Beipackzettel

Zugegeben: Sie sind etwas lästig, diese kleingefalteten, dünnen Packungsbeilagen in der Medikamentenpackung, doch es empfiehlt sich dennoch, einmal genauer hineinzuschauen. Denn auf dem Beipackzettel stehen für Sie wichtige Informationen, die Sie vor und bei der Einnahme beachten sollten.

Zusammensetzung

Unter diesem Punkt sind Wirkstoffe nach ihrer Art und Menge aufgelistet. Andere Bestandteile wie Geschmacksverbesserer, Salbengrundlagen, Farb- und Füllstoffe müssen zwar vom Hersteller aufgeführt, jedoch nicht mit Mengenangabe versehen werden.

Dosierungsanleitung und Art der Anwendung

Hier geht es nicht nur um die Höhe der einzunehmenden Dosis, die Häufigkeit der Einnahme, sondern auch um die Dauer einer Anwendung. Manche Medikamente werden nur nach Bedarf genommen (z. B. Schmerzmittel), während andere durchgehend aufzubrauchen sind (z.B. Antibiotika).

Zeitpunkt der Anwendung

Oft findet sich eine zusätzliche Angabe, wann sie im Idealfall eingenommen werden sollen. Manche entfalten ihre Wirkung nur dann vollständig, wenn sie mit etwas Flüssigkeit oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Ganz wichtig ist deshalb, die Packungsbeilage genau zu lesen, sonst kann die Wirkung des Medikamentes unter Umständen beeinträchtigt werden. Was bedeuten die Zeitangaben der Anwendungsvorschrift?

  • Vor dem Essen: etwa eine halbe Stunde vor dem Essen.
  • Zum Essen: etwa zur Mitte der Mahlzeit.
  • Unmittelbar nach dem Essen: innerhalb von 30 Minuten nach dem Essen.
  • Nach dem Essen: zwei Stunden nach der Mahlzeit.
  • Einmal täglich: täglich zur gleichen Uhrzeit. Den besten Zeitpunkt können Sie der Packungsbeilage entnehmen. Steht nichts dabei, ist der Einnahmezeitpunkt egal.
  • Zweimal täglich: im Abstand von zwölf Stunden.
  • Dreimal täglich: im Abstand von acht Stunden.

Gegenanzeigen

Darunter versteht man Erkrankungen und sonstige Umstände, unter denen das Medikament nicht angewendet werden darf. So stellen z. B. Schwangerschaft, Stillzeit, chronische Grunderkrankungen oder eine Immunschwäche Gegenanzeigen für bestimmte Arzneimittel dar.

Wechselwirkungen

Ein Arzneimittel kann die Wirkstärke und -dauer anderer Präparate beeinflussen, teilweise aufheben, oder verstärken. Medikamente bei denen besondere Vorsicht angeraten ist, sind blutverdünnende Mittel, Antidepressiva, orale Kontrazeptiva (Pille), Schmerzmittel, einige Antibiotika, Antiepileptika oder Antidiabetika. Um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden empfiehlt es sich, bei einem Arztbesuch (vor allem beim ersten Besuch) dem Arzt mitzuteilen, welche Medikamente man ständig oder momentan einnimmt.

Bei Unsicherheiten kann auch die Apotheke Auskunft über die so genannten Interaktionen erteilen. Übrigens: Auch Lebensmittel können mit einem Arzneimittel interagieren so z. B. Kaffee, Grapefruitsaft, Milch, Lakritze und nicht zu vergessen Alkohol.

Nebenwirkungen

Hier werden alle unerwünschten Wirkungen des Präparats aufgelistet – sofern bekannt. Das heißt jedoch nicht zwingend, dass Nebenwirkungen auftreten müssen - nichts davon bekommen Sie "zwangsläufig"! Die gesetzlichen Vorgaben verpflichten den Hersteller aber, alle einmal aufgetretetenen Nebenwirkungen auszuweisen. Was bedeuten eigentlich die Häufigkeitsangaben bei den Nebenwirkungen? 

  • Sehr Häufig = mehr als 10%
  • häufig = weniger als 10%, mehr als 1%
  • gelegentlich = 0,1 - 1%
  • selten = weniger als 0,1%, mehr als 0,01%
  • sehr selten = weniger als 0, 01 %
  • Einzelfälle = Einzelfallmeldungen, noch nicht auswertbar

Eine Nebenwirkung ist also eine normalerweise unerwünschte Wirkung eines Medikamentes, eine so genannte unerwünschte Arzneimittelwirkung. Das Spektrum ist dabei sehr breit, es reicht von leichter Übelkeit bis hin zu lebensbedrohlichen Reaktionen wie z. B. einem anaphylaktischen Schock. Nebenwirkungen werden aber nicht nur durch den Wirkstoff, sondern auch durch den Anwender selbst verursacht. So sind eine falsche Dosierung, Einnahmefehler bzw. das Nichtbeachten möglicher Wechselwirkungen mögliche Ursachen für Nebenwirkungen.

Fazit

Falls Ungewissheiten zu einzelnen Punkten auf dem Beipackzettel entstehen, sprechen Sie ruhig Ihren Arzt oder Apotheker an. Je mehr Informationen Sie haben, desto gezielter und sicherer können Sie Ihre Medikamente einsetzen.

Aktualisiert: 01.09.2016

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