Corona-Impfung und Schwangerschaft positiv zu bewerten

Während in Deutschland aktuell nur enge Kontaktpersonen von Schwangeren geimpft werden, erhalten in den USA bereits seit mehreren Wochen auch Schwangere den Impfstoff. Bisher wurde keine Häufung von Komplikationen bei werdenden Müttern beobachtet. Aufgrund der potenziellen Gefahren für Mutter und Ungeborenes durch das Corona-Virus ist die COVID-19-Impfung in Amerika auch für Schwangere freigegeben worden.

Corona-Impfung in der Schwangerschaft © Getty Images/ bogdankosanovic

Aufgrund des hohen Risikos von Schwangeren schwere Corona-Verläufe zu erleiden, werden in den USA auch schwangere Frauen geimpft. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat sich im Gegensatz zur Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine Corona-Impfung bei werdenden Müttern ausgesprochen. Die Entscheidung fiel in enger Zusammenarbeit mit dem American College of Obstetricians and Gynecologists und der American Academy of Pediatrics. Schwangere werden aus Sicherheitsgründen von klinischen und randomisierten Studien mit Impfstoffen ausgeschlossen. Daher gibt es bisher auch keine Daten der Pharmakonzerne zu möglichen Komplikationen bei werdenden Müttern im Zusammenhang mit der Corona-Impfung.

Impfung und Schwangerschaft: Untersuchungen sind positiv zu bewerten

Die bisherigen Daten aus den USA zu Corona-Impfungen während der Schwangerschaft sind positiv zu bewerten: In den ersten elf Wochen der Impfkampagne gegen SARS-CoV-2 zeigten sich keine vermehrten Komplikationen bei den werdenden Müttern.

In den Vereinigten Staaten können sich geimpfte Schwangere oder Frauen, die kurz vor der Schwangerschaft geimpft wurden, auf der Plattform "V-Safe" registrieren. Sie werden dann regelmäßig online oder per Smartphone-App nach ihrem aktuellen Wohlbefinden und dem Ausgang der Schwangerschaft befragt. Darüber oder über das US-Meldesystem VAERS wurden keine Sicherheitssignale in Form von Komplikationen oder Gefahren bemerkt.

Einige Fakten der Studie zusammengefasst:

  • Insgesamt registrierten sich 35.601 Frauen
  • Die geimpften Vakzine waren die der Unternehmen BioNTech/Pfizer und Moderna
  • Insgesamt konnten 3.958 schwangere Frauen befragt werden

In Bezug auf die Nebenwirkungen traten keine Unterschiede zu nicht-schwangeren Frauen auf. Schmerzen an der Injektionsstelle kamen häufiger vor. Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Fieber wurden weniger häufig registriert.

Schwangerschaftsverläufe nach einer Corona-Impfung

Bisher liegen über die Plattform "V-Safe" folgende Daten vor: Bei 827 Frauen ist die Schwangerschaft mittlerweile beendet. Viele davon wurden im dritten Trimester der Schwangerschaft geimpft. 712 Frauen brachten 724 lebende Kinder zur Welt. Bei 115 werdenden Müttern kam es zum Schwangerschaftsverlust. Davon ließen zehn Frauen eine Abtreibung durchführen oder litten an einer ektopischen Schwangerschaft, bei der sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutterhöhle einnistet.

Bei den weiteren 105 spontanen Schwangerschaftsverlusten traten 104 bereits in den ersten 20 Wochen der Schwangerschaft auf. Diese Werte werden in der Literatur auch bei nicht geimpften Schwangerschaften wahrgenommen und sind daher nicht als Warnsignal zu bewerten.

Die Wissenschaftler*innen registrierten zudem einen unauffälligen Anteil an:

  • Frühgeburten: 9,4 Prozent
  • Mangelgeburten (sehr niedriges Geburtsgewicht): 3,2 Prozent
  • Fehlbildungen: 2,2 Prozent

Im Meldesystem VAERS wurden von 221 Meldungen 46 als spontane Abgänge vermerkt. Zudem sind Totgeburten, vorzeitige Blasensprünge oder Vaginalblutungen gemeldet worden, welche allerdings auch bei nicht geimpften Frauen auftreten können. Insgesamt sind diese Daten weder auffällig noch als besonderes Sicherheitssignal zu bewerten.

COVID-Impfung bei Schwangeren vermutlich möglich

Die Studienergebnisse sind insgesamt positiv zu bewerten. Nach der Corona-Impfung ist weder im dritten Trimester der Schwangerschaft noch beim Neugeborenen ein Sicherheitssignal aufgetreten.

Anzumerken ist, dass aufgrund der geringen Datenlage und des bisher kurzen Untersuchungszeitraums aktuell nur eine geringe Anzahl an geimpften Frauen aus dem ersten Trimester den Geburtstermin erreicht haben. Dies ist jedoch die Phase, bei der die meisten Fehlbildungen beim Ungeborenen entstehen können. Weitere Daten können dazu beitragen, das Risiko der Impfung im ersten Abschnitt der Schwangerschaft und der Corona-Impfung bei Schwangeren generell besser einzuschätzen.

Aktualisiert: 18.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin