Interleukine

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  • Inter|leukine

  • Synonyme: IL (Abk.); Il (Abk.)

  • Englischer Begriff: interleukins

Abbildung

zu den Zytokinen gehörende Substanzen, die als Signalstoffe des Immunsystems (dort Schema) wirken; als Mediatorsubstanzen verantwortlich für Induktion u. Verlauf der T-Zell-vermittelten zytotoxischen Immunreaktion sowie der B-Zell-Aktivierung (Antikörperproduktion). – IL-1 (lymphocyte-activating factor; LAF): wird von Makrophagen gebildet; eine der vielseitigsten Mediatorsubstanzen des Immunsystems; Peptid mit MG von 17 000 D; kommt in zwei Formen mit identischer Funktion vor: IL-1α und IL-1β; wirkt über einen Rezeptor auf Zielzellen ein; bewirkt z.B. Proliferation oder Stimulation zur Proteinsynthese; Schema. – IL-2 (lymphocyte mitogenic factor): wird von aktivierten T-Zellen gebildet; Peptid mit MG 15 400 D; dient als T-Zell-Wachstumsfaktor (sog. T-cell growth factor, TCGF); stimuliert die Produktion anderer Zytokine (z.B. Interferone); steigert auch die Proliferation der B-Zellen u. induziert die Zytotoxizität aktivierter Makrophagen; wird als Immunmodulator v.a. bei malignem Melanom u. fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom angewendet. – IL-3: wird ebenfalls von aktivierten T-Zellen gebildet; wirkt v.a. auf Zellen des hämopoietischen Systems; Wachstumsfaktor für Mastzellen. – IL-4: Bildung durch aktivierte T-Helfer-Zellen; stimuliert die B-Zell-Proliferation u. ist als sog. „switching factor“ an der Antikörperproduktion beteiligt. – IL-5 (T-cell-replacing factor): ein Produkt aktivierter T-Helferzellen; wirkt auf aktivierte B-Zellen u. steigert die Antikörperproduktion. – IL-6: wird von aktivierten T-Zellen, Makrophagen, Fibroblasten u. Endothelzellen gebildet; Glykoprotein mit MG von 21 000 D; wesentliche Funktion ist seine Wirkung als „colony stimulating factor“ (CSF, s.a. Blutbildung); Wachstumsfaktor für Plasmazellen, Keratinozyten u. Mesangiumzellen; induziert die Synthese von Akute-Phase-Proteinen. – IL-7: wird von den Stromazellen des Knochenmarks gebildet; fördert das Wachstum der lymphoiden Stammzelle sowie der Prä-B-Zellen, Prothymozyten, Thymozyten u. CD4/CD8-T-Zellen; Glykoprotein mit MG von 25 000 D. – IL-8 (neutrophile activating peptide 1; NAP-1): wird von vielen Zellen (v.a. Makrophagen, Synoviozyten, Endothelzellen, Fibroblasten) gebildet. Als Stimulus für die Bildung von IL-8 wirken Immunkomplexe; stärkster Chemotaxisfaktor für Granulozyten. – IL-10: blockiert z.B. die Zytokin-Synthese von Makrophagen. – IL-12: ein die natürlichen Killerzellen stimulierender Faktor. – IL-13: hemmt die Wirkung von Zytokinen bei der Entzündungsreaktion. – IL-16: wirkt chemotaktisch auf CD4-positive T-Lymphozyten. – IL-17: in T-Lymphozyten gebildet, stimuliert es die Produktion anderer IL u. die Bildung von Adhäsionsmolekülen. – IL-18: ein IL-γ induzierender Faktor, der die Aktivität der natürlichen Killerzellen steigert. – IL-19: ein IL, das z.B. bei rheumatoider Arthritis u. systemischem Lupus erythematodes vermehrt gefunden wird. – IL-20, IL-21, IL-22 u. IL-24 scheinen mit allergischen Krankheiten assoziiert zu sein. – IL-25 (SF20/IL25)fördert die Proliferation lymphoider Zellen. – Auch IL-26 u. IL-27 wurden schon identifiziert.

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