Vorsicht, Gewitterasthma: Pollenbelastung bei Regen höher

Für Allergiker*innen und Asthmatiker*innen bedeuten längere Regentage meist Erholung und Linderung der Allergiesymptome. Bei häufigem Starkregen und Gewitter droht allerdings das Gegenteil: Die Pollenbelastung in der Luft kann steigen, ebenfalls die Zahl der Asthmaanfälle. Darum ist für Menschen mit Asthma besonders bei Gewitter Vorsicht geboten.

Frau putzt sich Nase © Getty Images/byakkaya

Starkregen kann eine richtige Pollenexplosion auslösen, denn die freigesetzten Allergene werden durch den starken Wind in der Luft verteilt. Die Folge: Schwere Allergiesymptome und Asthmaanfälle bei Betroffenen.

Gewitterasthma: Phänomen mit hohem Risiko für Allergiker

Beobachtungen des Gewitterasthmas, auch Thunderstorm Asthma genannt, nehmen im Zuge des Klimawandels und der ansteigenden Unwettergefahr zu.

Expert*innen registrieren immer mehr Personen, die aufgrund allergischer und asthmatischer Beschwerden bei schweren Gewitterstürmen in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Auch Todesfälle sind in diesem Zusammenhang möglich, jedoch selten.

So entsteht das Gewitterasthma:

  • Starke Winde wirbeln drastisch erhöhte Mengen an Gräserpollen und anderen Allergenen aus oberen Luftschichten zusammen.
  • Extreme Fallwinde sorgen infolgedessen dafür, dass die Luftmassen mit hohem Allergengehalt in Bodennähe und schließlich in die Atemluft der Bevölkerung gelangen.
  • Ein heftiger Gewitterregen kann die Pollen dann zerkleinern und zerstören und eine hohe Zahl an Allergenen freisetzen.
  • Die nun besonders feinen Allergen-Partikel erreichen tiefe Bereiche der Bronchien und sorgen so für starke Asthma- und Allergiesymptome.

Dieses Phänomen kann bereits bei hoher Luftfeuchtigkeit erreicht werden und so vermehrt Beschwerden auslösen. Welche Eigenschaften ein Gewitter genau aufweisen muss und wie häufig Gewitterasthma auftritt, ist bisher noch nicht untersucht.

Allergie und Asthma bei Gewittern vorbeugen

Allergiker*innen, die besonders bei Gewittern unter verstärkten Symptomen leiden, sollten verschiedene Maßnahmen ergreifen, um starke Reaktionen zu vermeiden:

  • regelmäßig Wetterdienste und Informationsdienste zur Pollenbelastung nutzen
  • während des Unwetters in einem geschlossenen Raum aufhalten
  • beim Aufenthalt im Freien Mundschutz oder ein Tuch vor dem Gesicht tragen, um die Atemwege zu schützen.
  • auf ärztlichen Rat vorbeugend inhalative Medikamente nutzen.

Bei akuten Asthmaanfällen empfehlen Expert*innen bronchienerweiternde Medikamente, besonders bei schweren Beschwerden sollte aber dringend ein*e Arzt*Ärztin kontaktiert werden.

Aktualisiert: 15.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin