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Naturheilverfahren: Auf Rezept? Fragen Sie Ihren Arzt und Ihre Krankenkasse!

Wohltuende Behandlung nach Naturheilverfahren © istockphoto, Antonio_Diaz

Fast 70 Prozent der Deutschen stehen natürlichen Heilverfahren positiv gegenüber. Immer mehr Kranke besuchen einen der rund 7.500 deutschen Heilpraktiker. Auch in viele Hausarztpraxen haben Naturheilverfahren Einzug gehalten. Doch wer sich homöopathisch behandeln lassen will, sollte die Finanzierung vorher mit der Krankenkasse abklären. Denn meist ist er auf deren Kulanz angewiesen.

Naturheilverfahren auf Rezept?

Nach dem Fünften Sozialgesetzbuch müssen die Kassen "besondere Therapierichtungen" zwar angemessen berücksichtigen, doch gibt es hier Raum für Interpretation. Gesetzliche Kassen zahlen in der Regel nur, wenn der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen, der alle medizinischen Therapien begutachten muss, die Methoden ausdrücklich empfiehlt. Die privaten Krankenversicherungen zahlen oft ohne diese Empfehlung.

Im Fall der Akupunktur z.B. haben sich die Kassen ein Hintertürchen offen gelassen: Sie können die Kosten für die beliebte chinesische Nadelmethode im Rahmen von Modellversuchen bei chronische Kopfschmerzen, Lendenwirbelsäulenschmerzen und Schmerzen bei Gelenkerkrankungen übernehmen.

Für andere Heilverfahren ist dieses Vorgehen zwar grundsätzlich auch möglich, wird aber nicht praktiziert. Außerdem muss ein zugelassener Kassenarzt die Behandlung verschreiben. Die Behandlung durch einen Heillpraktiker zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nicht.

Fragen Sie Ihren Arzt und Ihre Krankenkasse

  • Bitten Sie Ihre Kasse um eine Liste der erstattungsfähigen Therapien.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Sachbearbeiter, ob die Kasse die Kosten auch in Ihrem Fall übernimmt.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt einen Diagnose- und Therapiebericht geben und reichen Sie diesen bei Ihrer Kasse ein.
  • Bitten Sie die Krankenkasse vor der Behandlung um eine schriftliche Bestätigung der Kostenerstattung.
  • Erkundigen Sie sich beim Vertrauensapotheker Ihrer Krankenkasse, welche Medikamente bezahlt werden.
  • Klären Sie, ob Sie an einem Modellprojekt teilnehmen können, das eine Behandlung nach der von Ihnen gewünschten Methode untersucht.

Auch wenn die Situation im deutschen Gesundheitswesen derzeit sehr angespannt ist, gibt es Naturheilverfahren, bei denen die Krankenkassen mindestens einen Teil der Kosten übernehmen. Umfang und Dauer der Kostenübernahme sollte aber in jedem Fall vorher abgesprochen werden.

Aktualisiert: 11.07.2018 – Autor: Udo Schmidt

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