Soziale Phobie: Welche Risikofaktoren und Ursachen gibt es?

Der sozialen Angst, auch soziale Phobie genannt, können verschiedenen Ursachen und Risikofaktoren zugrunde liegen. Für Betroffene sind einfache Alltagssituationen bereits eine Herausforderung. Die Angst, im Mittelpunkt zu stehen und sich zu blamieren, hemmt das soziale Leben, das Selbstwertgefühl der Erkrankten ist meist sehr niedrig. Viele Personen leiden nach der Corona-Pandemie an sozialer Angst und isolieren sich selbst – doch soziale Phobie baut sich nicht von einem auf den anderen Tag auf – meist gibt es Ursachen und Risikofaktoren.

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1. Genetische Veranlagung

Mutter und Kind auf Ciuch © Getty Images/Westend61
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Soziale Phobie kann bereits in den Genen verankert sein. Studien zeigen, dass die Veranlagung durchaus eine Rolle spielen kann. Betroffene verhalten sich in sozialen Situationen oftmals zurückhaltend und bewusst schüchtern, in der Hoffnung vom Umfeld so besser integriert zu werden. Für Kinder von sozialphobischen Elternteilen besteht ein höheres Risiko, in sozialen Situationen Angst zu erleben und bereits mit dieser Angst aufzuwachsen.

2. Traumatische Erlebnisse und Erfahrungen

Junge wird gemobbt © Getty Images/HRAUN
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Kindheit und Jugend prägen oftmals ein Leben lang. Einschneidende oder traumatische Erlebnisse in frühem Alter können eine Ursache sozialer Phobie sein. Kinder und Jugendliche, die Ablehnung oder Mobbing erfahren, neigen zu starker Verunsicherung und Selbstzweifeln. Diese können zu einer sozialen Phobie führen.

Aber auch weitere Erfahrungen im Kinder- und Jugendalter sind mögliche Ursachen der sozialen Angststörung:

  • Scheidung
  • Familienkonflikte
  • psychische Erkrankung eines Familienmitglieds
  • Mobbing
  • Ausgrenzung

Die Minderwertigkeitskomplexe halten sich meist auch bei Erwachsenen, eine soziale Phobie kann folgen.

3. Erziehung als Ursache sozialer Phobie

Kind wird ermahnt © Getty Images/Jose Luis Pelaez Inc
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Neben traumatischen Erlebnissen oder einer genetischen Veranlagung, kann auch die Erziehung für eine soziale Phobie verantwortlich sein. Hierbei kann zwischen zwei extremen Erziehungsmethoden unterschieden werden:

  • Ständige Kritik im Elternhaus: Kinder und Jugendliche, welche nur wenig Liebe erfahren und für ihr Verhalten kritisiert werden, entwickeln nur ein geringes Selbstwertgefühl, welches sich auch in anderen Lebensbereich widerspiegeln kann.
  • Fürsorge von Helikoptereltern: Für Kinder und Jugendliche von überfürsorglichen und vorsichtigen Eltern fällt der Umgang mit Kritik hingegen schwer. Fehler und negative Erfahrungen werden nur schwer verarbeitet und können in sozialer Angst und Isolation enden.
  • Geringe soziale Kontakte: Eltern, die wenig soziale, intensive Kontakte und Angst vor der Meinung des sozialen Umfelds haben, können eine soziale Phobie bei Kindern auslösen.

4. Die eigene Persönlichkeit

Schüchterner Mann versteckt sich © Getty Images/Francesco Carta fotografo
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Wer sich bereits in früher Kindheit sozial zurückzieht und schüchtern ist, kann mit neuen Situationen oder fremden Menschen nur schwer umgehen. Die Folge: Soziale Kontakte, Herausforderungen und der Umgang mit anderen Personen werden vermieden.

Aktualisiert: 21.10.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin