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Strahlenmedizin (Strahlenheilkunde)

Energiereiche Strahlen können nicht nur schwere Schäden wie nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl oder der Atombombe von Hiroshima anrichten. Sondern sie vermögen auch Beschwerden zu lindern und zu heilen. Seit der bahnbrechenden Entdeckung Conrad Röntgens im Jahr 1895 haben sich Strahlen einen wichtigen Platz in Medizin, Technik und Wissenschaft gesichert. Der Beginn der Strahlenmedizin liegt in der Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen (oder auch "X-Rays") durch Conrad Röntgen.

Wurde zuerst ihre Bedeutung in der Diagnostik gewürdigt, setzte sie bereits wenige Jahre später der Österreicher Leopold Freund ein, um bei einem fünfjährigen Mädchen ein großes Tierfellmuttermal zu behandeln. Auch heute - nach Jahrzehnten der Weiterentwicklung - unterscheidet man in der Strahlenmedizin zwischen diagnostischen und therapeutischen Verfahren.

Die Entdeckung Röntgens

Mit den von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckten und nach ihm benannten Strahlen begann ein neues medizinisches Zeitalter: Seit über 100 Jahren ist "Röntgen" in Form der "Röntgendurchleuchtung" und "Röntgenaufnahme" die Grundlage fast jeder medizinischen Untersuchung. Zunächst wurde die klassische "Radiografie" entwickelt, bei der der Körper des Patienten aus einer Richtung mit Röntgenstrahlung durchstrahlt wird.

Auf der Gegenseite wird die Strahlung "aufgefangen" und in ein Bild umgewandelt, auf dem sich die unterschiedlichen Körperteile dadurch unterscheiden lassen, dass sie unterschiedlich viel Strahlung aufnehmen. Weil sich bei diesem Verfahren Körperteile oft überschneiden, werden Aufnahmen aus unterschiedlichen Projektionsebenen gemacht. Auch heute wir das klassische Röntgen nach wie vor eingesetzt. Ergänzt wird es durch eine breite Palette moderner Verfahren wie beispielsweise die Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Sonographie, Subtraktionsangiographie und Szintigrafie.

Nebenwirkungen in der Entwicklung des Röntgens

Auf dem Weg zu den modernen bildgebenden Verfahren waren zahlreiche Hindernisse zu überwinden: Welche Schäden falsch eingesetzte und zu hoch dosierte Bestrahlungen anrichten können, musste erst schmerzhaft festgestellt werden. Schäden am Erbgut, Unfruchtbarkeit und schwerste Verbrennungen waren bei vielen Pionieren an der Tagesordnung.

Heute ist das Risiko für gesundheitliche Schäden durch bildgebende Verfahren meist gering und wird immer ins Verhältnis zum möglichen Nutzen gesetzt.

Aktualisiert: 16.09.2016 – Autor: Susanne Köhler / Überarbeitung: Dagmar Reiche

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