Protein-Bier & Co: Wie gesund ist der Eiweißtrend?

Proteine – aktuell der Trend in verschiedenen Lebensmitteln. Egal ob im Joghurt, Brot, Müsli oder im isotonischen Bier. Der Extrakick Protein soll satt machen und beim Muskelaufbau helfen. Diese proteinreichen Lebensmittel gibt es und so gesund ist die zusätzliche Portion Protein.

Bier und Hantel in der Hand
© Getty Images/Vyacheslav Dumchev

Der Fitness-Trend verlässt die Studios und spricht auch die breite Masse an: Statt Proteinshakes können mittlerweile diverse Lebensmittel mit viel Protein in regionalen Supermärkten erworben werden. Das ist Protein und so wirkt es im Körper.

Was ist Protein?

Proteine, auch Eiweiße genannt, agieren als Baustoffe für Gewebe und Zellen und erfüllen somit viele wichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Sie sind unter anderem am Bau von Enzymen, Hormonen und Antikörpern beteiligt und dienen als Gerinnungsfaktoren und als Transportsubstanzen für Nährstoffe.

Wie viel Protein benötigt der Mensch am Tag?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) benötigen Jugendliche und Erwachsene bis 65 Jahre 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Personen über 65 sollten 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen.

Der Körper benötigt Proteine zwar unter anderem zum Muskelaufbau, aber selbst Breitensportler*innen, welche mittlere bis hohe Intensitäten erreichen, brauchen keine Extraportion Protein.

Leistungssportler*innen könnten je nach Sportart und Art der Belastung im Training oder Wettkampf mehr Protein benötigen. Dies muss deshalb allerdings nicht über Nahrungsergänzungsmittel oder Protein angereicherte Lebensmittel zugeführt werden. Eine spezielle und individuell angepasste Ernährung reicht hierbei meist aus.

Proteinreiche Lebensmittel – wie sinnvoll sind sie?

Lebensmittel mit einer Extraportion Protein sollen beim Abnehmen unterstützen oder den Muskelaufbau fördern – doch auch hier gilt: Die Energiebilanz, also das Verhältnis zwischen aufgenommenen und verbrauchten Kalorien, entscheidet wie bei anderen Lebensmitteln auch, ob man abnimmt oder nicht.

Augen auf beim Kauf: Die Zutatenliste verrät meist, ob es sinnvoll ist, diese Lebensmittel zu kaufen. Das sind proteinreiche Lebensmittel und darauf ist zu achten:

  • Brot: Pflanzliches Protein, Weizen und Hülsenfrüchte (Erbsen, Soja, Bohnen) oder Molkenprotein ersetzen einen Anteil des Mehls. Dieses eiweißhaltige Mehl könnte unter anderem für Personen mit einer Glutenintoleranz interessant sein. Eiweißbrot liefert mit 20 bis 22 Gramm pro 100 Gramm dreimal so viel Eiweiß wie ein herkömmliches Vollkornbrot, aber auch der Anteil an Fett (9 bis 13 Gramm) ist hierbei erhöht. Das Brot sorgt für ein schnelleres Sättigungsgefühl.
  • Milchprodukte – Joghurt, Quark und Co.: Bei proteinreichen Milchprodukten ist Vorsicht geboten. Teure Spezialprodukte können weniger Eiweiß enthalten als ein herkömmlicher Magerquark. Tipp: Vergleichen Sie die Nährwerttabellen und Zutatenlisten der Produkte, auch der Anteil von Zucker, Fett und Kohlenhydraten spielt hierbei eine wichtige Rolle.
  • Proteinreiches Bier: Proteinreiches Bier enthält im Verhältnis weniger Eiweiß als beispielsweise Magerquark oder 100 Gramm Huhn. Eine ausgewogene Ernährung und viel Flüssigkeit reichen aus, um den Eiweißhaushalt zu decken. Wer nach dem Training dennoch Lust auf ein kühles Bier hat, kann auch auf alkoholfreies Bier zurückgreifen. Dies füllt die Nährstoffspeicher nach dem Training ebenfalls auf und schont den Geldbeutel.

Neben den bereits aufgezählten Produkten gibt es auch weitere proteinreiche Lebensmittel wie Nudeln, Müsli oder Wurst. Insgesamt macht es wenig Sinn, mit Eiweiß angereicherte Produkte zu konsumieren, da diese nicht automatisch gesünder sind. Sie enthalten meist viel Fett und Zucker, daher sollte stets ein Blick auf die Zutatenliste geworfen werden. Eine ausgewogene Ernährung reicht bei Sportler*innen und Verbraucher*innen aus, um den täglichen Tagesbedarf zu decken. Durch einen hohen Sojaanteil oder Milchprodukte sind auch Veganer*innen und Vegetarier*innen ausreichend versorgt.

Aktualisiert: 20.09.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin