Der psychopathologische Befund: Bestandsaufnahme von Bewusstsein und Psyche

Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen, Drogenmissbrauch sowie neurologisch-psychiatrische Krankheiten – viele Erkrankungen gehen mit einer psychischen Veränderung einher. Um diese Wesensveränderung behandeln zu können, muss der Arzt einen detaillierten Einblick in die Psyche seines Patienten bekommen.

Was ist der psychopathologische Befund?

Der psychopathologische Befund ist das Kernstück der psychiatrischen Untersuchung – neben den Informationen zur aktuellen Anamnese konzentriert sich der behandelnde Arzt hauptsächlich darauf, möglichst genau die psychische Verfassung seines Patienten zu analysieren. Viele Denkprozesse sind untrennbar mit unserem seelischen Befinden gekoppelt, so dass Leistungen unseres Bewusstseins wie Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis genauso geprüft werden wie das Denken an sich, die Wahrnehmung, die Affektivität und der Antrieb.

Bei welchen Erkrankungen wird ein psychopathologischer Befund erhoben?

Sobald Verhaltensauffälligkeiten oder eine zunehmende Vergesslichkeit auftreten, ist die Konsultation eines psychiatrisch ausgebildeten Arztes ratsam. Auch eine unerklärliche Müdigkeit, eine gedrückte Stimmung, die über mehrere Wochen anhält, oder eine zunehmende Streitlust können Symptome für eine behandlungsbedürftige neurologisch-psychiatrische Erkrankung sein.

Bei vielen Betroffenen wird die Wesensveränderung eher von Bezugspersonen wahrgenommen, da sie langsam eintritt. Anders ist es bei Entzugssymptomen im Rahmen einer Drogenabhängigkeit – dort können die Symptome wie Halluzinationen oder Panikattacken so beängstigend sein, dass der Betroffene selbst einen Arzt aufsucht.

Aktualisiert: 15.01.2014 – Autor: Nathalie Blanck

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