Die 7 Todsünden der Gesundheit

Burger & Pommes: Völlerei als Todsünde der Gesundheit © DanielReche

Völlerei, Geiz, Zorn, Eitelkeit, Wollust, Faulheit und Eifersucht gelten als die sieben Todsünden. Wohl jeder von uns beobachtet die eine oder andere dieser Eigenschaften hin und wieder an sich selbst. Allerdings sollte man aufpassen, dass die negativen Eigenschaften nicht die Überhand gewinnen: Denn gerade in puncto Gesundheit können die sieben Todsünden negative Auswirkungen auf unser körperliches Wohlbefinden haben.

Völlerei (Maßlosigkeit)

Zu viel Essen ist schlecht für uns. Denn führt man dem Körper mehr Kalorien zu, als er benötigt, lagert er den Überschuss in Form von Fett ab – bevorzugt am Bauch und an den Hüften. Ein durchschnittlicher männlicher Erwachsener hat einen Energiebedarf von circa 2700 Kilokalorien pro Tag, die er mit der Nahrung zu sich nehmen muss, eine Frau ungefähr 2.000 Kilokalorien. Diese Zahlen variieren jedoch mit Körpergröße, Alter und Schwere der täglich verrichteten Arbeit.

Zu viel des Guten ist irgendwann schlecht – das gilt besonders für den Konsum von Alkohol. Ein exzessiver Alkoholkonsum belastet die Leber, wo der Alkohol abgebaut wird. Die für den Abbau zuständigen Enzyme sind durch große Mengen Alkohol überlastet und können die Verarbeitung nicht mehr leisten. Die Folge daraus ist, dass eine sogenannte Fettleber entsteht.

Wird der Alkoholkonsum jetzt nicht eingeschränkt, kann sich langfristig eine Leberzirrhose: Leberzellen werden zerstört, wodurch die Leber schrumpft und ihre Funktion auf Dauer einstellt. Ist dieses Stadium erreicht, bestehen keine Heilungschancen mehr.

Geiz

Doch nicht nur Maßlosigkeit, sondern auch das andere Extrem kann der Gesundheit schaden: Geiz. Eine ausgewogene und regelmäßige Ernährung hält uns gesund. Wer zu wenig (Unterernährung) oder die falschen Lebensmittel (Fehlernährung) zu sich nimmt, riskiert eine Mangelernährung.

Durch eine Fehlernährung werden wichtige Vitamine und Mineralstoffe dem Körper vorenthalten – es kommt zu Mangelerscheinungen wie Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen. Auch organische Schäden, zum Beispiel an den Augen, und chronische Erkrankungen, wie beispielsweise die Osteoporose, können die Folge einer unausgewogenen Ernährung sein.

Unterernährte Menschen finden sich in unserer westlichen Zivilisation eigentlich selten – eine Ausnahme bilden Menschen mit Essstörungen. Häufige Essstörungen sind Magersucht und Bulimie (Ess-Brech-Sucht). Meist sind junge Frauen betroffen, die mit ihrem Körper unzufrieden sind und sich eine regelmäßige Nahrungsaufnahme untersagen. Der Schlankheitswahn wird durch das in den Medien kolportierte Schönheitsideal verstärkt. Oft liegen einer Essstörung auch psychosoziale Faktoren zugrunde.

Zorn

Wenn wir wütend sind, schießt uns sprichwörtlich das Blut in den Kopf; das Gesicht wird rot, die Atmung schneller und die Adern treten hervor. Manchmal beruhigt sich der beschleunigte Herzschlag nach einem Wutausbruch erst Minuten später. Dies liegt an der Ausschüttung des Hormons Adrenalin, welches bei Stress in großen Mengen freigesetzt wird. Es bereitete uns ursprünglich auf Kampf- und Fluchtsituationen vor, die heutzutage auf Stresssituationen im Alltag übertragbar sind.

Ein dauerhaft erhöhter Adrenalinspiegel führt zu Herz- und Gefäßproblemen. Zunächst, meist unbemerkt, stellt sich ein erhöhter Blutdruck ein. Der Bluthochdruck belastet die Gefäßwände, sodass kleine Risse entstehen. Diese Risse sind ideale Entstehungsorte für Gerinnsel, die Thrombosen. Äußerst gefährlich wird es, wenn sich die Gerinnsel lösen und über die Blutbahn ins Herz oder Gehirn gelangen – ein Herzinfarkt oder Schlaganfall droht. Weitere Folgen des chronischen Bluthochdrucks sind Nierenschäden und Herzversagen.

