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Senioren essen zu wenig

Ein zu niedriger Energiegehalt und eine schlechte Zusammensetzung der Mahlzeiten charakterisieren die Ernährung der meisten Senioren. Durch die Mahlzeiten bekommen sie nicht das, was sie dringend benötigen: eine bedarfsgerechte und ausreichende Nährstoffzufuhr. Häufig ist eine Mangelernährung die Folge. Im Alter geht zwar der Energiebedarf auf Grund der nachlassenden körperlichen Aktivität zurück, der Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und essentiellen Fettsäuren bleibt jedoch unverändert - der Proteinbedarf ist sogar erhöht. Der Anspruch an die Zusammensetzung der Nahrung steigt demnach, eine höhere Nährstoffdichte ist erforderlich.

Ursachen der Mangelernährung im Alter

Doch das, was Senioren tatsächlich verzehren, entspricht selten diesen Anforderungen. Milchsuppen, Pudding, zerkochtes Gemüse, wenig Fleisch und schon gar kein Fisch - so sieht die Ernährung häufig aus. Das Essen verliert an Bedeutung und macht keine Freude mehr. Das Einkaufen und die Zubereitung sind problembehaftet, frische Lebensmittel finden selten Verwendung, mehrfach gewärmte Speisen kommen immer wieder auf den Tisch. Zuhause lebende Senioren sind besonders von Untergewicht bedroht.

Einsamkeit verdirbt den Appetit, Medikamenteneinnahme, Probleme mit dem Kauapparat, vielfältige zusätzliche Erkrankungen und mangelnde Bewegung fördern die Beschränkung des Essens auf das Minimum. Geringer Fleischverzehr ist auch mit ein Grund für die unzureichende Proteinzufuhr, die bei 30 bis 65 Prozent der in Krankenhäusern aufgenommenen und 50 Prozent der in Pflegeheimen betreuten Senioren einen Eiweißmangel hervorruft.

Magere Senioren benötigen Astronautenkost

Kontinuierlich abnehmende und immer dünner werdende Senioren gelten bei uns als normal. In Pflegeinstitutionen mangelt es an Personal und damit an Zeit für die Betreuung bei den Mahlzeiten. Schluckstörungen rufen Angstzustände beim Essen hervor, aus dem Mund laufende Speisen führen dazu, dass hochbetagte Menschen aus Scham und Peinlichkeit in Gesellschaft der Mitbewohner kaum noch essen. So kommt es im Alter häufig zu einer Mangelernährung.

Erschreckender Weise beschränken sich viele Hausärzte auf das Verschreiben von Vitaminpräparaten, die keine Energie und keine Proteine liefern. Unverständlich ist ebenso, dass Astronautennahrung, die eine ideale Zusammensetzung an Nährstoffen liefert und auf die verschiedensten Krankheitsbilder abgestimmt ist, bisher kaum zum Einsatz kommt. Dabei ist dies eine einfache und zuverlässige Unterstützung für Senioren.

Mangelernährung im Alter vorbeugen

Einfache Methoden wie ein Blick in den Kühlschrank oder die Frage nach einer Veränderung der Kleidergröße liefern hilfreiche Informationen. Sollte eine orale Versorgung nicht mehr ausreichen, kann Sondenkost das Nahrungsdefizit ausgleichen. Eine akzeptable Lebensqualität bis ins hohe Alter ist nur möglich, wenn das Grundbedürfnis nach Nahrung zufriedenstellend gestillt ist. Das ist bei Senioren genauso wichtig wie bei Kindern, nur ist der Bevölkerung das nicht klar. Niemand darf Untergewicht als normale und zu akzeptierende Alterserschei nung abtun.

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Dätetik e.V. gibt Unterstützung über seinen Ernährungsmedizinischen Beratungsdienst.

Aktualisiert: 31.05.2012 – Autor: Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET)

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