Johnson & Johnson verzögert Auslieferung nach Thrombosefällen!

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft nach ersten Thrombosefällen einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson und einem erhöhten Thromboserisiko. In Europa verzögert Johnson & Johnson die Auslieferungen des Impfstoffs daher bewusst.

Corona-Impfstoff von Johnson und Johnson © Getty Images/ NurPhoto / Kontributor

Nachdem der Corona-Impfstoff von AstraZeneca nach Thrombosefällen bei jüngeren Personen in Deutschland nur noch bei über 60-Jährigen geimpft werden darf, überprüft die EMA nach ersten Fällen auch das Vakzin von Johnson & Johnson. Das Pharma-Unternehmen stoppt bis zur abgeschlossenen Überprüfung der EMA die Lieferungen "proaktiv" und unterbricht die bereits gestarteten Lieferketten an die Europäische Union. In den USA raten die Behörden nach sechs Thrombosefällen bereits zu einem Impfstopp und einer notwendigen Überprüfung des Vakzins.

Johnson & Johnson: Erste Thrombosefälle gemeldet

Die EMA ließ in einer Pressemitteilung verlauten, dass nach der Corona-Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson vier schwerwiegende Fälle von Blutgerinnseln und Thrombosen gemeldet worden waren. Mittlerweile hat sich die Anzahl auf sechs Fälle erhöht. Ähnlich wie bei den Nebenwirkungen von AstraZeneca wurde in drei der sechs Fälle eine besonders niedrige Anzahl von Blutplättchen (Thrombozyten) und somit eine mögliche Thrombozytopenie nach der Impfung festgestellt.

Einer der Fälle trat in einer klinischen Studie, die anderen in den USA auf. Während in Europa die Zulassung bereits am 11. März erteilt wurde, wird in den Vereinigten Staaten bisher nur mit einer Notfallzulassung geimpft. In Deutschland sollte der Impfstoff nach bisheriger Planung ab dem 19. April verfügbar sein.

EMA prüft Thrombosefälle rund um Johnson & Johnson

Die bisherigen Fälle nimmt die EMA als Warnsignal wahr und widmet sich einer ausführlichen Prüfung des Vakzins. Der Impfstoff und die bisherigen Fälle sollen intensiv betrachtet und im Nachgang entsprechende Maßnahmen und Empfehlungen ausgesprochen werden.

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson handelt es sich ebenso wie bei AstraZeneca um einen Vektorimpfstoff. Dies bedeutet, dass der "Bauplan" für einen Teil des Coronavirus, nämlich für das Spike-Protein, über einen Vektor transportiert wird. Als Vektor dienen ungefährliche Viren, die sich im Körper nicht vermehren können. Es wird vermutet, dass eventuell ein Zusammenhang zwischen Thrombosen und Vektor-Impfstoffen bestehen könnte. Bisher fand eine entsprechende Untersuchung zum Impfstoff von AstraZeneca statt.

Aktualisiert: 13.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin