Angst vor Kontakten? – Das sind Anzeichen sozialer Phobie

Soziale Phobie wird auch als soziale Angst oder soziale Angststörung bezeichnet und ist eine psychische Erkrankung. Die Situationsangst kann für Betroffene eine Belastung im Alltag werden – ein einfaches Treffen mit Freunden oder andere soziale Interaktionen sind nicht mehr möglich. Besonders viel Stress tritt auf, wenn Personen das Gefühl haben, kritisch betrachtet zu werden und sich blamieren könnten. Das eigene Selbstwertgefühl ist permanent bedroht, die Betroffenen dauerhaft einer sozialen Angst ausgesetzt. Die soziale Phobie betrifft zwischen vier bis zwölf Prozent der Bevölkerung, meist leiden jüngere Personen an der Phobie – aufgrund der langen Kontaktbeschränkungen und des Lockdowns könnte der Anteil allerdings gestiegen sein. Diese Anzeichen könnten darauf hinweisen, dass Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld an einer sozialen Phobie leidet.

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1. Soziale Phobie – die Angst in gemeinsamen Alltagssituationen

Frau isoliert sich © Getty Images/Vladimir Vladimirov
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Die Ängste beziehen sich meist auf soziale Situationen. Ein gemeinsames Essen mit Freund*innen, Bekannten oder Kolleg*innen, Vorträge und/oder Sprechen in der Öffentlichkeit sind nur schwer zu bewältigen. Auch ein gemeinsames Miteinander auf Feiern oder im Büro, in der Universität oder dem Klassenraum kann Betroffene belasten. Zudem fürchten sich Personen mit sozialer Phobie, Bekannten außerhalb des gewohnten Umfelds zu begegnen.

2. Körperliche Symptome, durch Stress verursacht

Schülerin auf Schulgang © Getty Images/skynesher
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Der psychische Stress der sozialen Belastung wirkt sich auch auf das körperliche Wohlbefinden aus. Betroffene leiden oft an verschiedenen Beschwerden:

Aus Angst, andere Menschen könnten die körperlichen Symptome bemerken, steigt die Konzentration auf die Symptome, welche sich noch verstärken.

3. Angst, sich zu blamieren

Chef ermahnt Mitarbeiter © Getty Images/Vladimir Vladimirov
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Ständige Gedanken, was andere Personen von den Betroffenen denken, ob sie sich blamieren könnten und wie sie sich im Umfeld präsentieren müssen, um anderen zu gefallen, sind ein weiterer Anhaltspunkt für soziale Angst. Die Vorstellung, vor anderen zu versagen, stellt meist ein weiteres Merkmal der sozialen Phobie dar.

4. Vermeiden von sozialen Situationen

Mann zieht sich Kragen über den Kopf © Getty Images/Francesco Carta fotografo
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Für Personen mit sozialer Angst ist es meist am leichtesten, die Kontakte zu vermeiden und somit Stress zu minimieren. Das Versteckspiel sorgt zwar für den Moment für Abhilfe, schafft aber das eigentliche Problem, also die Angststörung, nicht aus dem Weg. Betroffene isolieren sich selbst und verzichten mehr und mehr auf belastende Situationen.

5. Andere psychische Erkrankungen

Junge Frau mit Depressionen auf dem Bett © Getty Images/seksan Mongkhonkhamsao
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Soziale Phobie geht in zirka zwei Dritteln der Fälle mit weiteren psychischen Erkrankungen einher. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Suchterkrankungen, Essstörungen und weitere Angsterkrankungen. Auch Depressionen können zeitgleich zur sozialen Phobie auftreten.

6. Anzeichen erkannt? – Das ist zu tun

Frau bei Therapeutin © Getty Images/Fiordaliso
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Die Anzeichen der sozialen Phobie zu erkennen oder sich selbst einzugestehen, vielleicht an einer sozialen Phobie zu leiden, ist nicht leicht. Dauern die Symptome allerdings länger als ein halbes Jahr an, sollten die Betroffenen ärztlichen Rat einholen und ein*e Therapeut*in besuchen. Die passende Behandlungsform wird gemeinsam erarbeitet. Eine Angststörung ist eine psychische Erkrankung, welche behandelt werden muss, um schlimmere Folgen wie Depressionen oder mögliche Suchterkrankungen sowie Suizidalität zu verhindern.

Aktualisiert: 20.10.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin