Holunder – Blüten gegen Erkältungen

Holunderblüten © RitaE@pixabay

Schon die griechischen Ärzte im Altertum nutzten Holunder als Heilkraut. Diokurides, einer der berühmtesten Pharmakologen des Altertums, empfahl die Wurzel des Holunders bei Wassersucht und seine Blätter bei Entzündungen. Dass jedoch die innere Rinde der Pflanze, von unten nach oben geschabt, als Brechmittel wirke und, von oben nach unten geschabt, als Abführmittel, hat sich eindeutig als Aberglaube erwiesen. Heute wird Holunder vor allem gegen Erkältungen eingesetzt.

Inhaltsstoffe von Holunder

Vorsicht geboten ist bei rohen, unreifen Holunderbeeren, denn sie enthalten das giftige, Blausäure abspaltende Sambunigrin, das zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Auch in Blättern und Rinde findet sich Sambunigrin in hoher Konzentration. Dieser Stoff verliert erst durch Erhitzen seine Wirkung.

Die vollreifen Beeren sind jedoch auch im Rohzustand unbedenklich. In den Blüten und Früchten findet am außerdem Flavonoide wie Rutin oder Isoquercetrin als Hauptinhaltstoffe, die Blüten enthalten außerdem einen geringen Anteil an Gerbstoffen.

Heilwirkung von Holunder

In der Volksmedizin werden Holunderblüten innerlich als schweißtreibendes Mittel bei Erkältung eingesetzt. Es wird empfohlen, größere Mengen eines heißen Teeaufgusses zu trinken, besonders gegen Abend. Allerdings konnte die Wissenschaft bisher keinen Wirkstoff mit direkter schweißtreibender Wirkung im Holunder nachweisen. Man nimmt aber an, dass die Heilpflanze die Erregbarkeit der Schweißdrüsen für Wärmereize steigert – und außerdem wird das Schwitzen wohl auch einfach durch die heiße Flüssigkeit ausgelöst. Darüber hinaus wirken Holunderblüten auswurffördernd bei Husten und harntreibend.

Äußerlich werden sie zur Herstellung von Gurgelwässern und Bädern verwendet; hierbei kommt vermutlich die zusammenziehende Wirkung der Gerbstoffe zur Geltung.

Die schmackhafteste Variante der vitamin- und mineralstoffreichen Früchte sind vermutlich Säfte und Marmeladen. Der Saft wird in der Volksheilkunde ebenfalls als schweißtreibendes Mittel, aber auch als Abführmittel oder gegen Ischiasschmerzen und Neuralgien eingesetzt. Die Anwendung von Blättern und Rinde ist aufgrund der Giftigkeit nicht zu empfehlen. Homöopathische Zubereitungen werden nach dem Homöopathischen Arzneibuch bei Entzündungen der Atemwege verabreicht.

Zubereitung von Holundertee

Hier finden Sie eine Anleitung für die Zubereitung eines schmackhaften Holundertees:

  • Übergießen Sie je Tasse zwei Teelöffel Holunderblüten mit kochendem Wasser.
  • Lassen Sie den Tee fünf Minuten lang ziehen.
  • Trinken Sie mehrmals täglich, besonders abends, ein bis zwei Tassen so heiß wie möglich.

Auch zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten eignet sich der Tee: Hierfür wird ein Teelöffel Holunderblüten je Tasse verwendet; der Aufguss wird dann zwei Wochen lang zweimal täglich mäßig warm getrunken.

Schwarzer Holunder: Herkunft und Ernte

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) wächst an den Waldrändern oder Kahlschlägen in ganz Europa sowie in Teilen von Afrika und Asien. Er kommt als Strauch oder Baum vor, die gelblich weißen Blüten riechen aromatisch süß. Aus ihnen werden dann schwarze, kirschkerngroße Beeren.

Nach dem Europäischen Arzneibuch sind sowohl die Blüten (Sambucus flos) als auch die Beeren (Sambucus fructus) und die Blätter (Sambucus folium) zur Verwendung geeignet.

Geerntet werden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Blüten und Blätter pflückt man bereits bei Beginn der Blütezeit im Juni, die Beeren dagegen erst, wenn sie tiefschwarz sind.

Aktualisiert: 07.05.2018 – Autor: gesundheit.de

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