Fitnesstracker: So erkennen sie Long-COVID

Fitnesstracker sind von vielen Handgelenken nicht mehr wegzudenken. Sie zeichnen verschiedenen Parameter auf, helfen bei Sport und Diäten und erfassen mit der Zustimmung der Benutzer*innen auch Krankheitsverläufe und Gesundheitszustand. Die schlauen Uhren können zudem typische Symptome von Long-COVID erkennen.

Frau mit Fitnesstracker © Getty Images/d3sign

In den USA nutzt bereits jede*r vierte Erwachsene Fitnesstracker oder Smart Watches unterschiedlicher Hersteller. Die Armbänder übertragen die Daten nach Zustimmung der Nutzer*innen an eine Sammelstelle. Von März 2020 bis Januar 2021 übermittelten 37.146 Amerikaner*innen ihre Daten. 827 Personen litten an COVID-Symptomen. 234 der 827 wurden positiv getestet.

Long-COVID: Symptome klar erkennbar

Wissenschaftler*innen des Scripps Institute haben die Daten der Corona-Erkrankten ausgewertet:

  • Die gemessenen Parameter zeigen die starken Auswirkungen von COVID-19 auf den Körper.
  • Während der Erkrankung wurde eine hohe Herzfrequenz und lange Schlafdauer registriert.
  • Die Zahl der gemessenen Schritte pro Tag nahm ab.
  • Es wurde eine vorübergehende Bradykardie, ein leichter Rückgang der Schlagzahl des Herzens, wahrgenommen. Dies trat meist zwischen dem neunten und 15. Tag der Erkrankung auf.
  • Der Puls blieb bis zu 79 Tage lang höher als vor der Erkrankung. Dies könnte ein Hinweis auf Long-COVID sein. Der Puls war hierbei um ein bis fünf Schläge höher als vor der Erkrankung.
  • Schlafverhalten und Schrittzahl normalisierten sich bis zu 24 Tage nach überstandener COVID-Infektion.

Studien zeigen, dass Daten der Fitnesstracker die Diagnose von Krankheiten erleichtern können. In Kombination mit den Symptomen kann eine Erkrankung zu einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad erkannt werden. Fallen Veränderungen auf, sollten Sie Ihre*n Hausärztin*Hausarzt kontaktieren. Fitnesstracker können zwar erste Hinweise geben, ersetzen aber keine ärztlichen Untersuchungen oder medizinische Geräte wie beispielweise ein Langzeit-EKG.

Aktualisiert: 13.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin