Mesoderm

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  • Meso|derm

  • Synonyme: -der|ma

  • Englischer Begriff: mesoderm

das „mittlere“ oder „3. Keimblatt“; wird als intra|embryonales M. durch Einwanderung („Invagination“) von Ektodermzellen in u. durch die Primitivrinne u. durch weitere seitliche Ausbreitung dieser Zellen zwischen Ekto- u. Entoderm gebildet; formiert sich beidseits der Chorda dorsalis unter den Neuralfalten zu paarweise angeordneten, der segmentalen Gliederung (= Metamerie) der Keimanlage entsprechenden Zellaggregaten (Somiten; daraus erfolgt Bildung der Wirbelsäule u. Rippen mit zugehöriger Muskulatur), bleibt aber seitlich – als sog. Seitenplatten – ungegliedert (Letztere gehen seitlich des Keimschildes in das extraembryonale M. über). Zwischen den Somiten u. den Seitenplatten liegt das intermediäre M. (ist im kranialen Bereich gleich den Somiten gegliedert in „Nephrotome“, kaudal unsegmentiert als „nephrogener Strang“ [Bildungsort von Harnorganen; zunächst Vor- u. Urniere]). Die Seitenplatten verschmelzen unter Bildung eines Spaltes bzw. einer Höhle, dem intraembryonalen Zölom (steht zunächst mit dem extraembryonalen Zölom in Verbindung); das innere Blatt der Zölom- = Leibeshöhlenwandung (= viszerales M. = Splanchnopleura; s.a. Mesothel) umhüllt den primitiven, aus dem embryonalen Darmrohr hervorgehenden Verdauungstrakt, das äußere (= parietales M. = Somatopleura) ist Ausgangspunkt für die primitive Körperwand, deren Epidermis allerdings vom Ektoderm gebildet wird. – Das extra|embryonale M. entsteht am hinteren Pol der Keimscheibe aus einer Verdickung des Ektoderms u. breitet sich – die primäre Amnionhöhle u. den primären Dottersack umhüllend – unter dem Trophoblasten aus; zwischen Letzterem u. dem primären Dottersack bildet sich ein Spalt, ausgefüllt mit einem Zellnetzwerk entodermalen Ursprungs (= extraembryonales oder entodermales Retikulum); innerhalb des unter dem Trophoblasten gelegenen M. entwickelt sich eine Höhle (extraembryonales Zölom = Chorionhöhle), welche schließlich die Keimanlage samt Amnionhöhle u. primärem Dottersack umgibt; die Keimanlage bleibt nur an einer Stelle (Bereich des Haftstieles) mit dem Chorion in Verbindung; die große Höhle wandelt sich unter Auflösung des primären Dottersackes in den sek. Dottersack um. – Die Gliedmaßen werden durch Ausknospung des intraembryonalen M. gebildet.

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