Grippe-Impfung

Grippe-Impfung in den Arm © istockphoto, Remains

Durch eine Grippe-Impfung können Sie einer normalen Grippe (Influenza) mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbeugen. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, es können jedoch Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Abgeschlagenheit und Fieber auftreten. Besonders empfehlenswert ist der Eingriff für Risikogruppen wie ältere Menschen, Personen mit bestimmten Grunderkrankungen oder schwangere Frauen. Die Kosten trägt in vielen Fällen die Krankenkasse. Wir informieren Sie ausgiebig über die Grippe-Impfung und verraten, ob diese sinnvoll ist.

Ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Die Grippe ist eine ansteckende Viruserkrankung, die sich per Tröpfcheninfektion (durch Husten oder Niesen) weiterverbreitet. Sie ist durch typische Symptome gekennzeichnet, die im Gegensatz zu einer Erkältung meist plötzlich und heftig auftreten. Dazu zählen:

  • (mitunter hohes) Fieber
  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Schweißausbrüche
  • Schüttelfrost

Die echte Grippe kann – im Gegensatz zu einer Erkältung – eine schwere Erkrankung darstellen. Verläuft sie unkompliziert, dauern die Beschwerden bis zu einer Woche. Bei einem schweren Verlauf kann die Influenza jedoch eine Lungenentzündung oder andere Komplikationen hervorrufen und in der Folge tödlich verlaufen. Solche schweren Verläufe betreffen vor allem ältere Menschen, schwangere Frauen oder Personen mit Vorerkrankungen. Man bezeichnet diese besonders gefährdeten Personen als Risikogruppen.

Wie gefährlich ist eine Grippe?

Wie viele Leute jährlich an Grippe sterben, kann bei den einzelnen Grippewellen sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus werden die Todesfälle durch die Grippe nicht genau erfasst, sondern anhand von statistischen Verfahren geschätzt. Je nachdem, welche Grippeviren in einer Grippesaison umhergehen, kann die Zahl der Todesfälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei mehreren hundert oder bei über 20.000 liegen. Die Grippewelle 2017/2018 kostete Schätzungen zufolge etwa 25.100 Menschen in Deutschland das Leben.

Die einzige Möglichkeit, einer Grippe sicher vorzubeugen, ist die Impfung. Diese ist vor allem für bestimmte Risikogruppen empfehlenswert, um der Entstehung von Komplikationen vorzubeugen. Zudem können Menschen, die erfolgreich gegen die Grippe geimpft sind, die Erkrankung auch nicht weiter verbreiten.

Grippe-Impfung: wann und wie oft?

Die Influenza-Impfung bietet keinen Langzeitschutz, sondern muss jedes Jahr wiederholt werden. Dies liegt daran, dass das Grippevirus seine Oberfläche ständig verändert und der Impfstoff deswegen angepasst werden muss.

Eine einmalige Injektion ist für einen vollständigen Grippeschutz ausreichend. Durch die Impfung lassen sich etwa 90 Prozent aller Erkrankungen vermeiden beziehungsweise es kann ein milderer Verlauf erreicht werden.

Wichtig ist, dass Sie sich frühzeitig impfen lassen – am besten, bevor die Grippesaison beginnt. Ideal ist die Zeit von September bis November. Bis Sie sicher geschützt sind, dauert es etwa 14 Tage.

Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Für junge, gesunde Menschen ist eine Grippe in der Regel nicht gefährlich. Wer dagegen einer Risikogruppe angehört, für den kann die Grippe eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellen. Dann besteht nämlich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Komplikationen wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder eine Herzmuskelentzündung auftreten. Deswegen ist für Personen, die einer solchen Risikogruppe angehören, eine Grippe-Impfung auf jeden Fall sinnvoll.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung für folgende Gruppen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder und Erwachsene mit bestimmten Grunderkrankungen wie:

Abgesehen von den genannten Personengruppen ist eine Grippe-Impfung auch für Personen sinnvoll, die viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen und somit ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben. Dazu zählen unter anderem Berufsgruppen wie Ärzte und Krankenschwestern, Pflegepersonal, Busfahrer, Lehrer und Verkäufer. Auch für Menschen, die andere gefährden könnten, etwa weil sie Angehörige einer Risikogruppen betreuen oder mit ihnen im Haushalt leben, kann die Impfung ratsam sein.

Impfen in der Schwangerschaft

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Grippe-Impfung während der Schwangerschaft ein Risiko für die Mutter und ihr ungeborenes Kind darstellen könnte. Trotzdem sollte im Einzelfall das Risiko der Impfung gegen das Risiko einer Infektion abgewogen werden. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, besteht allerdings keine Gefahr, dass die Erkrankung durch den Eingriff ausgelöst werden kann.

Generell wird empfohlen, dass sich schwangere Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen. Liegt bei der werdenden Mutter eine Grunderkrankung vor, ist eine Impfung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel empfehlenswert.

