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Strabismus concomitans

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Strabismus
  • St. concomitans

  • Synonyme: Begleitschielen; Heterotropie

  • Englischer Begriff: concomitant st

Abweichen der Augenachsen von der Parallelstellung beim Blick in die Ferne, wobei das schielende Auge den Bewegungen des gesunden Auges folgt. Tritt meist im 3.–4. Lebenjahr auf, als sensomotorisches Anpassungssyndrom des noch nicht voll reifen optischen Systems an eine angeborene, oft erbliche Störung der Koordination der Bewegungen beider Augen zusammen mit einer zentralen Schwäche der Fähigkeit zur Verschmelzung beider Netzhautbilder (Fusion). Meist auch mit Anomalien der Brechkraft (Refraktion); oft begünstigt durch äußere Faktoren (z.B. Infektionskrankheit, seelische Belastung). Infolge der sich entwickelnden anomalen Netzhautkorrespondenz fehlt – im Gegensatz zum Lähmungsschielen – die Wahrnehmung von Doppelbildern. Formen: tritt meist auf als horizontales Einwärtsschielen (St. c. convergens = St. internus = Esotropie), d.h. mit Abweichen des – meist hyperopen, oft astigmatischen – Auges nach innen (= Konvergenz der Blicklinien; positiver Schielwinkel). Seltener – v.a. infolge Fusionsmangels – als Auswärtsschielen (St. c. divergens = St. externus = Exotropie) mit Abweichen des – meist myopen – Auges nach außen (Divergenz der Blicklinien; negativer Schielwinkel). Beide Formen evtl. als manifester permanenter St. oder aber nur zeitweilig (periodischer St.; v.a. als akkommodativer St.); evtl. mit abwechselndem Fixieren durch eines der Augen ( St. alternans, v.a. bei akkommodativem St.) oder mit ständiger Bevorzugung eines Auges zum Fixieren („Führen“; = St. unilateralis) Im ersteren Fall kommt es zentralnervös zur Unterdrückung (Suppression) der Bildanteile des nicht fixierenden, in Schielstellung gehenden Auges bzw. bei „fixiertem“ einseitigen St. schließlich zu Sehschwäche des ständig unterdrückten Auges (= Amblyopia ex anopsia). Dies ist vermeidbar bei frühzeitiger Behebung der Schielamblyopie durch Schielbrille oder -kapsel, Okklusionsbehandlung, orthoptische Übungen oder durch Operation.

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