Kümmel und Kreuzkümmel

Kümmel © istockphoto, morisfoto

Kümmel und Kreuzkümmel werden in der Alltagssprache oft miteinander verwechselt. Die Namen lassen darauf schließen, dass Kreuzkümmel eine Unterart von Kümmel ist. Zwar sind Kümmel und Kreuzkümmel beide Doldenblütler und nah miteinander verwandt, doch wer schon einmal beim Kochen Kümmel durch den vom Rezept vorgegebenen Kreuzkümmel ersetzt hat, kennt den großen geschmacklichen Unterschied der beiden Gewürze.

Kümmel und Kreuzkümmel sind unterschiedlich!

Zwar sind sowohl Kümmel als auch Kreuzkümmel uralte, seit Jahrtausenden bekannte Gewürze – doch finden sie in unterschiedlichen Erdteilen Verwendung in verschiedenen landestypischen Gerichten.

  • Kümmel hat seit jeher einen angestammten Platz auf europäischen Speiseplänen von den Niederlanden bis hin nach Sibirien. 
  • Kreuzkümmel hingegen ist fester Bestandteil vieler Rezepte Indiens, Südamerikas, Chinas, Nordafrikas, des Nahen Ostens sowie der Türkei und Griechenlands.

Kümmel hat den Vorteil, dass er durch seinen milden Geschmack mit vielen anderen Gewürzen kombinierbar ist. Damit passt Kümmel besonders gut zu Kohl, Braten oder generell Fleischgerichten, frischem Brot sowie Suppen und Salaten.

Kreuzkümmel hingegen hat einen starken Eigengeschmack, der sich nicht immer mit anderen Gewürzen verträgt. Hierzulande kommt unser Gaumen vor allem durch Speisen wie Chili con Carne oder Falafel in den Genuss von Kreuzkümmel.

Wirkung von Kreuzkümmel und Kümmel ähnlich

Kümmel und Kreuzkümmel können auf eine lange Tradition als Heilpflanzen zurückblicken. Köche rund um den Globus wissen um die appetitanregende Wirkung beider Gewürze. Kreuzkümmel und Kümmel kurbeln den Stoffwechsel an, beeinflussen die Verdauung indem sie Gallen- und Magensaftsekretion anregen, und helfen gegen Krämpfe, Blähungen und Koliken.

Da Kümmel und Kreuzkümmel beide ätherische Öle enthalten, üben sie zudem eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Pilze aus. Kümmel ist in Deutschland eines der meist verbreiteten natürlichen Mittel gegen Blähungen und wird teilweise schon Babies verabreicht. Um unbekömmliche Speisen zu verdauen, war es früher oft üblich, nach einer schweren, fettreichen Mahlzeit Kümmel mit etwas Zucker zu sich zu nehmen.

Stillende Mütter schätzen die milchtreibende Kraft von Kümmel (Kümmel-Präparate in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Absprache mit einem Arzt konsumieren!). Zudem soll Kümmel gegen Kopfschmerzen und Zahnschmerzen helfen. Ebenso wird er, wie auch der Kreuzkümmel, bei Menstruationsbeschwerden sowie Husten und Atemwegserkrankungen eingenommen.

Kümmel gegen Blähungen

Schon die Römer wussten um die positive Wirkung von Kümmel bei Blähungen. Fast alle Naturheilmittel gegen Blähungen enthalten deswegen Kümmel. In Drogerien und Reformhäusern kann man Teemischungen mit Kümmel, Anis und Fenchel kaufen. Kümmel-Tee ist auch für Drei-Monats-Koliken bei Säuglingen geeignet. Auch bei anderen Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl oder Magenkrämpfen kann Kümmel-Tee Abhilfe verschaffen und zudem für einen frischen Atem sorgen.

Kümmel-Tee selbst machen

Wer Kümmel-Tee selbst machen möchte, sollte pro Tasse ein bis zwei Teelöffel ganzer Kümmelkörner (sollen eine bessere Wirkung gegen Blähungen haben als gemahlener Kümmel) kurz aufkochen lassen. Anschließend den Sud etwa zehn Minuten ziehen lassen und abgießen.

Den Tee kann man zweimal täglich trinken. Tipp: Besser dem Kümmel-Tee eine Viertel Knolle Fenchel beigeben als süßen, das erhöht die Wirkung. Alternativ kann Kümmel -Öl (ein bis zwei Tropfen) bis zu dreimal täglich auf ein Stück Zucker geträufelt und verzehrt werden.

Kümmel sollte jedoch nicht in hohen Maßen über längere Zeiträume eingenommen werden, da sonst Leber und Nieren Schaden nehmen können.

Kreuzkümmel Rezept: Couscous mit Gemüse

Für drei Personen benötigen Sie:

  • 200g Couscous
  • 300g Kartoffeln
  • 250g Zucchini
  • 250g Möhren
  • 1 Dose Kichererbsen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Tomaten
  • 30g Rosinen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL frisch gepresster Limonensaft
  • 450ml Gemüsebrühe
  • Zum Abschmecken: Kreuzkümmel, Pfeffer, Salz, Kurkuma, Koriander, Zimt

Kartoffeln, Möhren, Zucchini, Zwiebeln und Knoblauch würfeln und in einem Suppentopf mit erhitztem Olivenöl unter Rühren andünsten. Nun wird das Gemüse bei niedriger Temperatur mit einem Deckel gegart, dabei gelegentlich umrühren.

In der Zwischenzeit die Kichererbsen in ein Sieb abgießen und unter fließendem Wasser so lange waschen, bis das Abgießwasser rein bleibt, dann zum Gemüse geben. Tomaten würfeln und mit Rosinen ebenfalls unter das Gemüse mischen. Kräftig würzen, dann 150ml der Gemüsebrühe beigeben und zugedeckt zehn Minuten weiterköcheln lassen.

Die restliche Gemüsebrühe wird aufgekocht und über das in eine Schüssel gefüllte Couscous gegossen, ca. fünf bis zehn Minuten quellen lassen. Kurz vorm Servieren den Limonensaft beigeben.

Traditionell wird das Gericht auf einer Platte angerichtet, wobei das Gemüse den Couscous umrahmt.

Aktualisiert: 19.10.2018 – Autor: Daniela Heinisch

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