Generalisierte Angststörung: Anzeichen und Hinweise

Zirka fünf Prozent der Deutschen erkranken einmal im Leben an einer generalisierten Angststörung (GAS). Die Symptome treten meist mindestens für ein halbes Jahr auf. Neben Erwachsenen können auch Kinder und Jugendliche an einer generalisierten Angststörung leiden. Während der Corona-Pandemie könnte die Dunkelziffer der Betroffenen deutlich erhöht sein. Das Corona-Virus und die Folgen des Lockdowns könnten zudem mögliche Ursachen deutlich verstärkt haben. Ursachen können unter anderem schwere Traumata, Verluste, belastende Erfahrungen, wie familiärer Stress oder berufliche und schulische Belastungen sein. Mit ausreichend Hilfe und Unterstützung kann die generalisierte Angststörung jedoch gut therapiert werden.

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Generalisierte Angststörung: kurz erklärt

Frau unter der Bettdecke © Getty Images/Dmitry Marchenko / EyeEm
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Angst und Furcht sind natürliche Instinkte, die vor Gefahren schützen und dabei helfen, Situationen richtig einzuschätzen. Ist Angst allerdings der entscheidende Faktor im Leben, wird sie zur Belastung. Ständige Sorgen und Furcht in Alltagssituationen und ein übermäßiges Misstrauen können Anzeichen einer generalisierten Angststörung sein. Betroffene wissen oft selbst, dass die Angst den Alltag kontrolliert und ein normales Maß an Vorsicht überschritten wird, dennoch können sie die Ängste nicht selbstständig kontrollieren.

Die Symptome können nicht nur bei Erwachsenen auftreten. Eine generalisierte Angststörung macht sich bereits bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar. Ursachen und Symptome können sich aber mit dem Alter verändern.

Generalisierte Angststörung: übermäßige Sorgen

Frau mit Maske hinter Vorhang © Getty Images/dragana991
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Eines der häufigsten Anzeichen einer generalisierten Angststörung sind anhaltende, realitätsferne und übertriebene Befürchtungen. Unterschiedliche Lebensbereiche werden als Bedrohung angesehen – die Furcht vor Alltagssituationen jeglicher Art steigt.

Die ständige Sorge, geliebte Personen könnten Opfer eines Unfalls werden oder erkranken, kommt beispielsweise häufig vor. Das tägliche Leben wird durch die Furcht stark eingeschränkt.

Körperliche Anzeichen der generalisierten Angststörung

Mann mit Bauchschmerzen © Getty Images/Photographer, Basak Gurbuz Derman
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Folgen der ständigen Angst sind unter anderem körperliche Beschwerden. Die physischen Symptome halten meist über ein halbes Jahr an, typisch ist dabei:

Auslöser der körperlichen Beschwerden ist meist das Hormon Adrenalin, welches bei Angst von der Nebenniere ausgeschüttet wird. Adrenalin beschleunigt die Funktionen des Körpers und fördert die Wachsamkeit und Reaktionsbereitschaft. Bei Betroffenen führt dies allerdings zu einer ständigen Alarmbereitschaft, die sich auch durch körperliche Symptome bemerkbar macht.

Manchmal kommt es dann zu einem Teufelskreis: Betroffene sind wegen der auftretenden Symptome besorgt und befürchten eine schlimme Erkrankung, was die Beschwerden selbst wiederum verstärkt.

Innere Unruhe und Schlafstörungen

Mann mit Schlafstörung © Getty Images/Maskot
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Ständige Unruhe und Schlafstörungen können weitere Anzeichen der GAS sein. Hinzu kommen Konzentrationsprobleme, Ruhelosigkeit und übermäßige Müdigkeit. Eine Depression kann zeitgleich oder infolge einer generalisierten Angststörung auftreten.

Vermeiden von Alltagssituationen

Kinder hinter Fenster © Getty Images/Catherine Falls Commercial
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Die Furcht vor schlimmen Ereignissen bewegt Betroffene der generalisierten Angststörung dazu, vermeintlich gefährliche Situationen zu vermeiden. Der Alltag wird zur Belastung – die betroffenen Personen sind oft stark gereizt und überfordert.

Freiwillige Isolation und Entfremdung können ein Anzeichen der generalisierten Angststörung sein.

Generalisierte Angststörung: Diagnose und Therapie

Therapeutin in Sprechstunde © Getty images/SDI Productions
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Eine generalisierte Angststörung wird diagnostiziert, wenn

  • die Angstzustände an den meisten Tagen bestehen,
  • die Beschwerden mindestens ein halbes Jahr andauern,
  • keine Kontrolle über die Ängste besteht,
  • die Angst zur Belastung im Alltag wird,
  • mindestens drei der genannten körperlichen Symptome auftreten.

Bei mehreren Symptomen und regelmäßigen Angstzuständen sollte der*die zuständige Arzt*Ärztin informiert werden, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.

Die generalisierte Angststörung kann mithilfe verschiedener Methoden therapiert werden:

  • psychologische und psychotherapeutische Behandlungsmethoden, beispielsweise in Form von Verhaltenstraining
  • Entspannungstechniken, wie Progressive Muskelentspannung oder Meditation
  • Medikamente
  • Maßnahmen zur Selbsthilfe, beispielsweise in Selbsthilfegruppen

Aktualisiert: 19.08.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin