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Sichere Medikamenteneinnahme: Zeitpunkt

Die Funktionen unseres Körpers unterliegen einem zeitlichen Rhythmus, der "inneren Uhr". Genau wie die normalen Funktionen des Körpers tageszeitlichen Schwankungen unterliegen, kann auch die Störung dieser Funktionen – also Krankheit – zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Wann treten Krankheitssymptome auf?

  • Die Körpertemperatur und auch der Blutdruck ist zum Beispiel am frühen Nachmittag am höchsten, während die Leberdurchblutung dann am geringsten ist.
  • Das körpereigene Kortison wird vorwiegend in den frühen Morgenstunden produziert.
  • In der Nacht fällt der Blutdruck leicht ab, die Herzschlagfrequenz wird langsamer und die Körpertemperatur ist herabgesetzt.
  • Herzinfarkte treten morgens zwischen acht und zwölf Uhr am häufigsten auf.
  • Asthma-Anfälle ereignen sich zu über 80 Prozent nachts und am frühen Morgen.
  • Das Schmerzempfinden ist am frühen Nachmittag am geringsten – beim nächsten Zahnarzttermin sollte man das berücksichtigen!

Aber auch längerfristige Rhythmen von Krankheiten sind möglich. Bekanntestes Beispiel einer saisonalen Krankheit ist wohl die Winterdepression.

Unser Körper lebt nach seiner eigenen inneren Uhr. Da liegt es auf der Hand, dass auch der Eingriff in diese Tagesrhythmen mit Medikamenten stark von der Einnahmezeit abhängt. Morgens, mittags und abends eine Tablette – jeder kennt diese Einnahmeanweisungen für Medikamente. Aber wie wichtig ist eigentlich die Einhaltung dieser Regeln?

Richtiger Zeitpunkt und Anwendungsdauer

Die meisten Medikamente müssen, damit sie optimal wirken können, zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt eingenommen werden; bei einigen Medikamenten ist außerdem das Einnahmeintervall wichtig. Bei einigen Arzneimitteln ist es entscheidend, dass sie über einen gewissen Zeitraum konsequent eingenommen werden.

  • Ein Beispiel sind Antibiotika, die immer ausreichend lange zu nehmen sind. Dies ist zum einen für den Therapieerfolg der Behandlung wichtig, zum anderen soll einer möglichen Resistenzentwicklung von Erregern vorgebeugt werden.
  • Da die meisten Asthma-Anfälle nachts auftreten, kann man sich mit einer Tabletteneinnahme am Abend am besten davor schützen.
  • Anders ist es bei Mitteln gegen zu hohen Blutdruck: Der Blutdruck ist normalerweise tagsüber höher als nachts. Daher sind blutdrucksenkende Medikamente morgens eingenommen besonders wirksam. Auch brechen viele Patienten die Einnahme ab, weil sie sich besser fühlen. Ein plötzliches Abbrechen kann für den Patienten jedoch gefährlich werden, da der Blutdruck unnatürlich hoch ansteigen kann.
  • Ein weiteres Beispiel lässt sich bei Patienten zeigen, die unter zu viel Magensäure leiden. Die Magensäureproduktion ist nämlich abends deutlich höher als morgens. Hinzu kommt, dass während der Nachtstunden der schützende Einfluss der Nahrung, die einen Teil der Säure bindet, wegfällt. Ein Mittel gegen zu viel Magensäure sollte man daher immer abends, einige Zeit nach der letzten Mahlzeit einnehmen.
  • Medikamente wie zum Beispiel die Minipille müssen jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden.
  • Wird ein Medikament etwa 20 Minuten nach der Einnahme erbrochen, ist die Wirkung nicht mehr garantiert. Unter Umständen ist es nötig, eine neue Dosis zu verabreichen.

Welchen Einfluss hat die Nahrung ?

Aber nicht nur bei Magenmitteln haben die Mahlzeiten einen Einfluss auf die Wirksamkeit. In der Regel ist es so, dass ein Arzneimittel – auf nüchternen Magen genommen – schneller und besser vom Körper aufgenommen wird und so auch die Wirkung früher einsetzt. Aber auch von dieser Regel gibt es Ausnahmen, bei denen es sich genau umgekehrt verhält.

Zusätzlich ist zu beachten, dass Arzneimittel, die auf den Magen schlagen, was zum Beispiel bei einigen Schmerzmitteln der Fall ist, zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen weniger Probleme bereiten. Bei solch komplizierten Zusammenhängen lassen sich nur schwer allgemeingültige Regeln aufstellen. Am besten lässt man sich im Einzelfall für jedes Medikament beim Arzt oder in der Apotheke den optimalen Einnahmezeitpunkt erklären.

Aktualisiert: 28.06.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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