Der psychopathologische Befund: Wozu wird dieser Befund benötigt?

Wozu wird der psychopathologische Befund benötigt?

Mit dem psychopathologischen Befund kann der Arzt den psychischen Zustand des Patienten genau beschreiben. Der nächste Schritt zur Diagnose ist dann die Wertung aller Symptome, die oft für bestimmte Syndrome (z.B. ein depressives Syndrom) typisch sind.

Die ICD

Die psychiatrischen Diagnosen werden heute als Störungen bezeichnet und folgen in Deutschland der internationalen Klassifikation der Erkrankungen, der so genannten ICD, die zur Zeit in der 10. Auflage vorliegt (ICD-10). In dieser Klassifikation werden alle psychischen Störungen mehr nach Symptomen und Verlauf als nach der letztendlichen Ursache eingeteilt, sie schreibt für die Diagnosestellung klare Kriterien wie standardisierte Interviews oder Checklisten vor.

Für jede Diagnose gibt es genaue Therapierichtlinien, nach denen der Patient behandelt wird. In der weiteren Behandlung werden außerdem organische Ursachen wie ein Hirntumor, eine Stoffwechselstörung oder arteriosklerotische Hirnveränderungen genauso ausgeschlossen wie ein Drogenmissbrauch.

Wie wird der psychopathologische Befund dokumentiert?

Um den psychopathologischen Befund zu objektivieren, werden in der weiteren Behandlung strukturierte Interviewleitfäden wie das AMDP-System und verschiedenste Testverfahren wie die Hamilton-Depressionsskala oder die Bech-Rafaelsen-Mania-Skala eingesetzt. Dieses strukturierte Vorgehen ermöglicht es vielen Patienten, ihre Bedenken gegenüber einer psychiatrischen Behandlung abzubauen, und ihre Sichtweise auf die Fachrichtung Psychiatrie zu überdenken.

Aktualisiert: 11.01.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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