RS-Virus: Diese Atemwegserkrankung betrifft besonders Kinder

Leiden Babys und Kleinkinder an Husten, Schnupfen und Fieber läuten in vielen Kitas und Kindergärten die Alarmglocken – Grund dafür ist das Respiratorische Synzytial-Virus (Respiratory Synctial Virus, RSV). Das RS-Virus ist bei Säuglingen und Kindern bis zu drei Jahren weltweit der häufigste Auslöser akuter Atemwegserkrankungen. Das steckt hinter dem RS-Virus und darum ist es für jüngere Kinder so gefährlich.

Krankes Kind putzt Nase
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Das RS-Virus tritt üblicherweise verstärkt von November bis Februar auf. Viele Säuglinge und Kleinkinder machten die Atemwegserkrankung bereits in den vergangenen Monaten durch. Grund dafür ist das Ende des Corona-Lockdowns und weiterer Corona-Maßnahmen, welche den Kontakt mit Erregern bisher weitgehend verhinderten.

RS-Virus kurz erklärt

Das RS-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreitetes RNA-Virus, welches aufgrund seines Erbmaterials über eine besonders hohe Mutationsrate verfügt.

Das Virus kann sich deshalb flexibel an den Wirt anpassen. Dies ermöglicht dem Erreger eine einfache Flucht vor der Immunantwort des Körpers. Nach einer Infektion kommt es meist zu folgendem Verlauf:

  1. Die RS-Viren vermehren sich vorerst im Nasenrachenraum. Es treten Symptome wie Schnupfen, nicht-produktiver Husten und Entzündungen des Rachens auf.
  2. Die Bewegung der Nasenhärchen ermöglicht den Transport in die unteren Atemwege. Es folgen meist produktiver und schleimiger Husten, Fieber und Atembeschwerden.

Bei gesunden Menschen begrenzt sich die Infektion meist auf die (oberen) Atemwege, bei Personen mit Immunschwäche kann sich das Virus allerdings im ganzen Körper ausbreiten. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, kann zwischen drei bis acht Tage andauern.

Darum ist das RS-Virus besonders für Kinder gefährlich

Während das RS-Virus bei Jugendlichen und Erwachsenen meist nur eine leichte Erkältung verursacht, stellt das RSV besonders für Babys und Kleinkinder eine Gefahr dar.

Das Virus dockt unter anderem an der Lunge an – je unreifer und empfindlicher die Lungen sind, desto wahrscheinlicher ist die Infektion der oberen und unteren Atemwege mit krampfartigem Husten bis hin zu einer spastischen Bronchitis. Die Schwellung der Bronchialschleimhaut und eine vermehrte Schleimbildung erschweren die Ausatmung zusätzlich.

Eine mögliche Folge: Entzündungen der Bronchialbäume, bis zur Lungenentzündung. Säuglinge und Kleinkinder benötigen daher oftmals zusätzlichen Sauerstoff und Unterstützung beim Atmen.

Säuglinge und Kinder mit folgenden Vorerkrankungen sind besonders von schweren Verläufen betroffen:

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die weltweite Sterberate von Kindern, welche aufgrund einer RSV-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden, bei zirka 0,2 Prozent. Für Kinder mit erhöhtem Risiko besteht die Möglichkeit einer Antikörper-Therapie. Hierbei wird das Immunsystem auf die RSV-Infektion vorbereitet und darauf trainiert, die RS-Viren abzuwehren. Die Prophylaxe könnte in einigen Fällen jedoch aufgrund des frühen Infektionszeitraums bereits zu spät kommen.

Was tun bei einer RSV-Infektion?

Bei starken Symptomen sollte ein*eine Kinderarzt*Kinderärztin hinzugezogen werden. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, eignet sich eine Antibiotika-Therapie nicht. Vielmehr sollten die Symptome wie Schnupfen, Husten und Fieber mithilfe entsprechender Medikamente behandelt werden. Auch Hausmittel wie Tee, viel Flüssigkeit, Inhalieren und Gurgeln sowie warme Halswickel können unterstützend wirken.

Der*die Kinderarzt*Kinderärztin entscheidet zudem, ob eine Prophylaxe im Vorfeld nötig ist, um eine mögliche Infektion zu verhindern. Eltern wird empfohlen, den Alltag der gesunden Kinder auch nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen so normal wie möglich zu gestalten und ihnen den Besuch in Kindergarten und Kita zu ermöglichen.

Aktualisiert: 26.10.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin