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Pilze gegen Krankheiten: Können Pilze Krankheiten vorbeugen und heilen?

Pilze © RitaE@pixabay

"Die auf lebenden und gefällten Bäumen wachsenden Pilze sind ziemlich geeignet, für den Genuss und bisweilen auch für die Medizin.“ Dies schrieb vor rund 850 Jahren Hildegard von Bingen. Schon seit mehreren tausend Jahren setzen die Chinesen bestimmte Pilze bei Krankheiten ein. In Deutschland beschäftigen sich Wissenschaftler erst seit wenigen Jahren mit der heilenden Wirkung von Pilzen.
In Pilzen, wie sie Ärzte im Fernen Osten schon seit langem als Heilmittel einsetzen, kann auch für die westliche Medizin ein enormes Potenzial stecken – besonders in der Krebstherapie. Darauf wies 2002 die britische Krebsforschungsorganisation Cancer Research UK in einem Bericht hin.

"Wer Pilze isst, lebt länger"

"100 Gramm – oder weniger – Pilze täglich können dabei helfen, Brustkrebs vorzubeugen“, erklärte Dr. Shiuan Chen vom Beckman Research Institute in Duarte, Kalifornien. Sie ist Autorin einer Studie, die sich mit der Wirkung von Pilzen beschäftigt.

Pilzextrakte greifen in den Stoffwechsel der Aromatase ein – Enzym, das den Körper dabei unterstützt, Östrogen zu produzieren. Und Östrogen brauchen Tumore, um zu wachsen. Chen und ihre Kollegen untersuchten sieben Pflanzenextrakte auf ihre Fähigkeit, Aromatase zu blockieren. Der Champignon zeigte das beste Ergebnis. (aus: Cancer Research, 15. Dezember 2006)

"Für die Krankheitsverbeugung und Therapie kommen einerseits Kulturspeisepilze und zum anderen so genannte Heilpilze in Frage. Die bisher kaum beachteten Nährstoffeigenschaften der Kulturspeisepilze (sie enthalten wenig Kalorien, Purine und Natrium und viel Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien) machen sie zum wertvollen Bestandteil einer gesunden, krankheitsvorbeugenden Ernährung. Andere Großpilze wie z.B. der Glänzende Lackporling, Shiitake, Maitake, das Judasohr wurden – ähnlich wie Heilpflanzen - in der Volksheilkunde eingesetzt.“ Dies schreibt der unter Pilzforschern – den Mykologen - bekannte Prof. Dr. Dr. h. c. Jan I. Lelley, geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für angewandte Mykologie und Umweltstudien (GAMU) und des Instituts für Pilzforschung.

Lelley hat sich 1982 an der Universität zu Bonn für das Fach Mykologie, insbesondere angewandte Mykologie, habilitiert und wurde 1987 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Seit 1982 hält er Vorlesungen an der Landwirtschaftlichen Fakultät über angewandte Mykologie. Seit 1978 beschäftigt er sich mit der Heilkraft der Pilze. Lelley ist von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Fachgebiet landwirtschaftliche Sonderkulturen - Pilzanbau. Die Menschen vertrauen laut Prof. Lelley seit mehreren Jahrtausenden auf die natürliche Heilkraft gegen die Volkskrankheit Nummer eins, die Allergien. "Wer Pilze isst, lebt länger", sagt Lelley.

Aktualisiert: 09.05.2012 – Autor: bo

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