Selektionstheorie 2)

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Selektionstheorie
  • 2)

  • Englischer Begriff: clonal selection theory of immunity

  • Fach: Immunologie

als Klon-Selektionstheorie von Burnet eine Synthese der Seitenketten-Theorie (der zufolge Immunzellen an ihrer Membranoberfläche antitoxische „Ketten“ besitzen, die nach Bindung von Toxinen die Synthese u. Freisetzung von Antitoxinen anregen) u. der Jerne-Theorie (der zufolge Antigene [AG] aus einem Pool natürlich vorgebildeter Antikörper [AK] nur Moleküle mit komplementären Bindungsstellen selektionieren, woraufhin – nach Phagozytose der entstandenen Immunkomplexe durch RES-Zellen – gemäß dem als wirksam erkannten AK als Reproduktionsmuster die Bildung identischer spezifischer Antikörper angeregt werde). Nach Burnet besitzen Lymphozyten an ihrer Oberfläche genetisch determinierte spezifische Rezeptoren jeweils für bestimmte körperfremde u. damit toxische Substanzen (AG); nach AG-Bindung durch die einem Zellstamm (Klon) angehörigen Zellen bzw. deren spezifische Rezeptoren setzen Vermehrung u. Differenzierung von Plasmazellen ein, die AK des Klons produzieren, wie sie dem Zellrezeptor entsprechen. Demnach verläuft die B-Zell-Differenzierung in 2 Stadien: In einem AG-unabhängigen Prozess erfolgt die Bildung bestimmter Zellklone, auf die dann eine Serie von Zellproliferationen u. von Differenzierungen folgt (in Richtung auf Entwicklung der einem bestimmten erkannten AG entsprechenden komplementären Rezeptoren); erneuter AG-Kontakt der Zellen führt zur Immunantwort. Die Fähigkeit zur Erkennung „selbst“ bzw. „nichtselbst“ (körpereigen bzw. -fremd) entwickelt sich in der sensitiven Phase der Embryonalperiode: Klone mit Spezifität gegen körpereigene Substanz gehen in der Folge der – wie bei einem AG erfolgenden – Bindung dieser Stoffe zugrunde. Eine spätere mutationsbedingte Entstehung von Klonen mit Spezifität gegen körpereigenes Eiweiß (sog. forbidden clones) hat Bildung von Autoantikörpern zur Folge.

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