Auch stillende Mütter können sich gegen Grippe impfen lassen. Dies trägt indirekt dazu bei, ihr Baby zu schützen, da die Mutter den Säugling so nicht anstecken kann.

Impfung für Kleinkinder nicht nötig

Kinder können ab dem sechsten Lebensmonat gegen Grippe geimpft werden. Dies ist in der Regel aber nicht nötig. Zwar ist das Immunsystem bei Kleinkindern und Kindern noch nicht vollständig ausgebildet, weshalb Kinder häufiger unter Erkältungen und anderen Infektionen leiden.

Es ist jedoch wichtig, dass solche Erkrankungen zugelassen werden, damit das Immunsystem trainiert wird. Besteht aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, wird die Grippe-Impfung von der STIKO dagegen auch für Kinder empfohlen.

Grippe-Impfung und Corona-Pandemie

Eine Grippe-Impfung kann nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützen. Dennoch kann eine Grippe-Impfung bei Risikogruppen ratsam sein, um eine Doppelinfektion, also eine gleichzeitige Infektion mit beiden Erregern, zu vermeiden, da dies eine große Belastung für den Körper darstellen würde.

Zudem ermöglicht eine Impfung, beim Auftreten entsprechender Symptome schneller das Vorliegen einer Grippe auszuschließen. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, unnötige Tests und Quarantäne infolge von mit COVID-19 verwechselten Grippefällen zu vermeiden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich dafür aus, die Empfehlung für die Impfung nicht auf die gesamte Bevölkerung auszuweiten. Stattdessen sollte man laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts den Fokus beim Impfen weiterhin auf die Risikogruppen legen.

Nebenwirkungen der Grippe-Impfung

Der Grippe-Impfstoff ist in der Regel gut verträglich. Als mögliche Nebenwirkungen können leichte Hautreizungen (Rötungen), eine Schwellung sowie Schmerzen an der Injektionsstelle auftreten. Außerdem kann es in den ersten drei Tagen nah der Impfung zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, einer erhöhten Körpertemperatur, Müdigkeit, Muskel- und Gliederschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden kommen. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von zwei Tagen wieder ab.

Weitere Nebenwirkungen hat die Grippe-Impfung meist nicht. Nur bei einer von 1.000 geimpften Personen kam es zu allergischen Reaktionen an der Haut oder in den Bronchien. Entgegen der oftmals geäußerten falschen Vermutung kann durch die Impfung keine Grippe ausgelöst werden.

Personen, die auf Hühnereiweiß allergisch reagieren, sollten dies Ihrem Arzt unbedingt mitteilen. Da der Impfstoff Hühnereiweiß enthält, kann es für Allergiker unter Umständen zu schweren Komplikationen kommen. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, ob die Impfung für Sie möglich ist oder nicht.

Grippe-Impfung nicht bei Erkältung

Wenn Sie an Ihrem Impftermin erkältet sind, sollten Sie die Impfung besser zu einem anderen Zeitpunkt durchführen lassen. Durch den Eingriff wird das Immunsystem nämlich geschwächt und ist somit anfälliger für andere Krankheitserreger. Ist das Immunsystem durch die Erkältung bereits angegriffen, sollten Sie es nicht noch zusätzlich belasten. Gehen Sie erst dann wieder zum Arzt, wenn Sie vollständig gesund sind.

Übrigens: Eine Grippe-Impfung schützt nicht vor einer Erkältung! Diese kann zwar ähnliche Symptome zeigen, wird jedoch durch andere Viren hervorgerufen.

Krankenkasse übernimmt die Kosten

Die Kosten für die Grippe-Impfung übernimmt in vielen Fällen die Krankenkasse. Einige Kassen zahlen jedoch nur, wenn die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wurde, das heißt, wenn Sie einer Risikogruppe angehören. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie die Kosten selber tragen oder zumindest einen Eigenanteil tragen. Die Kosten betragen rund 20 bis 35 Euro.

So wirkt der Grippe-Impfstoff

Bei der Grippe-Impfung handelt es sich um einen Totimpfstoff. Dieser enthält abgeschwächte Grippeviren, die die Erkrankung selbst nicht auslösen können. Durch den Kontakt mit den abgeschwächten Viren bildet der Organismus allerdings Antikörper. Versuchen nun Grippeviren in den Körper einzudringen, können diese direkt von den Antikörpern bekämpft und eine Infektion somit verhindert oder zumindest abgemildert werden.

Darüber hinaus ist ein Deutschland auch ein Lebendimpfstoff zur Grippe-Impfung zugelassen, der als Nasenspray verabreicht wird. Er kann bei Kindern im Alter von zwei bis 17 Jahren zur Anwendung kommen.

Aktualisiert: 17.09.2020 - Autoren: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Silke Hamann, Medizinredakteurin

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