Infektionsrisiko bei Hochwasser: Die verborgene Gefahr

Mit dem steigenden Wasserpegel wird auch das Infektionsrisiko in Hochwassergebieten höher: Verschiedene Bakterien und Keime aber auch Giftstoffe können ins Grundwasser gelangen und Badeseen sowie Trinkwasser nachhaltig verunreinigen. Auch bei den Aufräummaßnahmen ist Vorsicht geboten.

Frau im Hochwasser © Getty Images/fotojog

Unwetter und das damit verbundene Hochwasser betreffen weite Teile Deutschlands dieses Jahr besonders stark. Neben der unmittelbaren Bedrohung für Leben und Besitz lauern im Wasser Gefahren, die der Gesundheit nachhaltig schaden können.

Infektionsrisiko bei Hochwasser besonders groß

Das Infektionsrisiko im Zusammenhang mit Hochwasser wird oft unterschätzt. Meist beschäftigen die direkten Schäden an Haus und Hof, Aufräumarbeiten und die aktuelle Krisensituation die Menschen sehr. Hochwasser birgt allerdings nicht nur die Gefahr von materiellem oder akutem Schaden, auch das Infektionsrisiko ist höher.

Diese gesundheitlichen Gefahren steigen mit der Flut:

  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Infektionsrisiko mit Hepatitis A
  • Tetanus

Durch den stehenden Wasserpegel ist auch das Risiko für eine Mückenplage und infolgedessen für mit Insektenstichen verbundene allergische Reaktionen erhöht.

Durch Verletzungen bei Aufräumarbeiten, Mückenstiche oder einen späteren Aufenthalt in belasteten Gebieten, kann es auch im Nachgang zu Infektionen oder Entzündungen kommen.

Hochwasser: So reduzieren Sie das Infektionsrisiko

Während der Aufräumarbeiten können Keime und Bakterien durch kleine Verletzungen eindringen.

Darauf sollten Sie während der Aufräumarbeiten achten:

  • Tragen Sie Gummistiefel, wasserdichte Haushaltshandschuhe und wasserabweisende Kleidung. Achten Sie auf dichte Handschuhe und tauschen Sie diese bei Schaden aus.
  • Reinigen Sie sich die Hände mit Desinfektionsmittel oder hygienischer Seife und warmem Wasser.
  • Vermeiden Sie die Nahrungsaufnahme und das Rauchen von Zigaretten im verschmutzten Bereich, um das Infektionsrisiko durch verschmutzte Hände zu verringern.
  • Überprüfen Sie Ihren Tetanus-Impfschutz.
  • Achten Sie auf ausreichend Mücken- und Insektenschutz.

Bei Fragen und Unsicherheiten sollten Sie das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. Auch beim Auffinden von Kadavern toter Tiere, bei beißendem Geruch und dem Austreten giftiger Stoffe sollte sofort das zuständige Gesundheitsamt und/oder der Katastrophenschutz und die Feuerwehr benachrichtigt werden.

Auch bei leichtem Hochwasser oder nach der Flut kann es in Badeseen, Flüssen und Trinkwasser zu Verunreinigungen kommen. Meist machen sich diese im Körper in Form von Magen-Darm-Beschwerden bemerkbar. Darauf sollten Sie achten:

  • Kochen Sie Trinkwasser vor dem Trinken ausreichend und lange heiß ab.
  • Verzehren Sie keine Lebensmittel, die mit Hochwasser in Kontakt gekommen sind, auch abwaschen macht bei diesen Nahrungsmitteln keinen Sinn mehr. Entsorgen Sie diese.
  • Informieren Sie sich beim zuständigen Gesundheits- oder Umweltamt über die Keimbelastung in Badeseen und Flüssen. Achten Sie auch auf Spielplätzen und bei anderen Spielstätten der Kinder auf regelmäßiges Händewaschen und weitere Hygienemaßnahmen.

Schwere Gewitter, Flut und Unwetter bergen viele Gefahren. Trotz akuter Gefahren durch die Regenmassen, sollte das Infektionsrisiko nicht unterschätzt und die beschriebenen Maßnahmen eingehalten werden, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Aktualisiert: 16.07.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin