Corona-Impfung: Alle zugelassenen Impfstoffe im Überblick

Nach BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca reiht sich ab 19. April mit Johnson & Johnson ein weiterer Impfstoff in die Liste ein – auch die Zulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V ist bereits im Gespräch. Welche Impfstoffe gibt es, was ist der Unterschied zwischen mRNA- und Vektor-Impfstoffen und wie wirken sie?

Corona-Impfstoff © Getty Images/Andriy Onufriyenko

Gar nicht so leicht bei so vielen Corona-Impfstoffen, den Überblick zu behalten. Wo liegen die Unterschiede und wirken alle gleich gut? Grundsätzlich muss zwischen einem mRNA-Impfstoff und einem Vektor-Impfstoff unterschieden werden.

Impfstoffe: So funktionieren sie

Diese beiden Arten von Impfstoffen zum Schutz vor COVID-19 gibt es bislang:

  • mRNA-Impfstoff kurz erklärt: Die mRNA, auch "messenger RNA" genannt, transportiert die Information, die zum Aufbau bestimmter Proteine im Körper benötigt wird. Der mRNA-Impfstoff enthält Informationen bestimmter Virus-Proteine, die entscheidend für die Verbreitung des Virus im Körper sind. So erhält der Körper bereits eine Art "Vorschau" des Virus und weiß, woran er dieses erkennen kann. Unser Immunsystem produziert nach der Impfung Antikörper, die uns bei Kontakt mit dem Virus vor einer Infektion schützen. Die Impfstoff-mRNA wird nach wenigen Tagen im Körper abgebaut und beeinflusst unser Erbgut auch nicht nachhaltig.
  • Vektor-Impfstoff kurz erklärt: Beim Vektor-Impfstoff stecken die Informationen des Krankheitserregers SARS-CoV-2 (Antigen) in der Hülle eines harmlosen Virus (Vektor). Dieser Vektor ist für den Transport des Antigens, also des Bauplans des Spike-Proteins verantwortlich. Das Spike-Protein ermöglicht dem Virus an die menschlichen Zellen anzudocken. Der Körper kann durch den Bauplan das Spike-Protein selbst nachbauen. Unser Körper erkennt dieses als fremd und bildet Antikörper und weitere Bestandteile der Immunabwehr (T-Zellen).

Johnson & Johnson: Nur eine Impfung nötig

Das Besondere am neuen Impfstoff von Johnson & Johnson ist, dass für einen vollständigen Schutz keine zweite Impfung notwendig ist. Das Vakzin ist ebenso wie der Impfstoff von AstraZeneca ein Vektor-Impfstoff. Der Impfstoff weist bisher eine Wirksamkeit von 67 Prozent gegen mittelschwere bis schwere Verläufe sowie von 77 bis 85 Prozent gegen lebensgefährliche Verläufe auf. Das Vakzin erreicht nach 28 Tagen sein volles Potenzial. Aufgrund von Thrombosefällen in den USA überprüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) aktuell das Vakzin.

AstraZeneca: Umstritten, aber wirksam

AstraZeneca ist bereits seit dem Impfstart umstritten: Aufgrund mangelnder Studienergebnisse bei Personengruppen ab 65 Jahren wurde der Impfstoff zu Beginn nur jüngeren Personen empfohlen. Mit Auswertung der Studienergebnisse und guter Verträglichkeit in Großbritannien erhielt der Impfstoff auch für Personen ab 65 Jahren das GO. Nach seltenen, aber schweren Nebenwirkungen (Hirnvenenthrombose, Gefäßkrankheit), die besonders bei jüngeren Personen auftraten, wird der Impfstoff aktuell nur Menschen über 60 Jahren empfohlen.

Die Wirksamkeit des Vektor-Impfstoffs liegt dennoch bei 60 Prozent und kann vor schweren Verläufen der Corona-Erkrankung schützen. Das Vakzin wird zweimal mit einem Abstand von zwölf Wochen geimpft.

Corona-Impfstoff: BioNTech/Pfizer

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist als erster Impfstoff in Deutschland zugelassen worden. Seit Dezember 2020 wird das Vakzin europaweit geimpft. Der Corona-Impfstoff ist für Personen ab 16 Jahren im Einsatz. Die Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs beläuft sich auf 95 Prozent. Das Vakzin soll vor einer schweren Erkrankung schützen, laut neueren Studien reduziert die Impfung zudem auch die Übertragungsrate des Virus.

Die Impfdosis soll zweimal verabreicht werden, der Abstand zwischen den Impfungen beträgt nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vier bis sechs Wochen.

Moderna: mRNA-Impfstoff gegen Corona

Der Impfstoff von Moderna ist für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Es handelt sich hierbei ebenfalls um einen mRNA-Impfstoff. Die Wirksamkeit des Vakzins beträgt 94,1 Prozent und es wird ebenfalls zweimal geimpft. Auch hier liegen zwischen den beiden Impfungen laut STIKO circa vier bis sechs Wochen.

Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe

Diese häufigen Nebenwirkungen können bei allen Impfstoffen auftreten:

  • Schmerzen und Druck an der Einstichstelle
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Fieber und grippeartige Beschwerden
  • Kopfschmerzen und Gliederschmerzen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Frösteln, Unwohlsein und Übelkeit

Mit dem Impfstoff Sputnik V (Russland) wird bereits ein weiterer Vektor-Impfstoff durch die EMA (European Medicines Agency) geprüft.

Aktualisiert: 12.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin