Medizin-Lexikon: Einträge mit "P"

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  • Pfeiffer-Versuch
    Pfeiffer
    • Pf.-Versuch

    • Englischer Begriff: Pf.'s test; Pf.'s phenomenon

    • Biogr.: Richard Friedr. Pf.

    intraperitoneale Injektion virulenter Cholera-Vibrionen bei zuvor aktiv gegen Cholera immunisierten Meerschweinchen; ergibt Granulabildung u. Auflösung der Vibrionen (= Pf.-Phänomen; erstmaliger Nachweis der Bakteriolysine u. ihrer Spezifität). Gleicher Effekt bei Inj. von Vibrionen zus. mit tier. Immunserum oder aber mit Rekonvaleszentenserum („umgekehrter Pf.-Versuch“, zum Nachweis des spezif. Ambozeptors; als Pf.-Kolle-Methode auch mit Salmonella typhi).

  • Pfeiler
    • Englischer Begriff: pillar; column

    kräftiger Faszien- oder Bindegewebsstrang, z.B. Rektumpfeiler.

  • Pfeilergliom
    • Pfeiler|gliom

    • Fach: Pathologie

    Ependymom.

  • Pfeilerresektion Wilms
    • Pfeiler|resektion (Wilms)

    • Englischer Begriff: Wilms operation

    (1911) paravertebrale Resektion der 1.–8. Rippe u. – in 2. Sitzung – parasternale Durchtrennung der Rippenknorpel als extrapleurale Thorakoplastik.

  • Pfeilerzellen
    • Pfeiler|zellen

    • Fach: Histologie

  • Pfeilerzellen 1)
    Pfeilerzellen
    • 1)

    • Englischer Begriff: pillar cells

    Corti-Pfeilerzellen.

  • Pfeilerzellen 2)
    Pfeilerzellen
    • 2)

    die hochprismat. Zellen des Ependyms.

  • Pfeilgift
    • Pfeil|gift

    • Englischer Begriff: arrow poison

    von Eingeborenen als Jagdgift verw. stark tox. Auszüge aus Pflanzen (z.B. Erythrophleum-, Strophanthus-, Strychnos-Arten) u. Tieren (z.B. Batrachotoxin); i.e.S. das Curare.

  • Pfeilnaht
    • Pfeil|naht

    • Englischer Begriff: sagittal suture

    • Fach: Anatomie

    Sutura sagittalis.

  • Pferdeenzephalitis
    • Pferde|enzephalitis

    Encephalomyelitis equina.

  • Pferdefuß
    • Pferde|fuß

    • Englischer Begriff: pes equinus

    • Fach: Orthopädie

    Spitzfuß.

  • Pferdepocken
    • Pferde|pocken

    • Synonyme: Variola equina; Equina

    • Englischer Begriff: horsepox

    • Fach: Veterinärmedizin

    milde Pockenerkr. des Pferdes (Stomatitis pustulosa, Exanthem der Fesselbeuge) durch Vaccinia-Virus v.a. von Pockenschutz-Geimpften (originäres Pf.-Virus umstritten!). Rückübertragung auf den Menschen (Pferdepfleger etc.) beobachtet.

  • Pferderotz
    • Pferde|rotz

    • Fach: Veterinärmedizin

    Malleus.

  • PFK
  • Pflanzenheilkunde
    • Pflanzen|heilkunde

    Phytotherapie.

  • Pflanzenheilmittel
    • Pflanzen|heilmittel

    Phytopharmaka.

  • Pflanzenrinde
    • Pflanzen|rinde

    Cortex (1).

  • Pflaster
    • Englischer Begriff: plaster

    • Fach: Pharmazie

    Emplastrum.

  • Pflasterepithel
    • Pflaster|epithel

    • Englischer Begriff: pavement epithelium; squamous e.

    unpräzise Bez. für Platten- u. kubisches Epithel.

  • Pflasterprobe
    • Pflaster|probe

    modifiz. Moro-Probe durch Aufbringen eines mit Tuberculinsalbe bestrichenen Pflasters.

  • Pflastersteinhaut
    • Pflaster|stein|haut

    crazy pavement dermatitis.

  • Pflasterverband
    • Pflaster|verband

    • Englischer Begriff: plaster bandage; adhesive dressing

    Heftpflasterverband.

  • Pflasterzellkarzinom
    • Pflaster|zell|karzinom

    Plattenepithelkarzinom.

