Gender-Medizin: So ticken Frauen im Bereich Gesundheit!

Geschlechterunterschiede spielen auch in der Medizin eine wichtige Rolle: Medikamente sollten beispielsweise je nach Geschlecht unterschiedlich dosiert werden und Herzinfarkt-Symptome machen sich bei Frauen oftmals versteckt bemerkbar. Darauf sollten Frauen achten!

Gendermedizin-Herz-Frau © Getty Images/nzphotonz

Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren physiologischen Eigenschaften – daher sollten auch Medikamente und Krankheitsverläufe an das Geschlecht angepasst werden. Symptome oder Verläufe spiegeln sich oft unterschiedlich wider, darauf sollten Frauen bei der Einnahme von Medikamenten achten.

Medikamente wirken bei Frauen anders

Obwohl Medikamente sowohl bei Frauen als auch bei Männern eingesetzt werden, beziehen Pharmahersteller meist nur Männer in ihre Medikamenten-Studien ein. Denn diese erklären sich öfter freiwillig bereit , neue Medikamente zu testen. Aufgrund folgender Faktoren ist es wichtig Medikamente speziell an Frauen zu testen und Empfehlungen für sie auszusprechen:

  • Männer und Frauen verfügen über unterschiedliche Mengen an Enzymen, die die Wirkstoffe der Medikamente im Körper aktivieren. Dies kann die Dosierung der Medikamente im Blut beeinflussen.
  • Männer verfügen über einen geringeren Körperfettanteil als Frauen. Der Körper nimmt den Wirkstoff daher unterschiedlich auf und verteilt diesen.
  • Nach der Medikamenteneinnahme benötigt eine Tablette im Körper bei Mann und Frau unterschiedlich lange, bis sie wirksam ist.
  • Frauen leiden häufiger unter Nebenwirkungen der Medikamente.

Frauen sollten beim Arztbesuch genauer nachfragen

Vor und auch während der Einnahme von Medikamenten sollten sich Frauen bei der*dem Ärztin*Arzt über genderspezifische Unterschiede schlau machen:

  • Auf Nebenwirkungen achten und die*den Ärztin*Arzt bei Problemen informieren
  • Dosierung gemeinsam mit dem der*dem Ärztin*Arzt absprechen und kontrollieren

Herzinfarkt-Symptome äußern sich bei Frauen anders

Frauen erleiden meist erst im späteren Alter einen Herzinfarkt als Männer. Dies hängt unter anderem mit der Menopause und der Produktion des Sexualhormons Östrogen im Körper zusammen. Das Hormon wirkt sich positiv auf die Gefäße aus und erleichtert den Blutfluss, daher tritt der Herzinfarkt bei Frauen erst zehn Jahre nach der Menopause auf.

Frauen nehmen die Herzinfarkt-Symptome oftmals anders wahr, daher wird dieser später erkannt und bietet weniger Zeit für eine Behandlung.

Herzinfarkt bei Frauen erkennen

Bei Männern ist ein Herzinfarkt meist offensichtlicher zu erkennen als bei Frauen. Der typische Brustschmerz, der vermehrt in den Arm ausstrahlt, tritt weniger auf. Vielmehr nehmen Frauen den Herzinfarkt als ein Engegefühl in der Brust wahr. Zudem treten weitere Symptome ein:

  • Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • Rückenschmerzen
  • Ziehen in den Armen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Depressionen
  • Atemnot und Kurzatmigkeit

Frauen neigen besonders dazu den Herzinfarkt als Magenprobleme einzuordnen. Bei Auftreten der Symptome sollte dringend eine*ein Arzt*Ärztin kontaktiert werden. Zudem sollten ältere Frauen ihr Herz-Kreislauf-System regelmäßig checken lassen. Ein gesunder Lebensstil trägt zudem dazu bei, Herzprobleme zu reduzieren.

Aktualisiert: 09.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin