Stuhluntersuchung

Teströhrchen für Stuhlprobe zur Stuhluntersuchung © istockphoto, luchschen

Mit dem Stuhlgang wird all das aus dem Verdauungstrakt ausgeschieden, was der Körper nicht mehr braucht. Doch Kot ist für den Arzt mehr als nur ein Abfallprodukt. Aussehen und Geruch, Beschaffenheit, Menge und Zusammensetzung können wichtige Hinweise auf Krankheiten geben.

Stuhl – eine sinnvolle Substanz

Der Stuhl besteht zu drei Vierteln aus Wasser, daneben enthält er unverdauliche Nahrungsbestandteile, Schleim und abgeschilferte Zellen der Darmschleimhaut sowie Bakterien und deren Gärungs- und Fäulnisprodukte. Stuhldrang entsteht, sobald im Mastdarm eine gewisser Füllungszustand erreicht ist; die Stuhlentleerung kann willentlich gesteuert werden.

Beschaffenheit des Kots und Häufigkeit der Stuhlentleerung hängen von der Ernährung ab und unterliegen individuellen Schwankungen. Pro Tag werden durchschnittlich 60–250 g Stuhl entleert; weniger beim Fasten, mehr bei ballaststoffreicher Kost. Der normalerweise homogene, breiig-feste Stuhl wird durch Kohlenhydrate weicher, viel Eiweiß macht ihn härter. Seine braune Farbe erhält er durch ein Abbauprodukt der Gallenfarbstoffe.

Was wird untersucht?

Ein oder mehrere der oben beschriebenen Faktoren können durch krankhafte Prozesse verändert werden und helfen so bei der Diagnostik. Darüber hinaus kann nach Blut, Krankheitserregern und Wurmeiern gesucht werden. Bei bestimmten Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen lassen sich Enzyme, Fette und Abbauprodukte messen.

Stuhlveränderungen und mögliche Ursachen

  • Farbe: Bestimmte Nahrungsmittel wie Rote Beete oder Medikamente wie Eisen- und Kohletabletten verursachen vorübergehende Verfärbungen. Darmerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Infektionen können ebenfalls zu Verfärbungen führen. So gibt gelber oder entfärbter Stuhl Hinweis auf eine Erkrankung von Leber oder Galle, grün-gelblicher auf eine Infektion, gräulicher auf eine Fettverdauungsstörung z.B. bei Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Bei schwarzem Stuhl ("Teerstuhl") besteht der dringende Verdacht auf eine Blutung im oberen, bei rot-braunem Stuhl auf eine Blutung im unteren Magen-Darm-Trakt.
  • Menge und Geruch: Bei Fettstoffwechselstörungen treten häufig massige, scharf riechende "Fettstühle" auf, Fäulnisprozesse im Darm verursachen einen jauchigen Geruch.
  • Beschaffenheit (Konsistenz): Dünnflüssig-schleimige, häufige Entleerungen sind typisch für Durchfälle, eingedickter Kot oder große Stuhlbrocken treten bei Verstopfung und Darmverengungen auf. Wechseln sich harter und weicher Stuhl ab, spricht das für ein Reizdarmsyndrom, Polypen oder ein Karzinom. Fettstühle sind lehmartig und klebrig und glänzen meist salbenartig.
  • Zusammensetzung: Auflagerung von Schleim oder Eiter ist oft ein Zeichen von entzündlichen Darmerkrankungen, unverdaute Nahrungsbrocken können Folge einer Darminfektion sein. Hellrote Blutauflagerungen können bei Hämorrhoiden oder Analfissuren auftreten, aber auch Zeichen eines Dickdarmkrebses sein. Mit bloßem Auge sind manchmal auch Parasiten wie Maden- oder Ringwürmer, ihre Eier oder Bandwurmteile erkennbar.

Labordiagnostik

Eine weitergehende Analyse im Labor erfolgt je nach Befund und vermuteter Diagnose. Meist werden gleichzeitig auch andere Untersuchungen wie Bluttests durchgeführt.

  • Verstecktes (= okkultes) Blut: Mit dem so genannten Hämoccult® -Test lässt sich Blut im Stuhl nachweisen, das nicht mit bloßem Auge sichtbar ist. Da es häufig ein Frühsymptom bei Dickdarmkrebs ist, wird der einfach durchzuführende Test auch ab dem 50. Lebensjahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung eingesetzt. Dazu wird an drei aufeinander folgenden Tagen etwas Stuhl im Testfeld des vorgefertigten Stuhlbriefchens aufgetragen und dieses verschlossen. Enthält der Stuhl Blutfarbstoff, verfärbt sich das Testfeld auf der Rückseite, wenn es mit einer bestimmten Lösung betupft wird.
  • Stuhlprobe zur Untersuchung auf Krankheitserreger: Die Stuhlprobe wird an drei aufeinander folgenden Tagen in einem speziellen Röhrchen unverzüglich im Labor abgegeben. Der Erregernachweis erfolgt unter dem Mikroskop, in der Kultur oder indirekt durch Nachweis von Bakteriengiften. Manchmal muss parallel Blut entnommen und daraus auch eine Kultur angelegt werden.
  • Stuhlfettbestimmung: bei Durchfällen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
  • Enzymnachweis: bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.
  • Messung der Nährstoffzusammensetzung: wird bei Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung als Ursache von Gedeihstörungen eingesetzt.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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