  • Pflaumer
    • Pflaumer

    • Biogr.: Eduard Pf., 1872–1957, Urologe, Erlangen

    • Pf.-Kammer
      Glaskammer zur Untersuchung nicht zentrifugierten Harns auf Bakteriurie... (mehr)
    • Pf.-Katheter
      mit Spanner via Zystoskop unter Sicht einzuführender Harnleiter-Verweilkatheter... (mehr)
    • Pf.-Naht
      „Flaschenzugnaht“ der Bauchdecke (nach Nieren-Op... (mehr)
  • Pflaumer-Kammer
    Pflaumer
    • Pf.-Kammer

    Glaskammer zur Untersuchung nicht zentrifugierten Harns auf Bakteriurie nach vorangehender Methylenblau-Färbung.

  • Pflaumer-Katheter
    Pflaumer
    • Pf.-Katheter

    • Englischer Begriff: Pflaumer's catheter

    mit Spanner via Zystoskop unter Sicht einzuführender Harnleiter-Verweilkatheter aus Weichgummi (6–12 Charr, graduiert).

  • Pflaumer-Naht
    Pflaumer
    • Pf.-Naht

    „Flaschenzugnaht“ der Bauchdecke (nach Nieren-Op.), indem an einem Wundrand alle Schichten, am anderen nur die Musculi transversus u. obliquus internus durchstochen werden, dann umgekehrt, so dass sich beim Anziehen zunächst die tiefen Schichten aneinander legen, beim Knüpfen dann auch der Obliquus externus samt Faszie u. Fett.

  • Pflege
    • Englischer Begriff: nursing care

    unterstützende Maßnahmen zur Erhaltung, Anpassung oder Wiederherstellung der physischen, psychischen u. sozialen Funktionen u. Aktivitäten des Lebens. Der Begriff umfasst Selbstpflege, Laienpflege u. die Berufspflege durch ausgebildetes Pflegepersonal (Pflege, professionelle).

  • Pflege, aktivierende
    Pflege
    • P., aktivierende

    Pflege, bei der Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird mit dem Ziel der Selbstständigkeit des Pat. in allen Bereichen des tgl. Lebens.

  • Pflege, ambulante
    Pflege
    • P., ambulante

    Pflege, die in häuslicher Umgebung stattfindet u. behandlungspflegerische Maßnahmen (Behandlungspflege), Leistungen der allg. Pflege (Grundpflege) u. der hauswirtschaftlichen Versorgung umfasst. Das Recht auf a. P. ist in Deutschland gesetzlich verankert, die Abrechnung erfolgt über Kranken- u. Pflegekassen.

  • Pflege, funktionelle
    Pflege
    • P., funktionelle

    • Synonyme: Funktionspflege

    Pflegesystem, das durch eine tätigkeitsorientierte u. streng arbeitsteilige Form der Arbeitsorganisation für pflegerische Dienstleistungen gekennzeichnet ist. Es erlaubt damit Delegation der Arbeit je nach Qualifikation u. orientiert sich stark an den Betriebsabläufen der jeweiligen Institution. Die handelnde Pflegeperson führt einzelne ärztliche oder pflegerische Anordnungen aus, für die sie die Ausführungsverantwortung übernimmt, ihr obliegen jedoch nicht die Gesamtverantwortung u. die Planungskompetenz für den Pflegeprozess. S.a. Pflege, patientenzentrierte.

  • Pflege, ganzheitliche
    Pflege
    • P., ganzheitliche

    Pflege, bei der Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird mit dem Ziel der Selbstständigkeit des Pat. in allen Bereichen des tgl. Lebens.

  • Pflege, kompensatorische
    Pflege
    • P., kompensatorische

    Pflege mit dem Ziel der medizinischen, beruflichen u. sozialen Rehabilitation.

  • Pflege, patientenzentrierte
    Pflege
    • P., patientenzentrierte

    • Synonyme: Bezugspflege

    Pflegesystem mit dem Ziel der ganzheitlichen Pflege, bei der die volle Verantwortlichkeit für die Pflege einer kleinen Gruppe von maximal fünf Pat. bei einer (Bezugs-)Pflegeperson liegt. Vorbildfunktion hat das System des primary nursing, Varianten im deutschsprachigen Raum sind die Bereichspflege u. Zimmerpflege. Vorteile: umfassende Verantwortlichkeit für alle pflegerischen Dienstleistungen am Pat., stärkere berufliche Identifikation, größere Arbeitszufriedenheit, Förderung von Eigenständigkeit u. Verantwortung, Förderung von fachlicher u. kommunikativer Kompetenz, Schulung von Koordinations- u. Abstraktionsfähigkeit. S.a. Pflege, funktionelle.

