Achtung Adipositas: So gefährlich ist starkes Übergewicht

In Deutschland leidet mittlerweile jede*r Vierte unter Adipositas – auch Kinder sind von starkem Übergewicht betroffen. Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass sich die Situation aufgrund mangelnder Bewegungsangebote und Ausganssperren verschlimmert hat. Doch wie entsteht Adipositas und was sind die gesundheitlichen Folgen der Krankheit?

BMI-Tabelle © Getty Images/CollageM

Adipositas wird auch als sehr starkes Übergewicht oder Fettleibigkeit bezeichnet und ist eine ernst zu nehmende, aber behandelbare Erkrankung.

Adipositas: Ab wann spricht man von Fettleibigkeit?

Nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Adipositas als ein Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher definiert. Der BMI ist eine allgemein gültige Kennzahl, welche das Verhältnis von Körpergewicht zur Größe berechnet und in Folge die Körpermasse festlegt. Dieser Vorgang erleichtert die Beurteilung des Körpergewichts. So stuft die WHO den BMI ein:

  • Übergewicht: ≥ 25,0
  • Präadipositas: 25 – 29,9
  • Adipositas Grad 1: 30,0 – 34,9
  • Adipositas Grad 2: 35,0 – 39,9
  • Adipositas Grad 3: ≥ 40

Ursachen von Adipositas

Adipositas kann grundsätzlich immer entstehen, wenn die Energiezufuhr (durch Nahrungsaufnahme) den Energieverbrauch (Bewegung und Aktivität) des Körpers über einen längeren Zeitraum übersteigt. Auch weitere Faktoren wie Genetik und hormonelle Veränderungen können Adipositas begünstigen. Die häufigsten Ursachen von Adipositas sind:

  1. Mangelndes Energie-Gleichgewicht: Erhöhte Energiezufuhr in Form von falscher Ernährung in Verbindung mit geringer Energieverbrennung in Form von körperlicher Aktivität kann zur stetigen Gewichtszunahme führen. Geringe Sportangebote, lange Pendelfahrten oder sitzende Tätigkeiten geben kaum Raum für sportliche Aktivität.
  2. Genetische Faktoren: Adipositas ist in vielen Fällen (70 bis 80 Prozent) auf genetische Ursachen zurückzuführen. Zudem haben die Entwicklung des Kindes im Mutterleib und die Ernährung der Eltern ebenfalls einen Einfluss auf das spätere Gewicht des Kindes.
  3. Hormonelle Veränderungen: Hormone sind beispielsweise für das Sättigungs- und Hungergefühl verantwortlich. Bei erkrankten Personen funktionieren diese Hormone oft nicht mehr richtig.
  4. Psychologische Faktoren und Stress: Stress und Depressionen können Auslöser für Adipositas sein. Besonders das Stresshormon Cortisol ist für die Entstehung von Übergewicht verantwortlich. Schlafentzug infolge von Depressionen oder Stress kann sich ebenfalls negativ auf das Körpergewicht auswirken.
  5. Medikamente: Manche Medikamente können für eine Gewichtszunahme verantwortlich sein. Meist handelt es sich hierbei um verschreibungspflichtige Medikamente, daher sollten mit dem*der zuständigen Arzt*Ärztin Alternativen besprochen werden.

Auch äußere Umweltfaktoren in Form von Werbung oder Plakaten können Lust auf den Konsum von kalorien- und fettreichen Nahrungsmitteln, Getränken und Süßigkeiten machen. Mangelnde Aufklärung und Wissen zu gesunder Ernährung sowie die mangelnde Zeit und Lust, selbst und gesund zu kochen, können Adipositas begünstigen.

Risiken von Adipositas

Als Folge von Adipositas können weitere Krankheiten entstehen:

Behandlung und Therapie von Adipositas

Da Adipositas viele verantwortliche Faktoren zugrunde liegen, müssen vor Beginn der Therapie Ursachen der Fettleibigkeit analysiert werden.

Gemeinsam mit dem*der behandelnden Arzt*Ärztin sollen Therapiepläne und Optionen für einen kontrollierten und kontinuierlichen Gewichtsverlust erarbeitet werden. Diese Maßnahmen sind:

  • Änderung des Lebensstils meist in einen bewussten Lebensstil
  • Körperliche Aktivität und Sport
  • Veränderung im Essverhalten, Diäten und gesunde Ernährung
  • Nicht klinisches Gewichtsmanagement in Form von Büchern, Websites, Apps und Selbsthilfegruppen
  • Klinisches Gewichtsmanagement unter professioneller Betreuung von Ärzt*innen, Psycholog*innen und Ernährungsexpert*innen

Die WHO empfiehlt Kindern und Jugendlichen mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag. Erwachsene sollten pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten aktiv sein. Die Aktivität kann in Form von Spazierengehen, Laufen, Schwimmen oder Radfahren erfolgen, wichtig ist regelmäßige Bewegung.

Aktualisiert: 10.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin