Gesundheit und Alter: So lässt der Geist im Alter nach

Die deutsche Bevölkerung wird im Durchschnitt 83 Jahre alt. Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch die Zahl der älteren Personen in Deutschland. Viele der Senior*innen sind körperlich und geistig trotz hohen Alters fit und gestalten ihren Alltag selbst. Dazu zählt auch die Mobilität. Doch wie sicher sind ältere Personen im Straßenverkehr und wie stark nimmt die kognitive Leistung im Alter ab?

Senioren beim Autofahren © Getty Images/ Carl Smith

Die RTL-Sendung "Alt & Abgefahren" zeigt Senior*innen, die trotz hohen Alters noch regelmäßig Auto fahren. Freiwillig absolvieren die Teilnehmenden eine Führerscheinprüfung. Hierbei weisen viele der älteren Autofahrer*innen erhebliche Defizite auf. Darum sind gewisse Vorgänge im Alter schwerer zu bewältigen.

Altersschwäche: So beeinflusst das Alter das Fahrverhalten

Im Alter nehmen sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit ab. Besonders das Gedächtnis sowie kognitives Leistungs- und Reaktionsvermögen verschlechtern sich und führen zu möglichen Einschränkungen bei der Verkehrsteilnahme. Zudem kann sich die visuelle Leistung bereits ab dem 40. Lebensjahr verschlechtern und in Folge das Sehverhalten beeinflussen.

Sehvermögen im Alter beeinträchtigt

So macht sich mangelndes Sehvermögen bemerkbar:

  • Schlechte Blend- und Lichtempfindlichkeit beeinflussen besonders das Autofahren bei Dämmerung und Nacht. Das Auge kann wechselnde Lichtverhältnisse oder entgegenkommende Scheinwerfer schlechter verarbeiten.
  • Das visuelle Aufmerksamkeitsfeld lässt ebenfalls nach. Das Sichtfeld der Person wird stark eingeschränkt. Besonders Radfahrer oder andere Fahrzeuge können beispielsweise beim Spurwechsel oder Abbiegen leichter übersehen werden.
  • Ältere Personen haben zudem Probleme, viele Reize gleichzeitig zu verarbeiten und zu extrahieren. Wichtige Schlüsselreize wie beispielsweise Verkehrsschilder, Ampeln oder auch spielende Kinder werden schlechter erkannt. Senior*innen benötigen mehr Zeit, um die Reize zu verarbeiten und in Folge darauf zu reagieren. Häufig kommt es auch zu einer Fehlverarbeitung der Reize und ein wichtiger Reiz wird als unwichtig eingestuft.

Geistige Leistungsfähigkeit verändert sich im Alter

Neben dem Sehvermögen gibt es weitere Komponenten, die ältere Personen besonders beim Autofahren einschränken können:

  • Das Gedächtnis und der "Arbeitsspeicher" des Gehirns können ebenfalls nachlassen. Dies hat einen Einfluss auf die Arbeitsgeschwindigkeit, die Genauigkeit und somit das Reaktionsvermögen und die Handlungssteuerung. Komplexe Situationen können Senior*innen beim Autofahren daher schnell überfordern.
  • Auch die Mehrfachfähigkeit oder das Multitasking nehmen im Alter zunehmend ab. Die parallele Durchführung sensomotorischer und kognitiver Aufgaben kann ältere Personen schneller überfordern als jüngere. Beispiele beim Autofahren sind hierbei das Auto in der Spur zu halten, in den richtigen Gang zu schalten und auf den Straßenverkehr und mögliche Warnsignale zu achten.

Ältere Autofahrer*innen versuchen, Stress und Überforderung im Straßenverkehr zu verhindern, indem sie bestimmte Situationen kompensieren. Dies spiegelt sich in Entschleunigung in Form von langsamer Fahrweise oder Vermeidung riskanter Situationen wider. Längere Fahrten oder die Hauptverkehrszeiten werden somit vermieden.

Auch in der RTL-Sendung "Alt & Abgefahren" sind die Probleme und Einschränkungen bei den fahrenden Senior*innen klar erkennbar. In der Schweiz müssen Senior*innen regelmäßig Tests zur Fahrtauglichkeit absolvieren, um das allgemeine Unfallrisiko zu reduzieren.

Aktualisiert: 09.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin