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Patientenverfügung – Sterbehilfe

Indirekte Sterbehilfe – was ist das?

Was genau ist mit passiver beziehungsweise mit indirekter Sterbehilfe gemeint? Bei der indirekten Sterbehilfe ist eine gezielte fachgerechte Schmerz- und Symptombehandlung, die ein lebensverkürzendes Risiko in sich trägt, erlaubt.

Ein todkranker Patient kann zum Beispiel auf eigenen Wunsch – auch, wenn dieser in der Patientenverfügung steht – tägliche Dosen Morphium verabreicht bekommen, was aber unter Umständen den Tod schneller herbeiführt ("palliative Sedierung").

Was ist passive Sterbehilfe?

Als passive Sterbehilfe bezeichnet man das Zulassen des Todes aufgrund von Alter oder Krankheit, indem man auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet. Schmerzlinderung und die grundlegende Pflege finden dabei aber weiterhin statt. Beispiele für die passive Sterbehilfe sind der Verzicht auf:

  • künstliche Beatmung
  • künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
  • bestimmte Medikamente
  • eine Dialyse
  • Reanimation

Ist das rechtlich erlaubt oder nicht?

Die indirekte Sterbehilfe ist nicht strafbar, da sie unter die Behandlung fällt, bei der die Lebensverkürzung als unbeabsichtigte Nebenfolge auftritt.

Erlaubt ist ebenfalls die passive Sterbehilfe. Auf den ausdrücklichen und unmissverständlichen Wunsch des Patienten dürfen und müssen Ärzte eine lebensverlängernde Behandlung abbrechen oder von Anfang an unterlassen. Dies ist Sterbehilfe durch Sterbenlassen. Es muss jedoch deutlich werden, dass der Patient die Folgen seiner Entscheidung versteht und befürwortet.

Wichtig ist, dass eine menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege, das Lindern von Schmerzen, Atemnot und Übelkeit sowie Stillen von Hunger und Durst, gewährleistet sind. Jedoch wird auf die Überführung in eine Intensivstation verzichtet, eine bereits begonnene Therapie abgebrochen oder eine weitere Behandlung unterlassen.

Aktive Sterbehilfe: In Deutschland verboten

Die aktive Sterbehilfe ist strafbar – auch wenn der Patient es ausdrücklich wünscht. Setzt zum Beispiel ein Arzt dem Leiden eines Patienten mit einer tödlich wirkenden Dosis Morphium ein Ende, so ist dies aktive Sterbehilfe. Aktive Sterbehilfe zum Zweck der schmerzlosen Tötung eines Sterbenden ist widerrechtlich; wird sie gar gegen den Willen des Patienten ausgeführt, wird dies als Mord geahndet.

Ist die Sterbehilfe geleistet worden, weil der Patient ausdrücklich darum gebeten hat, dann wird dies nach § 216 Strafgesetzbuch als Tötung auf Verlangen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Aktive Sterbehilfe legalisieren?

In Belgien, Luxemburg und den Niederlanden ist die aktive Sterbehilfe bereits gesetzlich erlaubt. Auch in Deutschland regt sich der Gedanke, dass Patienten selbst entscheiden können sollten, wann es für sie Zeit ist, zu gehen. Bislang haben ethische sowie gesetzliche Debatten jedoch noch zu keiner Entscheidung geführt.

Aktualisiert: 14.06.2018 – Autor: bo, überarbeitet: Nadja Weber

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