Membranrezeptor

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  • Membran|rezeptor

  • Synonyme: Oberflächenrezeptor

  • Englischer Begriff: cell (membrane) receptor

Abbildung

besondere Molekülgruppierungen der Zellmembran, bestehend aus integrierten Proteinen, Lipiden u. einem Effektorprotein (Enzym). Diese Rezeptoren (2) sind auf bestimmte Bereiche der Membran verteilt u. dienen der Aufnahme u. der Integration an die Zelle gerichteter Signale u. der Realisierung des Signalauftrags. Die Signale empfangen sie durch spezifische Bindung eines adäquaten Signalstoffes (Rezeptorligand), der in die Zellumgebung gelangt u. zur regulativen Beeinflussung der Zelle befähigt ist. Dadurch erfährt das bindende Rezeptorprotein eine Änderung seiner Konformation, u. nachfolgend treten intermolekulare Veränderungen innerhalb des angrenzenden Membranbereichs auf mit Aktivierung u. deren Umsetzung in ein sekundäres Signal. Das kann die Freigabe eines Botenmoleküls sein (s.a. Messenger, Adenylatcyclase) oder eine Variation des Öffnungszustandes von Kanälen in der Zellmembran mit nachfolgender Veränderung des Ein- u. Ausstroms bestimmter Substanzen (z.B. Calciumionen, „Phosphatidylinositolsystem“). Die Zahl der Rezeptoren richtet sich nach dem Angebot der Liganden und unterliegt durch ein Feedback der Selbstregulation: Ligandenmangel führt zu Vermehrung, Überangebot zu Reduzierung (engl. = shift down). Es gibt Bindungsstellen z.B. für immunologische Faktoren (Determinanten des HLA-Systems, z.B. T-Zell-Antigenrezeptor [s. Abb.]; Komplement; Antigen-Antikörper-Komplexe [z.B. Fc-Rezeptor]), für neural wirksame Liganden (Transmitter bzw. Neurotransmitter), für Histamin, für Arzneimittel (z.B. Opiate u. psychoaktive Substanzen), für Faktoren mit Wirkung auf die Zellproliferation u. -differenzierung (Hormone [dort Schema], Wachstumsfaktoren, Serumfaktoren, Lipoproteine, Lymphokine, Erythropoietin, Mitogene u. Antimitogene), für Erreger u. Erregerprodukte (z.B. bakterielle Polysaccharide u. Toxine, Viren). S.a. Cholinozeptoren, adrenerge Rezeptoren, Opioidrezeptoren, Histamin.

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