  • Pflege, professionelle
    Pflege
    • P., professionelle

    das Bemühen von (ausgebildeten) Pflegepersonen um die Gesunderhaltung oder Genesung anderer Menschen bzw. deren Begleitung bei ihrem Kranksein oder Sterben. Das Pflegeverständnis kann sich aus der Pflegewissenschaft, den Einflüssen von Menschenbildern u. dem Selbstverständnis der Pflegenden herleiten. Es gibt eine Vielzahl von Ausbildungsberufen, die das Pflegen, Betreuen u. Versorgen von Menschen umfassen, dazu gehören Krankenschwester oder -pfleger, Kinderkrankenschwester oder -pfleger, Krankenpflegehelferin oder -helfer, Altenpflegerin oder -pfleger. Deren Ausbildung wird gesetzlich geregelt im Krankenpflegegesetz bzw. Altenpflegegesetz. Es gibt eine Vielzahl von (Fach-)Weiterbildungen (z.B. Intensivpflege, Onkologie, Dialyse, Rehabilitation, Endoskopie), die meist durch Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft geregelt sind. Zum Pflegeprozess gehören das Einschätzen des Pflegebedarfs (z.B. mittels Pflegeanamnese), die Planung der Pflege u. deren Durchführung sowie die Auswertung (Qualitätssicherung); alles mit entsprechender Dokumentation. Stationäre p. P. erfolgt nach unterschiedlichen Organisationsformen (Pflegesysteme); im Sinne einer ganzheitlichen, an den Bedürfnissen u. Ressourcen des Pat. orientierten P. wurden seit den 50er Jahren verschiedene Pflegemodelle entwickelt. Ambulante p. P.: Krankenpflege im häuslichen Bereich durch professionelle Kräfte (z.B. über Sozialstationen, private Anbieter), die ggf. pflegende Angehörige anleiten u./oder unterstützen (Laienpflege).

  • Pflege, rehabilitative
    Pflege

      Pflege mit dem Ziel der medizinischen, beruflichen u. sozialen Rehabilitation.

    • Pflegeanamnese

        erster Teil des Pflegeprozesses, der je nach zugrunde liegendem Pflegemodell auf die Einschätzung von Lebensaktivitäten, ATL, AEDL, Selbstpflegefähigkeiten u. Selbstpflegeerfordernissen oder funktionellen Verhaltensmustern gerichtet ist. Die P. umfasst Beziehungsaufnahme zum Pat., Beobachtung, Befragung, körperliche Untersuchung. Sie dient der Informationssammlung über den Gesundheitszustand des Pat. u. hat die Erkennung u. Benennung von Pflegeproblemen oder Pflegediagnosen zum Ziel.

      • Pflegebedürftigkeit
        • Pflege|bedürftigkeit

        Maß der benötigten Unterstützung bei den gewöhnlichen u. regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des tgl. Lebens. Nach den Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekassen (Pflegeversicherung) von 1994 besteht Pflegebedürftigkeit, wenn diese Hilfe in erheblichem oder höherem Maße u. für voraussichtlich mindestens 5 Monate erforderlich wird. Im Krankenhaus ist die Pflegebedürftigkeit Bestandteil der Pflegepersonalregelung, mit der die Stellen für die Krankenpflege berechnet werden. Hierfür wird die P. der Pat. als tgl. Pflegebedarf erfasst u. in Kategorien eingestuft. Die Zahl der erforderlichen Stellen wird u.a. an Hand dieser Zahlen festgelegt.

      • Pflegediagnosen

          zusammenfassende Beurteilung, die von einer professionell geschulten Pflegeperson nach einer systematischen Einschätzung, bestehend aus Beobachtung, Befragung u. körperlicher Untersuchung, abgegeben wird. Diese Beurteilung bezieht sich auf Art, mögliche Ursachen, Einflussfaktoren oder Risikofaktoren u. Kennzeichen für aktuelle oder potentielle Gesundheitsprobleme eines Individuums oder einer Familie mit Einschränkungen hinsichtlich der AEDL. P. liegen im Zuständigkeits- u. Verantwortungsbereich der Pflege u. bilden die Grundlage für Auswahl u. Durchführung von Pflegeinterventionen zur Erreichung u. Evaluation angestrebter Pflegeergebnisse.

