Wohnen im Alter

Älteres Paar wohnt gemeinsam
© rawpixel

Im Alter in den vier Wänden sitzen? Einfach so weiterleben wie bisher? Das wollten die beiden Freundinnen Elsa und Uta nicht und gründeten vor 10 Jahren eine Wohngemeinschaft. Unabhängig von ihren Familien wollten sie etwas völlig Neues ausprobieren.

Einsamkeit als Risikofaktor für Demenz

Das Leben selber bestimmen – nicht einsam im anonymen Wohnblock leben – mit anderen reden, spielen, lachen. Dafür lohnt es sich noch einmal umzuziehen. Gerade der kommunikative Austausch ist gut für das seelische Gleichgewicht und die körperliche Gesundheit. US-Neuropsychologen wiesen in einer Studie mit mehr als 800 Senioren nach, dass Einsamkeitsgefühle Risikofaktor für Demenz sind.

Das Alleinsein spielt aber auch bei der Entwicklung von Schlafstörungen, psychosomatischen Erkrankungen, Depressionen, Herzinfarkt und Bluthochdruck eine Rolle. Umgekehrt hat ein intaktes, soziales Netz offenbar einen ähnlich positiven Einfluss auf den Blutdruck wie Gewichtsreduktion und regelmäßiger Sport.

Es gilt also, ein soziales Netzwerk zu schaffen. Für Elsa z. B. sind andere Menschen, die sie seelisch und körperlich brauchen, eine Motivation. Das Verhältnis von Geben und Nehmen sollte ausgewogen sein und dafür muss jeder Bewohner erwachsen uns selbstständig sein. Ihr Zusammenleben beruht auf einer ausgewogenen Arbeitsteilung. "Das heißt aber nicht, dass man dem andern nicht gerne hilft, wenn er mal krank ist", betont Uta.

Die Wohngemeinschaft

Wichtig in einer Wohngemeinschaft sind Rückzugsmöglichkeiten und gemeinschaftliche Aktivitäten. Wer eine WG neu plant, sollte auf die richtige Mischung von abgeschlossenen Wohnbereichen und gemeinsam genutzten Räumlichkeiten achten. Viele Senioren haben oft ein größeres Bedürfnis nach Privatsphäre als jüngere WG-Bewohner. Im Vergleich zu einem Seniorenheim können WG-Bewohner ihren Tagesablauf und ihre Lebensweise viel freier gestalten. Sie müssen sich nur an Termine halten, die sie selbst miteinander vereinbaren.

Dafür erfordern Senioren-WGs einige organisatorische Anstrengungen. Wer im Freundeskreis keine WG-Begeisterten hat, muss Mitgründer finden, die sich möglichst über Jahre gut verstehen. Ein gemeinsames Lebensthema ist eine gute Voraussetzung. Das kann die Reiselust genauso sein wie die Kinder, der ehemalige Beruf oder die Vorliebe für Kunst oder Kultur.

Möglichkeiten zum Kennenlernen bieten Kontaktbörsen für Senioren über Stadtteilzentren, Altenvereine oder Wohnberatungen. Selbst wenn das WG-Leben harmonisch beginnt, bleiben Meinungsverschiedenheiten nicht aus, wenn ausgeprägte Persönlichkeiten aufeinandertreffen. Aber gerade das Üben von Toleranz fördert noch einmal die eigene Entwicklung. Hilfreich kann auch eine begleitende Supervision sein, in der Konflikte unter fachlicher Leitung besprochen werden.

Das betreute Wohnen

Hier versucht man, die Vorteile des eigenen Haushalts mit denen eines Heims zu kombinieren. Qualifizierte Hilfe in Anspruch nehmen zu können, das gibt Älteren Sicherheit. Seniorengerechte Wohnungen finden sich meist in einer Wohnanlage, die speziell für ältere Menschen geplant wird.

Aktualisiert: 26.09.2016

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?