Prostatakarzinom

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  • Prostata|karzinom

  • Englischer Begriff: carcinoma of the prostate

Abbildung   Tabelle

v.a. aus den hinteren Abschnitten der Prostata hervorgehendes Adenokarzinom. Zweit- bis dritthäufigste Krebserkrankung aller Männer in den westlichen Industriestaaten; Altersgipfel im 8. Ljz. (autoptisch wird bei etwa 40% aller Männer ein P. nachgewiesen, d.h. nicht alle „latenten“ Karzinome werden klinisch manifest). Ätiol.: u.a. hormonelle Faktoren. Klinik: in frühen Stadien häufig symptomlos; bei größeren Tumoren evtl. Zeichen einer benignen Prostatahyperplasie (verminderter Strahl, Pollakis-, Nykturie); Hämaturie oder Hämatospermie eher selten; evtl. Knochenschmerzen bei hämatogener Metastasierung. Diagn.: Früherkennungsuntersuchung (s.a. Schema): rektale Palpation; PSA im Serum (weitere Laboruntersuchungen: Blutbild, LDH, alkalische Phosphatase); transrektaler Ultraschall; Biopsie (ultraschallgesteuerte transrektale Stanzbiopsie; als „Mapping“-Biopsie Gewebeentnahme aus verschiedenen Anteilen der Prostata). Stadienfestlegung durch Ganzkörperszintigraphie, Röntgenthorax, Abdominalsonographie (Metastasierung v.a. in Skelett, Lunge), Lymphknotenstatus (Computer-, Kernspintomographie, Lymphographie). Klassifik.: Die Stadieneinteilung erfolgt nach einer Stadiengruppierung, die auf dem TNM-System u. dem Grad der Differenzierung beruht; eine weitere Klassifikation erfolgt nach dem amerikanischen System (Flocks bzw. Jewett u. Mitarb.); s.a. Tab. Ther.: je nach Tumorstadium; derzeit in allen Stadien in der Diskussion: lokal begrenztes P. (unterteilt in inzidentelles u. klinisch manifestes Karzinom): beobachtendes Zuwarten mit regelmäßigen Kontrollen („watchful waiting“; umstritten); radikale Prostatektomie (gilt weitgehend als Therapie der Wahl); evtl. perkutane oder interstitielle Strahlentherapie (als Alternative zur Operation); lokal fortgeschrittenes P.: radikale Prostatektomie (plus adjuvante hormonelle Therapie); evtl. alleinige Androgenblockade bzw. Strahlentherapie allein oder in Kombination mit einer Androgendeprivation; metastasiertes P.: Blockade der androgenen Stimulation operativ (bilaterale Orchiektomie) oder hormonell (u.a. mit Östrogenen; GnRH-Analoga; Antiandrogenen); ggf. Chemotherapie (bei Nichtansprechen auf hormonelle Behandlung).

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