AstraZeneca: Warum treten Embolien auf?

Ein Vertreter der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) hat den kausalen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung des Vakzins von AstraZeneca und den aufgetretenen Hirnvenenthrombosen und Embolien bestätigt. Doch wie entstehen Thrombosen und Embolien und woran erkennt man diese?

Embolie © Getty Images/ SEBASTIAN KAULITZKI/SCIENCE PHOTO LIBRARY

In Deutschland wird das AstraZeneca-Vakzin aufgrund gesundheitlicher Risiken vorerst nur noch an Personen über 60 Jahren geimpft. Warum der Impfstoff bei jüngeren Personen einen Abfall der Thrombozytenzahl hervorrufen kann, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, spielen eine große Rolle für die Blutgerinnung. Folgen des Blutplättchen-Abfalls können Thrombosen und Embolien sein.

Thrombose-Gefahr durch AstraZeneca: Warum entsteht ein Blutgerinnsel?

Eine Thrombose macht sich meist als Verschluss eines Gefäßes bemerkbar. Dieses kann vollständig oder nur teilweise blockiert sein. Der sogenannte Thrombus (Blutgerinnsel) entsteht, wenn das Blut innerhalb der Gefäße gerinnt.

Im Grunde gibt es verschiedene Ursachen einer Thrombose: Meist sind Schäden der Gefäße, Störungen der Blutgerinnung und Durchblutungsstörungen beispielsweise durch langes Sitzen der Auslöser.

Weitere Risikofaktoren für eine Thrombose sind:

  • Hormonelle Verhütung (Antibaby-Pille)
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Schwangerschaft

Meist tritt die Thrombose als Beinvenenthrombose auf. Auch andere Teile des Herzkreislaufsystems können betroffen sein.

Im Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung traten bisher einige Sinusvenenthrombosen auf, besonders bei jüngeren Frauen: Eine Sinusvenenthrombose entsteht im Gehirn und verhindert somit den Blutfluss im Kopf. Es handelt sich um eine Blockade in den großen Venen im Gehirn, den sogenannten Sinusvenen, die in der Hirnhaut liegen und sauerstoffarmes Blut zum Herzen transportieren. Im Zuge der Verstopfung kommt es zu einer Druckerhöhung im Schädel, wodurch empfindliche Gehirnzellen absterben können.

Die Impfung löst vermutlich einen starken Abfall der Thrombozyten aus. Bei ersten Analysen der untersuchten Blutproben machte sich eine übermäßige Aktivierung der Thrombozyten bemerkbar. Die Aktivierung der Blutplättchen geschieht in der Regel nach einer Verletzung, um die Wundheilung voranzutreiben. Sie sorgt für ein Verklumpen und eine Gerinnselbildung, um ein verletztes Gefäß zu verschließen und die Blutung zu stillen. Sind die Thrombozyten übermäßig aktiv, verklumpen sie auch ohne Verletzung: das Thromboserisiko steigt.

Hirnvenenthrombose erkennen

Symptome der Hirnvenenthrombose machen sich im Gegensatz zu normalen Impfnebenwirkungen meist erst fünf bis 15 Tage nach der Impfung bemerkbar. Neben punktförmigen Einblutungen (Petechien) und blauen Flecken auf der Haut können auch starke Kopfschmerzen, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen ein Indiz für eine Thrombose im Gehirn sein.

Sollten nach der AstraZeneca-Impfung entsprechende Symptome auftreten, sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Eine geeignete Behandlungsmethode für die Hirnvenenthrombose konnte bereits von einem Forscher*innen-Team der Universität Greifswald entwickelt werden.

Lungenembolie: Symptome erkennen und Ursachen verhindern

Neben den bekannten Fällen der Hirnvenenthrombose könnte zudem ein kausaler Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und Lungenembolien bestehen.

Bei einer Lungenembolie kommt es zum vollständigen oder partiellen Verschluss der Lungengefäße. Je nach Größe des verstopften Gefäßes treten schwere oder nur leichte Symptome auf.

Meist tritt eine Lungenembolie als Folge einer Venenthrombose auf. Bein- und Beckenvenenthrombosen sind bei 95 Prozent aller Fälle für eine Lungenembolie verantwortlich. Teile des Thrombus lösen sich aus der Vene, werden mit dem venösen Blutstrom in Herz und Lunge geschwemmt und führen in Folge zur Verstopfung eines Lungengefäßes.

Weitere Ursachen einer Lungenembolie können auch verschleppte Fettpartikel als Folge von Operationen oder Knochenbrüchen, Fruchtwassermengen nach einem Kaiserschnitt oder Luft innerhalb der Venen beispielsweise durch falsches Spritzen verursacht werden.

Symptome einer Lungenembolie sind:

  • Schmerzen im Brustkorb
  • Erhöhter Puls (Herzrasen)
  • Schnelle Atmung mit über 16 Atemzügen
  • Akute Luftnot
  • Bluthusten
  • Erguss in der Lunge

Bei Problemen und Symptomen im aktuellen Zusammenhang, besonders nach einer Impfung mit AstraZeneca sollte der*die zuständige*r Arzt*Ärztin hinzugezogen werden, um schwerwiegende Folgen zu verhindern.

Aktualisiert: 06.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin