Paralyse, progressive

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Paralyse
  • P., progressive

  • Englischer Begriff: general p.; paralytic dementia

die 5–15–30 Jahre nach Erstinfektion durch massive Spirochäteninvasion in das Gehirn (v.a. Großhirnrinde) ausgelöste „spätsyphilitische“ Krankheit im Stadium IV, bei ♂ doppelt so häufig. Klinik: schleichend, Beginn mit Gedächtnisstörungen, Persönlichkeitsveränderung (Vernachlässigung), dann artikulatorische Sprachstörung (Silbenstottern, -schmieren), feines Vibrieren um die Mundwinkel, Argyll-Robertson-Phänomen (bei ca. 70%), Hyperreflexie, flüchtige Paresen, Anfälle, Dementia paralytica (unbehandelt Tod). Diagn.: Seroreaktionen in Blut u. Liquor positiv. – Auch als „P. galopans“ (Verlauf in wenigen Mon.) u. als „P. atypica“ (mit erhaltenem Intellekt, Lissauer-Paralyse); ferner die juvenile P. (Clouston 1877) bei konnataler Syphilis, beginnend meist im 2. Ljz., mit gehäuften Anfällen, Sehnervenatrophie, schnell fortschreitender Demenz, besonders ungünstiger Prognose.

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