Eitelkeit

"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?", so fragte sich schon die eitle Königin in dem berühmten Märchen "Schneewittchen". Schönheit ist vielen Menschen enorm wichtig. Manchen sogar so sehr, dass sie bereit sind, ihr naturgegebenes Äußeres operativ verändern zu lassen. In Deutschland gehören Faltenglättung, Brust-Operationen und Nasenkorrekturen zu den häufigsten Eingriffen.

Die teilweise gravierenden Komplikationen werden dabei oft außer Acht gelassen. Schwellungen, Blutergüsse und Taubheitsgefühle gehören noch zu den harmloseren Nebenwirkungen. Todesfälle durch Lungenembolie, Herzversagen oder Verbluten sind weitaus schwerwiegender. Auch wird beim Einsetzen von Implantaten oft nicht bedacht, dass diese nach spätestens 15 Jahren ausgetauscht werden müssen – weitere Eingriffe sind somit vorprogrammiert.

Während bei jüngeren Frauen vor allem Brust-Operationen im Trend liegen, entscheiden sich viele Ältere für eine Faltenstraffung mit Botox. Das Nervengift Botulinum lähmt die kleinen Gesichtsmuskeln, wodurch die Haut für kurze Zeit straff wird. Gelangt Botulinumtoxin in den zentralen Blutkreislauf kann es zur Lähmung der Atemmsukulatur und somit zum Atemstillstand kommen.

Wollust

Das Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit ist uns allen angeboren. Ein erfülltes Sexualleben macht Menschen glücklich und ist für viele Paare eine wichtige Voraussetzung für eine gute Beziehung. Dabei ist es wichtig, sich um die Verhütung Gedanken zu machen, um sich selbst, aber auch den Partner zu schützen. Gerade Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern gehen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr das hohe Risiko einer Infektion ein. Weltweit sind 34 Millionen Menschen mit HIV infiziert, jährlich sterben 1,8 Millionen an den Folgen von AIDS.

Ebenso schwerwiegend kann eine Ansteckung mit Hepatitis-Viren verlaufen. Die Hepatitis-Viren B und C sind sexuell übertragbar und können ohne Therapie zu einer Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen.

Faulheit

"Süß ist das Nichtstun", so lautet ein altes italienisches Sprichwort. Tatsächlich gibt es für viele Menschen nichts Schöneres, als am Wochenende nach getaner Arbeit die Füße hochzulegen und zu faulenzen. Doch die Gelenke nehmen uns die Faulheit auf Dauer übel. Denn Bewegungsmangel führt langfristig zu Rückenschmerzen, Knieproblemen und Verspannungen.

Wird der Bewegungsapparat nicht mobilisiert, kommt es zum Gelenkverschleiß (Arthrose): Der Körper bekommt keine Anreize, den Knorpel zu ernähren, der die Gelenke umhüllt. Fehlt dieser Schutzmantel, kommt es langfristig zu einem Knochenabrieb. Auch Muskeln, die nicht beansprucht werden, bilden sich zurück und verkürzen. Das führt nicht nur zu einem Konditionsabfall, sondern auch zu Fehlstellungen, welche wiederum die Gelenke belasten. Zu durchbrechen ist dieser Kreislauf nur, indem man das heimische Sofa verlässt und sportlich tätig wird.

Eifersucht

Eine gesunde Eifersucht tut den meisten Beziehungen gut, doch für manche Menschen kann die Liebe auch zur Qual werden: Wenn ein Partner eine krankhafte Eifersucht entwickelt, sind häufige Streitereien unumgänglich. Nicht selten gibt es dann keinen anderen Ausweg, als die Beziehung zu beenden.

Bei krankhafter Eifersucht wird die ursprüngliche Freude an der Beziehung durch eine ständig wachsende Angst vor dem Verlust des Partners verdrängt. Ursache der Eifersucht ist meist ein zu gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl. Dieses kann nicht nur zu Eifersucht, sondern auch zu Neid führen. Doch während ein eifersüchtiger Mensch Angst vor einem Verlust hat, möchte der Neider etwas besitzen, das einem anderen gehört.

Wer unter krankhafter Eifersucht und somit unter Verlustängsten sowie einem geringen Selbstwertgefühl leidet, sollte darüber nachdenken, eine Verhaltenstherapie durchzuführen. Denn psychische Probleme belasten auch unsere körperliche Gesundheit.

Aktualisiert: 17.05.2019 – Autor: Dr. med. Lisa Rosch

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