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Einfache Ultraschalluntersuchung

Welche Formen gibt es und was wird untersucht?

1. "Einfache" Ultraschalluntersuchung

Diese kommt in nahezu jeder medizinischen Disziplin zum Einsatz. Beurteilt werden die Organe hinsichtlich ihrer Größe, Lage, Abgrenzbarkeit zu benachbarten Strukturen und ihres Gewebes. Erkannt werden Geschwülste, Ansammlungen von Luft oder Flüssigkeit, Verletzungen, Blutungen oder Blutstau, Steine, Verkalkungen, Zysten und Abszesse. Die wichtigsten Einsatzgebiete sind im Folgenden aufgelistet, aber auch in anderen Bereichen wie der Augenheilkunde, HNO-Heilkunde oder Neugeborenenmedizin ist die Sonografie unentbehrlich.

  • Bauchraum: Die Abdomensonografie ist eine unersetzliche Methode für viele Fragestellungen im Bauch- und Beckenraum. Ob Leber, Niere; Bauchspeicheldrüse, Gallenblase oder Gefäße – nahezu alles lässt sich beurteilen. Ergänzend werden evtl. Bluttests, Gewebeproben oder andere bildgebende Verfahren notwendig. Damit das Darmgas nicht Organe und Gewebe überlagert, sollte der Patient nüchtern sein und erhält vor der Untersuchung entblähende Medikamente. Die Untersuchung des gesamten Bauchraums dauert ca. 15–20 Minuten.
  • Schilddrüse: Die Sonografie ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsendiagnostik, z.B. bei Verdacht auf Krebs, Entzündungen oder Funktionsstörungen und kann ohne besondere Vorbereitungen durchgeführt werden. Meist kommen Labor- und Funktionstests hinzu.
  • Gynäkologie: Auch in der Frauenheilkunde ist die Ultraschalluntersuchung nicht mehr wegzudenken. Die weiblichen Beckenorgane werden bei auffälligen Befunden der Tastuntersuchung, bei Unterbauchschmerzen, bei Menstruationsstörungen, zur Nachsorge bei Tumorleiden, zur Schwangerschaftsüberwachung und bei der Therapie von Unfruchtbarkeit untersucht. Dies kann über die Bauchhaut - möglichst mit voller Harnblase – oder durch die Scheide – möglichst mit leerer Blase – erfolgen. Daneben hat auch die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust ergänzend zum Abtasten und zur Mammografie einen hohen Stellenwert.
  • Gelenke und Weichteile: Die Orthopäden wissen die Ultraschalldiagnostik zu schätzen. Zwar lassen sich Knochen kaum beurteilen, Gelenkstrukturen, Schleimbeutel, Sehnenscheiden und Muskeln dafür umso besser. Ergüsse, Entzündungen, Zysten, Verrenkungen oder Muskelrisse – dem geübten Untersucher bietet sich eine große Palette möglicher Befunde. Bei kleinen Gelenken greift man wieder auf die ersten Versuche mit Ultraschall zurück: Die Hand oder der Fuß werden zur Untersuchung in ein Wasserbad gelegt, da die zahlreichen Vorsprünge und Vertiefungen mit Gel nicht ausreichend begradigt werden können.
  • Herz: Auch in der Kardiologie erfüllt die Sonografie (Echokardiografie) v.a. neben dem EKG eine wichtige Funktion. Sie liefert Informationen zur Struktur, Größe, Form und Funktion von Herz und Gefäßen. Ob der Verdacht auf Entzündungen, Herzklappenfehler, Muskel- oder Gefäßveränderungen abgeklärt oder die neue Herzklappe nach einer Transplantation überprüft wird – meist wird der Schall über die Brustwand ins Körperinnere geschickt (transthorakal). Seltener wird der Schallkopf wie bei einer Magen-Darm-Spiegelung über eine Sonde in die Speiseröhre eingeführt (transösophageal) und neben dem Herz platziert. Dies kann z.B. bei stark Übergewichtigen oder Patienten mit einem Lungenemphysem nötig sein. Doppler-Verfahren (s.u.) und weitere Herzuntersuchungen werden bei Bedarf durchgeführt.

Aktualisiert: 11.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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