Der innere Schweinehund

inneren Schweinehund überwinden und Gipfel ersteigen © istockphoto, fotoVoyager

Vorsätze für ein gesünderes Leben sind immer gewinnbringend und anfangs lassen sie sich auch gut umsetzen. Doch dann kommen der "innere Schweinehund" und die Macht der Gewohnheit. Bereits nach wenigen Tagen scheint der Wunsch nach Besserung nicht mehr so groß zu sein und bald ist man wieder dem alten Trott verfallen. Aber es geht auch anders. Man braucht nur etwas Strategie.

Das Hauptproblem

Die meisten Zielvorgaben verlangen eine Verhaltensänderung, die bekanntlich mit den Lebensjahren immer schwieriger wird. Abnehmen, mehr Sport treiben, die Welt gelassener sehen oder mit dem Rauchen aufhören lässt sich nicht gerade so einfach umsetzen. Der Grund dafür sitzt im Gehirn, im so genannten Limbischen System, der Machtzentrale unserer Emotionen. Rationale, vernünftige Eingaben wie "Ich sollte mal wieder etwas für meine Gesundheit tun" haben hier keine Chance. Denn das Gefühl fragt nicht nach Gewinn und Erfolg. Es sucht nach Bedürfnisbefriedigung jetzt und sofort. Der Wille allein genügt auf dem Weg der Besserung deshalb nicht. Eine Erfahrung muss her, damit wir den inneren Schweinehund in uns zum Schweigen bringen.

Sieg der Gefühle

Meist sind es die bitteren Erfahrungen die uns letztlich zur Einsicht zwingen. Wenn Raucher beispielsweise an einer Atemwegsinfektion erkranken und die Signale des Körpers überhören, bis der Husten chronisch und schmerzhaft wird, stehen die Chancen sehr gut, dem Laster zu entsagen. Oder wenn bei Übergewichtigen hohe Blutzuckerwerte festgestellt werden und der Arzt dringend eine Umstellung der Ernährung empfiehlt, fällt das Abnehmen leicht, weil man direkt mit den Folgen des Übergewichts konfrontiert wurde.

Positives motiviert

Aber auch schöne Erlebnisse und positives Denken motivieren. Die entsprechenden Bilder werden im Gehirn abgespeichert und bleiben deutlich länger und intensiver abrufbar als Gehörtes oder Gelesenes. Wenn es dem Raucher mit dem chronischen Husten sehr schlecht geht, und er sich daran erinnert, wie er früher über Wiesen springen konnte, ohne zu husten, könnte allein schon dieses Bild eine entscheidende Motivation sein.

Die Bilder ermöglichen eine Brücke zwischen Vernunft und Gefühl und können so auch dem Vorsatz eher von der Theorie in die Praxis verhelfen. Je mehr Positives wir mit einer Veränderung verbinden, desto wahrscheinlicher ist es, seine persönlichen Ziele zu erreichen.

Aktualisiert: 30.08.2016 – Autor: Sandra Baumann

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