Glückliche Menschen werden seltener krank

Glückliche Frau © rawpixel

Forscher von der Universität von Wisconsin haben herausgefunden, dass zwischen den Gefühlen und dem Immunsystem ein direkter Zusammenhang besteht: Optimismus stärkt die Immunabwehr. Eine bestimmte Hirnregion, der präfrontale Kortex, beeinflusst die Abwehrkräfte. Und: Wer viel lacht, kurbelt die körpereigene Hormonproduktion an, Hormone, die Stress abbauen und Schmerzen lindern. Warum Lachen so gesund ist.

Emotionen beeinflussen das Immunsystem

"Sie sind aber schnell wieder gesund geworden", lobt der Arzt seine Patientin. "Ja, ich habe mich auch streng an das gehalten, was auf der Medizinflasche stand." – "Und was stand da?" – "Flasche fest verschlossen halten." Wenn Sie jetzt ein wenig geschmunzelt haben, könnte man diese Hirnaktivität aufzeichnen.

Bei positiven Emotionen wie Glück, Lachen oder Begeisterung ist die Großhirnrinde direkt hinter der Stirn, der präfrontale Kortex, daran stark beteiligt. Zum ersten Mal haben Wissenschaftler gezeigt, wie das Immunsystem von Emotionen beeinflusst wird.

Mehr Antikörper bei positiver Stimmung

Richard Davidson von der Universität Wisconsin hat dies bei 52 Testpersonen getan. Seine Studie, über die das amerikanische Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Science" berichtete beweist, dass ein direkter Zusammenhang zwischen den positiven Gefühlen und der Immunabwehr besteht.

Die Versuchspersonen, Frauen im Alter zwischen 57 und 60 Jahren, mussten entweder über ihr schlimmstes oder ihr glücklichstes Erlebnis berichten und fünf Minuten lang darüber schreiben. Die Forscher zeichneten davor und anschließend die Aktivitätsmuster im Gehirn der Frauen auf. Und stellten fest: Die positiven Erlebnisse aktivieren den linken Teil des präfrontalen Kortex, die negativen Gefühle aktivieren den rechten Teil.

Anschließend erhielten alle Teilnehmerinnen eine Grippeimpfung. Über einen Zeitraum von sechs Monaten kontrollierten die Ärzte die Antikörper der Versuchspersonen: Tatsächlich hatten die Frauen, die die positiven Erlebnisse aufgeschrieben hatten und deren linker Teil des Kortex aktiver war, mehr Antikörper im Blut als die Probandinnen mit den negativen Erlebnissen.

Endorphine – körpereigene Drogen für Glück und gegen Schmerzen

"Wer schon des Morgens dreimal schmunzelt, des Mittags nicht die Stirne runzelt und abends singt, dass laut es schallt, wird hundertzwanzig Jahre alt." Diese Binsenweisheit aus dem Volksmund lässt sich durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen.

So weiß man, dass der Körper in der Lage ist, Hormone zu produzieren, die bestimmte Nervenimpulse, etwa Schmerzen, abschwächen oder unterdrücken. Diese Endorphine wirken wie Morphium. Jogger kennen das: Nach längerem Laufen stellt sich ein Glücksgefühl an, Schmerzen und Anstrengung sind vergessen. Auch beim Tanzen, beim Meditieren oder Vorstellen eine Situation, die fröhlich stimmt, setzt der Körper die Glückshormone frei.

Lachtherapie im Krankenhaus

In einigen Kliniken, vor allem in der Kinderheilkunde, setzen Ärzte gezielt die "Lachtherapie" ein, um den kleinen Patienten die Angst vor Eingriffen zu nehmen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist außerdem, dass die lachenden Patienten weniger Schmerzmittel brauchen.

Neben Sport und viel Bewegung an frischer Luft, positivem Denken, Lachen und Singen kann also jeder etwas für seine Gesundheit tun – und vielleicht so manche Medizinflasche geschlossen lassen!

Aktualisiert: 28.09.2016 – Autor: bo

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