Amitriptylin: Weitere Hinweise

Gegenanzeigen von Amitriptylin

Genau wie bei jedem anderen Wirkstoff darf auch Amitriptylin unter bestimmten Umständen nicht angewendet werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vorliegt.

Weitere Gegenanzeigen sind:
  • Gutartige Prostatavergrößerung mit Restharnbildung
  • Verwirrtheits- oder Erregungszustände mit Sinnestäuschungen
  • Akute Vergiftungen mit Alkohol, Schmerzmitteln, Schlafmitteln oder Psychopharmaka
  • Unbehandelter erhöhter Augeninnendruck (Engwinkelglaukom)
  • Harnverhaltung
  • Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose)
  • Darmverschluss oder Darmlähmung

Ebenso sollte bei Patienten auf die Gabe von Amitriptylin verzichtet werden, die zu Krampfanfällen neigen, an einem Kaliummangel leiden, einen verlangsamten Herzschlag haben oder an bestimmten Herzerkrankungen oder Herzschäden (wie z.B. Erregungsleitungsstörungen) leiden.

Bei Patienten mit einer eingeschränkten Leber- und Nierenfunktion, einer gutartigen Prostatavergrößerung ohne Restharnbildung oder Störungen der Blutbildung darf der Wirkstoff nur nach Rücksprache mit einem Arzt und einer sorgfältigen Nutzen-Kosten-Abwägung eingenommen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bevor Sie die Behandlung mit Amitriptylin beginnen, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, ob es zu Wechselwirkungen mit anderen von ihnen eingenommenen Medikamenten kommen kann. Unter anderem können folgende Wechselwirkungen auftreten:

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern kann das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom auftreten. Deswegen dürfen MAO-Hemmer nicht mit Amitriptylin kombiniert werden. Auch andere Antidepressiva sollten nicht gemeinsam mit Amitriptylin eingenommen werden – dies gilt insbesondere für die Wirkstoffe Fluoxetin und Fluvoxamin.
  • Wird Amitriptylin gleichzeitig mit Medikamenten verwendet, die Einfluss auf die QT-Zeit nehmen, besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.
  • Bei der Gabe von Blutgerinnungsmitteln vom Cumarin-Typ müssen die Blutgerinnungswerte regelmäßig ärztlich überprüft werden.

Verringerung der Wirkung von Amitriptylin

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Amitriptylin kann es bei den folgenden Medikamenten und Wirkstoffen zu einer Wirkungsverstärkung kommen:

  • Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln
  • Antihistaminika, Anticholinergika und direkter Sympathomimetika
  • Bestimmte Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen wie Amiodaron oder Chinidin
  • Bestimmte Wirkstoffe gegen Epilepsie wie Carbamazepin oder Phenytoin

Gleichzeitig kann es zu einer Verringerung der Wirkung von Amitriptylin kommen. Eine solche Abschwächung der Wirkung kann auch durch die Einnahme von Medikamenten mit den Wirkstoffen Carbamazepin und Phenytoin hervorgerufen werden. Ebenso kann die Konzentration des Antidepressivums im Blut durch Medikamente, die Wirkstoffe aus Johanniskraut enthalten, Nikotin sowie hormonelle Verhütungsmittel herabgesetzt werden.

Der Wirkstoff selbst schwächt dagegen einige Antihypertensiva in ihrer Wirkung ab. Betroffen sind unter anderem Wirkstoffe vom Typ des Clonidins oder Guanethidins. Durch die gleichzeitige Einnahme der Wirkstoffe Cimetidin oder Methylphenidat kann es zu einer Verstärkung der Wirkung und Nebenwirkungen von Amitriptylin kommen. Dies gilt auch für die gleichzeitige Einnahme von Neuroleptika und Antiepileptika.

Amitriptylin in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sollte Amitriptylin nur angewendet werden, wenn es unbedingt nötig ist. Zwar liegen bislang nur wenige Erfahrungen mit der Anwendung des Wirkstoffes in der Schwangerschaft vor – in Tierversuchen wurden durch die Einnahme jedoch Schäden am Fötus beobachtet. Klären Sie deshalb im Einzelfall immer mit Ihrem behandelnden Arzt ab, ob eine Einnahme während der Schwangerschaft erfolgen kann.

Auch während der Stillzeit sollte der Wirkstoff nicht eingenommen werden, da er in die Muttermilch übergehen kann. Muss während der Stillzeit eine Behandlung mit Amitriptylin erfolgen, sollte vorher abgestillt werden. Kinder unter 18 Jahren sollten kein Amitriptylin einnehmen, da hier keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Amitriptylin und Alkohol

Patienten, die Amitriptylin einnehmen, sollten während der Behandlung auf den Genuss von Alkohol verzichten. Da der Wirkstoff sedierend wirkt, ist es zudem empfehlenswert, das Führen von Fahrzeugen sowie andere gefährliche Tätigkeiten zumindest in den ersten Tagen der Behandlung zu unterlassen. Anschließend sollte der Arzt im Einzelfall unter Berücksichtigung der Dosierung sowie individueller Reaktionen eine Entscheidung treffen.

Weitere Hinweise

Bitte beachten Sie bei der Einnahme von Amitriptylin auch die folgenden Hinweise:

  • Durch die Einnahme kann es zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche kommen.
  • Bei Kontaktlinsenträgern können während der Behandlung durch die verminderte Tränendrüsentätigkeit Hornhautschäden auftreten.
  • Intensives Sonnenlicht sollte während der Behandlung möglichst vermieden werden.
  • Die Zähne sollten bei einer Langzeitbehandlung regelmäßig untersucht werden, da ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Karies besteht.

Aktualisiert: 23.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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