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Tabes dorsalis

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Tabes
  • T. dorsalis

  • Synonyme: Rückenmarksschwindsucht

  • Englischer Begriff: tabes dorsalis

Abbildung

(Romberg 1840, Duchenne 1858) Treponemen-bedingte Entzündung der Rückenmarkshinterwurzeln mit sekundärer, auch primär-zentripetaler Degeneration der Hinterstränge (zunächst der Goll-, später der Burdach-Stränge), die im Allgemeinen lumbal, ausnahmsweise auch zervikal oder thorakal beginnt. Ätiol.: Die Entmarkung (s. Abb.) ist Folge einer Syphilis, und zwar als quartäres Stadium 4–30 J. nach Erstinfektion oder als Spätstadium einer konnatalen Syphilis; oft als Taboparalyse. Klinik: Frühsymptome sind lanzinierende Schmerzen, Kältehyperpathie, „positiver Romberg,“, Verlust der Eigenreflexe (zunächst an Beinen = Erb-Westphal-Zeichen) mit Muskelhypotonie, Störung von Tiefensensibilität u. Vibrationsempfindung sowie spinaler Ataxie (Hinterstrang-Syndrom). Später reflektor. Pupillenstarre (Argyll-Robertson-Phänomen), Augenmuskellähmungen, Optikusatrophie, Sensibilitätsstörungen (Hitzig-Zone, Bulbussymptom) u. Blasenstörungen („Tabikerblase“: zunehmende Harnretention u. Blasenatonie als Folge der Sensibilitätsstörung); seltener schmerzhafte „tabische Krisen“ an inneren Organen u. troph. Störungen (Malum perforans, Arthropathia tabica). Evtl. atypische, d.h. oligosymptomat. oder aber galoppierende Form, auch spontaner Prozessstillstand. Diagn.: Syphilis-Reaktionen zu 70% sero-, zu 60% liquorpositiv; im Liquor außerdem Rundzell- (bis 50/3 Zellen) u. Gammaglobulin-Vermehrung (Linkszacke in der Kolloidkurve). Ther.: Penicillin.

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