • 1)

      sich im Erbgefüge ändern.

    • mutieren 2)
      mutieren
      • 2)

      Stimmbruch durchmachen.

    • mutilans
      • mutilans

      • Synonyme: mutilierend

      • Etymol.: latein.

      • Englischer Begriff: mutilant

      zu Verstümmelung („Mutilation“) führend.

    • Mutilation
      • Englischer Begriff: mutilation

      Verstümmelung, insbes. an den Akren. Tritt auf durch Verletzungen oder in Folge einer nichttraumatischen Erkrankung, z.B. Polyneuropathie, Raynaud-Syndrom, Sklerodermie, Lepra oder arterieller Verschlusskrankheit.

    • Mutismus
      • Mu|tis|mus

      • Englischer Begriff: mutism

      beharrliches Schweigen („Stummheit“) bei intaktem Sprechorgan u. erhaltenem Sprachvermögen, z.B. bei depressivem Syndrom, Stupor, Fehlen motorischer Impulse wie z.B. bei Demenz.

    • Mutismus, akinetischer
      Mutismus
      • M., aki|netischer

      • Synonyme: Coma vigile

      • Englischer Begriff: akinetic m.

      M. infolge allgemeiner Hemmung der motorischen Funktionen einschließlich Mimik, Gestik, Sprache; Sprechen wie auch Bewegungen erfolgen nicht spontan, nach Aufforderung nur verzögert u. langsam; ferner Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Schmerzreize erhöhen die Vigilanz u. ermöglichen begrenzte Kontaktaufnahme. Das Bewusstsein ist voll erhalten, evtl. besteht Amnesie. Vorkommend z.B. nach Stirnhirnverletzung, bei Psychosen, Tumor oder Hämangiom nahe dem III. Hirnventrikel oder im Mesencephalon, Arteria-basilaris-Thrombose, Enzephalitis.

    • Mutismus, neurotischer
      Mutismus
      • M., neurotischer

      • Synonyme: hysterischer; psychogener oder thymogener M.

      M. als Symptom konfliktbedingter seel. Zustände; z.B. bei Konversions- u. Schockneurose, Hospitalismus; analog auch zu Beginn der Sprachentwicklung.

    • Mutisurditas
      • Muti|surditas

      • Synonyme: Surdimutitas

      • Englischer Begriff: deaf-muteness

      Taubstummheit.

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