Naturheilverfahren

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  • Naturheil|verfahren

i.w.S. alle Heilverfahren, die nicht der offiziellen bzw. ärztlichen Medizin zugerechnet werden. Naturheilverfahren sind beliebt, 73% der Bevölkerung in Deutschland (2002) wünschen, damit behandelt zu werden. Entsprechend der bei den Heilverfahren üblichen Unterscheidung zwischen ärztlicher Medizin, Behandlungen nach dem Heilpraktikergesetz und Selbstbehandlung (Handverkauf der Apotheken) wird bei den N. zwischen ärztlichen Verfahren, nichtärztlicher Behandlung u. Volksmedizin unterschieden. Die N. sind vor allem in der niedergelassenen Ärzteschaft integriert; rund 28 000 Ärzte sind in ärztlichen Fachgesellschaften für Akupunktur organisiert, 14 000 in Naturheilverfahren, 8 000 in Chirotherapie, 6 000 in Homöopathie u. mehr als 5 000 in sonstigen Verfahren der Komplementärmedizin. Unter N. im engeren Sinne (auch sog. klassische Naturheilverfahren) sind die Methoden zu verstehen, die in der Weiterbildungsordnung der Ärztekammern unter der Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren aufgeführt werden: Phytotherapie, Ordnungstherapie, ausleitende Verfahren, Ernährungstherapie, Bewegungs-, Atem-, Klima-, Thermo-, Hydrotherapie, Massage etc. Nach der Weiterbildungsordnung umfassen die N. im Rahmen der Gesamtmedizin die Anregung der individuellen körpereigenen Ordnungs- u. Heilkräfte durch Anwendung nebenwirkungsarmer oder -freier natürlicher Mittel. Die Bezeichnung Naturheilverfahren dürfen nur Ärzte führen, die nach abgeschlossener Ausbildung hierzu von der Ärztekammer benannt werden; dies gilt nicht für Heilpraktiker.

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