Paxlovid®: WHO empfiehlt die Pille gegen COVID-19

Weiterhin hohe Inzidenzen, die hoch ansteckende Omikron-Variante und stagnierende Impfquoten: Das Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht, besonders Ungeimpfte und Personen aus Risikogruppen sind weiterhin gefährdet. Das Corona-Medikament Paxlovid® von Pfizer soll die Gefahr von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen um 89 Prozent minimieren. Neben der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat nun auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pille gegen Corona offiziell empfohlen.

Coronavirus (Illustration)
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Beide Organisationen sprechen ihre Empfehlung dabei für die gleiche Zielgruppe aus: Paxlovid® wurde für erwachsene Corona-Patient*innen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf zugelassen. Dies sind beispielsweise ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen.

Corona-Medikament Paxlovid® – so funktioniert es

Der Hauptwirkstoff der Pille gegen Corona ist Nirmatrelvir, welches zusammen mit dem antiviralen Wirkstoff Ritonavir verabreicht wird. Ritonavir ist bereits in der HIV-Therapie im Einsatz und hemmt den schnellen Abbau von Nirmatrelvir im Körper.

Bei Nirmatrelvir handelt es sich um einen Proteasehemmer. Das heißt, die Substanz soll die Aktivität von eiweißspaltenden Enzymen unterbinden, welche die Stoffwechselprozesse der Zellen beschleunigen. Der Wirkstoff soll damit das Enzym blockieren, welches das Coronavirus zur Vermehrung im Körper benötigt.

Paxlovid® setzt sich aus drei Tabletten zusammen, die fünf Tage lang zweimal täglich eingenommen werden müssen.

Studie zeigt hohe Wirksamkeit des Corona-Medikaments

Insgesamt wurde die Zulassungsstudie mit circa 2.200 Personen durchgeführt, bei denen innerhalb der letzten fünf Tage eine Infektion mit COVID-19 nachgewiesen werden konnte und die wenigstens an einem Krankheitssymptom litten. Die Teilnehmenden erfüllten zudem mindestens einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf und bekamen entweder das Medikament oder ein Placebo in dieser frühen Erkrankungsphase verabreicht.

Eine frühe Zwischenauswertung aufgrund hoher Erfolgsquoten zeigte bereits eine deutliche Wirksamkeit des Medikaments. Lediglich drei von 389 Teilnehmenden (0,8 Prozent), welche innerhalb der ersten drei Tage mit Paxlovid® behandelt wurden, mussten hospitalisiert werden oder starben an der Infektion. In der Placebogruppe hingegen waren es 27 von 385 Teilnehmenden (7 Prozent).

Die Forschenden berechneten aufgrund der positiven Studienergebnisse eine Wirksamkeit des Corona-Medikaments von 89 Prozent, sofern Paxlovid® innerhalb der ersten drei Tage nach Beginn der Symptome eingenommen wird. Ersten Laboruntersuchungen zufolge soll das Medikament auch gegen die Omikron-Variante wirken.

Paxlovid® mit Nebenwirkungen von geringer Intensität

Laut Angaben des Herstellers Pfizer ist das Medikament allgemein gut verträglich. Auch die EMA bestätigt diese Einschätzung. Zu möglichen Nebenwirkungen gehören Störungen des Geschmackssinns, Kopfschmerzen und Durchfall. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

Aktualisiert: 25.04.2022
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin | Jasmin Rauch, Medizinredakteurin