        • Pflegedienstleitung
          • Synonyme: PDL (Abk.)

          leitende Krankenschwester bzw. Krankenpfleger eines Krankenhauses, verantwortlich für die Organisation der Krankenpflege.

        • Pflegefall

            Eintritt eines körperlichen u. geistigen Zustands, bei dem nach gegenwärtigem Stand der medizinischen Möglichkeiten eine Besserung durch medikamentöse u. rehabilitative Maßnahmen nicht zu erwarten u. nach versicherungsrechtlichem Verständnis eine Heilbehandlung nicht erforderlich ist (s.a. Pflegebedürftigkeit).

          • Pflegeforschung

              alle Fragestellungen, die die fachgerechte Pflege eines Patienten betreffen, insbesondere die Beurteilung seines körperlichen u. geistigen Zustandes unter pflegerischen Gesichtspunkten; s.a. Pflegediagnosen.

            • Pflegegeld

                Zahlungen durch die Pflegekassen der jeweiligen Krankenkassen an pflegebedürftige Versicherte, wenn diese anstelle der Inanspruchnahme von Sachleistungen (z.B. häusliche Pflege) ihre Pflege – etwa durch Angehörige – selbst organisieren (nach § 37 des Pflegeversicherungsgesetzes). Um Anspruch auf Pflegegeld zu haben, muss der Pflegebedürftige die erforderliche Grundpflege u. die hauswirtschaftliche Versorgung durch eine Pflegeperson in geeigneter Weise selbst sicherstellen. Die Höhe des Pflegegeldes ist abhängig von der Pflegestufe, in die der Pflegebedürftige eingestuft ist. S.a. Pflegeversicherung.

              • Pflegeintervention

                  Tätigkeiten, die eine professionelle Pflegeperson auf der Grundlage klinischer Beurteilung u. pflegerischen Wissens ausübt. S.a. Pflege, professionelle.

                • Pflegekassen

                    Träger der Pflegeversicherung nach § 46 des Pflegeversicherungsgesetzes; die P. sind bei den Krankenkassen angesiedelt u. rechtsfähige Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung.

                  • Pflegekategorien
                  • Pflegemaßnahmen

                      mehrere spezifische Verhaltensweisen oder Tätigkeiten, die eine Pflegeperson ausübt, um eine Pflegeintervention auszuführen u. um die gemeinsamen Ziele des Pat. u. der Pflege zu erreichen.

                    • Pflegemodell
                      • Pflege|modell

                      • Synonyme: Pflegetheorie

                      Tabelle

                      Oberbegriff für verschiedene, ursprünglich v.a. in den USA entwickelte theoretische Konzepte in der professionellen Pflege, die u.a. definieren, was Krankenpflege ist bzw. sein sollte u. worin sie sich von anderen Fachgebieten unterscheidet. I.e.S. handelt es sich um ein systematisch aufgebautes Konzept, das Erkenntnisse aus verschiedenen Wissenschaften (Medizin, Psychologie, Soziologie etc.) einbezieht, die grundsätzlichen Komponenten der Krankenpflege, ihre theoretische Basis u. die erforderlichen Werthaltungen definiert u. in der Praxis z.B. als Grundlage einer ganzheitlichen, individuell am Pat. orientierten Pflege (Einschätzung des Patienten, Pflegeplanung etc.) eingesetzt werden kann. Einige bekannte, bedürfnisorientierte P. zeigt die Tab.

                    • Pflegeplanung
                      • Pflege|planung

                      Festlegung der Maßnahmen hinsichtlich der pflegerischen Handlungen am Pat. unter Berücksichtigung der zuvor erstellten Pflegeanamnese, Pflegediagnosen u. Pflegezielbestimmung. S.a. Pflegeprozess.

                    • Pflegeprozess
                      • Pflege|prozess

                      • Synonyme: Krankenpflegeprozess

                      Abbildung

                      umfassende Beschreibung der Krankenpflege als planbare, systematische u. zielorientiert durchführbare sowie überprüfbare berufliche Tätigkeit. Ziel ist es, auf systematische Art u. Weise den Patienten u. seine individuellen Bedürfnisse ganzheitlich zu erfassen u. Pflegeplanung bzw. pflegerische Betreuung danach auszurichten. Dabei werden im „Regelkreis Krankenpflegeprozess“ sechs Stadien (Stufen, Phasen) als aufeinander aufbauende u. sich ergänzende Überlegungs-, Entscheidungs- u. Handlungsschritte definiert (Abb.).

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