Chirotherapie, manuelle Medizin, Osteopathie und Chiropraktik - ist das alles das Gleiche?

Chirotherapie am Rücken © rawpixel

Immer wenn die Hände zur Untersuchung und Behandlung eingesetzt werden, kann man von einer manuellen Behandlung sprechen – dieser Begriff ist weder nur für eine bestimmte Form der Therapie reserviert noch sagt er etwas über die Ausbildung des Behandelnden aus. Bei der manuellen Medizin hingegen handelt es sich um eine Behandlungsform, die Ärzten vorbehalten ist, die eine bestimmte Zusatzausbildung absolviert haben. Im deutschen Sprachraum wird die manuelle Medizin auch Chirotherapie genannt – manuelle Medizin und Chirotherapie sind also das Gleiche.

Was verbirgt sich hinter den verschiedenen Begriffen?

Während also die Chirotherapie von Ärzten ausgeübt wird, dürfen sich Heilpraktiker, aber auch andere Nichtärzte mit einer Zusatzausbildung in manuellen Handgrifftechniken Chiropraktiker nennen, sie üben Chiropraktik (oder Chiropraxis) aus.

Eine Weiterentwicklung der Chiropraktik stellt die Kinesiologie mit ihren vielfältigen Unterformen (z.B. Touch for Health, Applied Kinesiology, Brain-Gym, Psychokinesiologie) dar. Einige Formen werden von ausgebildeten Ärzten, Chiropraktikern und Physiotherapeuten ausgeübt, andere auch von gesundheitsbewussten Laien.

Als manuelle Therapie hingegen werden verschiedenste Behandlungsformen bezeichnet und zwar sowohl bestimmte, von den ärztlichen Chirotherapeuten an speziell ausgebildete Physiotherapeuten (Krankengymnasten) delegierte Behandlungsmaßnahmen der manuellen Medizin, als auch diverse manuelle Behandlungen, die nichts mit Chirotherapie zu tun haben, sondern bei denen die Hände therapeutisch eingesetzt werden - bei dieser Formulierung sollte man also genau den Inhalt hinterfragen.

So gehören auf der einen Seite verschiedenste Krankengymnastik-Techniken zu der manuellen Therapie, u.a. die Techniken nach Brügger, Brunkow, Cyriax, Janda, Maitland und McKenzie. Andererseits ist eine weitere, sehr verbreitete manualtherapeutische Methode die Osteopathie mit den Unterformen parietale Osteopathie, Viszeralosteopathie und Kranio-Sakral-Osteopathie (Kraniosakraltherapie).

Osteopathie in Amerika als Medizinform anerkannt

Während die Osteopathie in Amerika als Medizinform anerkannt ist - an einigen Universitäten wird also Medizin nach osteopathischen Vorstellungen gelehrt -, existiert in Großbritannien ein eigener Berufszweig neben Ärzten, Chiropraktikern und Physiotherapeuten. In Deutschland ist weder die Ausbildung noch die Ausübung der Osteopathie einheitlich geregelt, so dass man sich im Einzelfall genau über die Ausbildung seines Therapeuten informieren sollte.

Daneben gibt es noch diverse, eher regionale Formen der manuellen Behandlung. In Deutschland gehört z.B. die Dorn-Therapie oder die manuelle Neurotherapie dazu, aus Australien stammt das Bowtech, aus Amerika das Rolfing. Sie sind nicht so weit verbreitet, die Ausbildung wird von verschiedenen Anbietern durchgeführt, eine spezielle Vorbildung ist meist nicht nötig.

Aktualisiert: 07.03.2014 – Autor: Nathalie Blanck

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