Grippe-Impfung

Grippe-Impfung in den Arm © Angelo Esslinger

Durch eine Grippe-Impfung können Sie einer normalen Grippe (Influenza) mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbeugen. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, es können jedoch Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Abgeschlagenheit und Fieber auftreten. Besonders empfehlenswert ist der Eingriff für Risikogruppen wie ältere Menschen, Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder schwangere Frauen. Die Kosten trägt in vielen Fällen die Krankenkasse. Wir informieren Sie ausgiebig über die Grippe-Impfung und verraten, ob diese sinnvoll ist.

Ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Die Grippe ist eine ansteckende Viruserkrankung, die sich per Tröpfcheninfektion (durch Husten oder Niesen) weiterverbreitet. Sie ist durch typische Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Schwäche, Schweißausbrüche und Schüttelfrost gekennzeichnet.

Die einzige Möglichkeit, einer Grippe sicher vorzubeugen, ist die Impfung. Allerdings bietet diese keinen Langzeitschutz, sondern muss jedes Jahr wiederholt werden. Dies liegt daran, dass das Grippe-Virus seine Oberfläche ständig verändert und der Impfstoff deswegen angepasst werden muss.

Eine einmalige Injektion ist für einen vollständigen Grippeschutz ausreichend. Durch die Impfung lassen sich etwa 90 Prozent aller Erkrankungen vermeiden beziehungsweise es kann ein milderer Verlauf erreicht werden. Wichtig ist, dass Sie sich frühzeitig impfen lassen – am besten, bevor die Grippesaison beginnt. Ideal ist die Zeit von September bis November. Bis Sie sicher geschützt sind, dauert es etwa 14 Tage.

Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Für junge, gesunde Menschen ist eine Grippe in der Regel nicht gefährlich. Wer dagegen einer Risikogruppe angehört, für den kann die Grippe eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellen. Dann besteht nämlich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Komplikationen wie beispielsweise eine Lungenentzündung auftreten. Deswegen ist für Personen, die einer solchen Risikogruppe angehören, eine Grippe-Impfung auf jeden Fall sinnvoll.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung für folgende Gruppen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Kinder und Erwachsene mit bestimmten Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Angina pectoris etc.), chronischen Lungenerkrankungen (Asthma oder COPD), Stoffwechselerkrankungen (Diabetes), Leber- und Nierenerkrankungen sowie neurologischen Erkrankungen (beispielsweise Multiple Sklerose). Daneben zählen auch Leukämie-Patienten, Personen mit einer Organtransplantation sowie HIV-Infizierte zur Risikogruppe.

Abgesehen von den genannten Personengruppen ist eine Grippe-Impfung auch für Personen sinnvoll, die viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen und somit ein erhöhtes Ansteckungs-Risiko haben. Dazu zählen unter anderem Berufsgruppen wie Ärzte und Krankenschwestern, Pflegepersonal, Busfahrer, Lehrer und Verkäufer.

Impfen in der Schwangerschaft

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Grippe-Impfung während der Schwangerschaft ein Risiko für die Mutter und ihr ungeborenes Kind darstellen könnte. Trotzdem sollte im Einzelfall das Risiko der Impfung gegen das Risiko einer Infektion abgewogen werden. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, besteht allerdings keine Gefahr, dass die Erkrankung durch den Eingriff ausgelöst werden kann.

Generell wird empfohlen, dass sich schwangere Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen. Liegt bei der werdenden Mutter eine Grunderkrankung vor, ist eine Impfung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel empfehlenswert.

Impfung für Kleinkinder nicht nötig

Kinder können ab dem sechsten Lebensmonat gegen Grippe geimpft werden. Dies ist in der Regel aber nicht nötig. Zwar ist das Immunsystem bei Kleinkindern und Kindern noch nicht vollständig ausgebildet, weshalb Kinder häufiger unter Erkältungen und anderen Infektionen leiden.

Es ist jedoch wichtig, dass solche Erkrankungen zugelassen werden, damit das Immunsystem trainiert wird. Besteht aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, wird die Grippe-Impfung von der STIKO dagegen auch für Kinder empfohlen.

Nebenwirkungen der Grippe-Impfung

Der Grippe-Impfstoff ist in der Regel gut verträglich. Als mögliche Nebenwirkungen können leichte Hautreizungen (Rötungen), eine Schwellung sowie Schmerzen an der Injektionsstelle auftreten. Außerdem kann es zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, einer erhöhten Körpertemperatur, Gliederschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Weitere Nebenwirkungen hat die Grippe-Impfung meist nicht. Wie oftmals falsch vermutet wird, kann durch die Impfung keine Grippe ausgelöst werden.

Personen, die auf Hühnereiweiß allergisch reagieren, sollten dies Ihrem Arzt unbedingt mitteilen. Da der Impfstoff Hühnereiweiß enthält, kann es für Allergiker unter Umständen zu schweren Komplikationen kommen. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, ob die Impfung für Sie möglich ist oder nicht.

Grippe-Impfung und Erkältung

Wenn Sie an Ihrem Impftermin erkältet sind, sollten Sie die Impfung besser zu einem anderen Zeitpunkt durchführen lassen. Durch den Eingriff wird das Immunsystem nämlich geschwächt und ist somit anfälliger für andere Krankheitserreger. Ist das Immunsystem durch die Erkältung bereits angegriffen, sollten Sie es nicht noch zusätzlich belasten. Gehen Sie erst dann wieder zum Arzt, wenn Sie vollständig gesund sind.

Übrigens: Eine Grippe-Impfung schützt nicht vor einer Erkältung! Diese kann zwar ähnliche Symptome zeigen, wird jedoch durch andere Viren hervorgerufen.

Krankenkasse übernimmt die Kosten

Die Kosten für die Grippe-Impfung übernimmt in vielen Fällen die Krankenkasse. Einige Kassen zahlen jedoch nur, wenn die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wurde, das heißt, wenn Sie einer Risikogruppe angehören. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die Kosten selber tragen oder zumindest einen Eigenanteil tragen. Die Kosten betragen rund 25 Euro.

So wirkt der Grippe-Impfstoff

Bei der Grippe-Impfung handelt es sich um einen Totimpfstoff. Dieser enthält abgeschwächte Grippe-Viren, die die Erkrankung selbst nicht auslösen können. Durch den Kontakt mit den abgeschwächten Viren bildet der Organismus allerdings Antikörper. Versuchen nun Grippe-Viren in den Körper einzudringen, können diese direkt von den Antikörpern bekämpft und eine Infektion somit verhindert oder zumindest abgemildert werden. 

Aktualisiert: 15.12.2017 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?