Wie gefährlich ist Sport mit implantiertem ICD-Defibrillator?

Für einen Herzstillstand beim Sport gibt es verschiedene Ursachen, Herzrhythmusstörungen sind aber ein häufiger Auslöser. Um einen Herzstillstand im Alltag und speziell beim Sport zu verhindern kann Betroffenen ein ICD-Defibrillator eingesetzt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mann auf Rennrad © Getty Images/Justin Paget

Bei einem Implantierbaren Cardioverten Defibrillator (ICD) handelt es sich um ein kleines Gerät, welches einem Herzschrittmacher ähnelt. Der ICD wird Menschen implantiert, für welche ein erhöhtes Risiko von Herzrhythmusstörungen besteht.

Herzstillstand beim Sport: Implantierter ICD kann Leben retten

Bei Herz-Patient*innen, die einen ICD benötigen, wird meist eine schwere strukturelle Herzerkrankung wie die Erkrankung der Herzkranzgefäße (65 Prozent), auch KHK genannt, oder ein Myokardinfarkt (53 Prozent) festgestellt. Am häufigsten wird der ICD jungen Männern implantiert.

Da Sport ein häufiger Auslöser von Rhythmusstörungen und infolgedessen ICD-Entladungen sein kann, wird Betroffenen mit ICD allgemein empfohlen, körperliche Belastungen auf eine geringe Intensität zu reduzieren. Der Defibrillator erkennt Herzrhythmusstörungen und setzt als Reaktion einen Elektroschock ab. Dieser Impuls unterbricht die fehlgeleitete Erregungsleitung im Herzen, wodurch sich wieder ein normaler Herzschlag einstellen kann: Durch diesen Reset kann oft Schlimmeres verhindert werden.

Sport mit Defibrillator: Das ist erlaubt

Im Einzelfall können allerdings auch intensive Sportarten gestattet werden wie:

Der ICD kann auf das Aktivitätsniveau des*der Patient*in angepasst werden. Zudem wird Betroffenen geraten, die Pulsfrequenz während des Sports selbstständig zu kontrollieren. Diese Sportarten sollten nicht mit einem ICD durchgeführt werden, da dieser beim Sport beschädigt werden kann:

  • Sportarten mit hoher Belastung des Schultergürtels (Gewichtheben, Tennisspielen, Golf)
  • Kampfsport
  • Rugby
  • Football
  • Eishockey

Sportarten, bei denen der Brustkorb oder Schultergürtel nicht explizit gefährdet ist oder belastet wird, können mit einem Schutzprotektor auch weiterhin ausgeübt werden:

Auch Tauchen ist je nach Angaben des Herstellers bis zu einer gewissen Tauchtiefe möglich.

Der implantierte Defibrillator schützt herzkranke Personen vor einem Herzstillstand und ermöglicht ein aktives Leben, bei welchem Sport möglich und in den meisten Fällen sogar förderlich ist. Moderate Bewegung und Sport stärken Herz und Kreislauf und tragen zur Gesunderhaltung des Körpers bei. Das Intensitätsniveau sollte im Zweifelsfall aber ärztlich abgesprochen werden.

Aktualisiert: 22.06.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin