Eisbaden: Gesunder oder gefährlicher Trend?

Eisbaden – gut für das Immunsystem oder doch nur ein gefährlicher Kick im Winter? Immer mehr Menschen folgen der Tradition aus Russland, doch wie wirkt sich Eisbaden auf den Körper aus, was ist die Wim Hof Methode und was ist beim Trend Winterbaden zu beachten?

Frau beim Eisbaden © Getty Images/Cavan Images

Wie stärkt der Trend das Immunsystem?

Eisbaden, auch Cold Therapy genannt, stärkt das Immunsystem, unterstützt die Abwehrkräfte und schüttet Adrenalin und Endorphine aus. Winterschwimmen oder Winterbaden fördert die Regeneration und kann den Körper somit schneller wieder zur Höchstleistung bringen. Das passiert mit unserem Körper beim Eisbaden:

  • Beim ersten Kontakt mit Eiswasser kommt es zur Kontraktion von Hautgefäßen.
  • Das Blut sammelt sich im Körperkern, um die gewünschte Körpertemperatur von 36 bis 37 Grad zu erhalten.
  • Nach dem Aufenthalt im Wasser reagiert der Körper mit einer verstärkten Durchblutung (Hyperämie). Diese wirkt sich positiv auf den Muskelapparat aus.
  • Die Abwechslung von warm zu kalt soll das Immunsystem stimulieren.
  • Der Kick beim Eintauchen setzt Adrenalin und Endorphine frei. Eisbaden stärkt nicht nur den Körper, sondern auch Kopf und Psyche.

Birgt Eisbaden versteckte Gefahren?

Doch Eisbaden birgt auch einige Gefahren und kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Aufgrund des Wechselspiels von Wärme und Kälte kann es zu Gefäßverengungen am Herzen kommen. Daher ist Eisbaden besonders für ältere Menschen und Menschen mit Herz- und Gefäßerkrankungen mit Vorsicht zu genießen. Grundsätzlich wird empfohlen, Eisbaden mit dem Hausarzt oder Kardiologen abzuklären.

Cold Therapy: Ein Teil der Wim Hof Methode

Eisbaden oder Cold Therapy ist zudem ein Teil der Wim Hof Methode: Diese, benannt nach dem niederländischen Eistaucher Wim Hof, ist eine Art der Meditation und Selbsterfahrung für Körper und Geist. Sie setzt sich aus der richtigen Atemtechnik und der Kälteerfahrung zusammen.

Ziel ist, Körper und Geist leistungsfähiger, gesünder und resistenter gegen Umwelteinflüsse zu machen. Die Atemtechnik erfolgt durch tiefe Bauchatmung. Nach 30 Atemzügen durch den Mund wird die Luft so lange wie möglich angehalten. Es empfiehlt sich, die Zeit zu stoppen, um Fortschritte zu erkennen, und diesen Vorgang jeden Tag drei Mal zu wiederholen. In Kombination mit Winterbaden oder kaltem Duschen soll die Wim Hof Methode eine positive Wirkung auf das Nervensystem, Immunsystem und unsere Psyche haben.

So gelingt Eisbaden: 9 Tipps und Tricks

Eisbaden lässt auch einen gesunden Körper nicht kalt, daher sollte vor und während des Eisbadens oder Winterschwimmens auf einige Punkte geachtet werden:

  1. Untrainierte oder Unerfahrene sollten sich mit kalten Duschen langsam an das eisige Nass herantasten.
  2. Beim kalten Duschen und Eisbaden langsam und gleichmäßig einatmen: Eine regelmäßige Atmung ist das A und O, um Schmerzen beim Eintauchen zu verhindern.
  3. Nicht ins kalte Wasser springen, immer langsam herantasten.
  4. Um eine Unterkühlung zu vermeiden, nicht länger als fünf Minuten im Wasser bleiben.
  5. Neoprenschuhe und Neoprenhandschuhe schützen Hände und Füße vor Erfrierungen.
  6. Kopf und Haare nicht unter Wasser tauchen.
  7. In Gruppen baden, um bei Problemen besser reagieren zu können.
  8. Nach dem Baden warm anziehen, Mütze einpacken und Auskühlen im Freien vermeiden.
  9. Dem Körper Zeit für Regeneration gewähren.

Wird alles richtig gemacht, schadet Eisbaden dem Körper nicht und Winterbaden kann das Immunsystem stärken. Um mögliche negative Folgen zu verhindern, sollte vor dem Eisbaden dennoch ein Arzt aufgesucht werden. Ist alles in Ordnung, die oben genannten Tipps und Tricks beachten und ab ins kalte Nass.

Aktualisiert: 15.02.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin